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Zelle in der JVA Zeithain brennt

Die Feuerwehr Glaubitz musste Mittwochnacht zum Löschen ins Gefängnis ausrücken. Darin hat sie bereits Übung.

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© Feuerwehr Glaubitz

Von Christoph Scharf und Antje Steglich

Glaubitz. Alarm im Gefängnis: Am späten Mittwochabend wurde die Feuerwehr Glaubitz zu einem Brand in die JVA Zeithain gerufen. Gegen 22.30 Uhr war gemeldet worden, dass es in einer Zelle brennt. „Schon bei der Anfahrt war eine große Rauchentwicklung aus dem Gebäudekomplex sichtbar“, teilt die Feuerwehr mit.

Als die vier Einsatzfahrzeuge eintrafen, wurden ihnen die Türen schon geöffnet – anders als normale Besucher müssen die Kameraden keine Eingangsprozedur mit Ausweiskontrolle und Telefonabgabe durchführen. „Wir durften gleich durch und wurden sofort eingewiesen“, sagt Martin Reichstädter. Der Gemeindewehrleiter absolvierte am Montagabend nicht zum ersten Mal einen Einsatz in der JVA. So war den Beteiligten gleich klar, was zu tun ist: Sofort wurde über die vorhandene Steigleitung ein Löschangriff aufgebaut. Ein Trupp ging mit schwerem Atemschutz, Wärmebildkamera und einem C-Rohr zur Brandbekämpfung vor.

Die Mitarbeiter der JVA hatten da bereits die Bewohner des betroffenen Haftraums und der Nachbarräume evakuiert. „Wir konnten verhindern, dass sich das Feuer ausbreitet“, sagt Martin Reichstädter. Bereits kurze Zeit später konnte „Feuer aus“ gemeldet werden. Anschließend nahmen noch die Belüftungsmaßnahmen Zeit in Anspruch. Laut Feuerwehr ist die betroffene Zelle allerdings komplett ausgebrannt und unbewohnbar. Offenbar hatte es sich dabei um Brandstiftung gehandelt. Für die Feuerwehr ergab sich der Eindruck, dass der Gefangene seine Matratze und Handtücher angesteckt hatte.

Ähnlich sieht es die Polizei: Ersten Ermittlungen zufolge ist ein 26-jähriger Insasse für den Brand verantwortlich. Er kam mit einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus. Nun ermittelt die Kriminalpolizei wegen Brandstiftung. In der JVA wird gleichzeitig geprüft, ob der 26-Jährige nach seiner Behandlung zurück in die gewohnte Abteilung kommen kann oder anderswohin verlegt werden muss.

Einsätze dieser Art sind für die Feuerwehr Glaubitz fast schon Routine. „Genau solche Fälle üben wir in der JVA immer wieder“, sagt der Gemeindewehrleiter. Nach zahlreichen Übungen und Begehungen in der Anstalt kenne man sich bereits aus. Auch die Zusammenarbeit mit den JVA-Bediensteten funktioniere gut – das zahle sich im scharfen Einsatz aus. Laut JVA-Sprecher Benno Kretzschmar ist der letzte „echte“ Löscheinsatz allerdings schon vier Jahre her: 2012 habe es zum letzten Mal in der Anstalt gebrannt. Der Einsatz von Mittwochnacht war gegen 0.30 Uhr beendet. Dann konnten die 16 Kameraden der Feuerwehr Glaubitz Feierabend machen.