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Zentrum für seelische Gesundheit

Am sächsischen Krankenhaus in Arnsdorf wurde der Grundstein für einen Neubau gelegt. Die gesamten Arbeiten gehen bis 2021.

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© Visualisierung: Nickl & Partner Architekten

Von Nadine Steinmann

Langsam, kontrolliert und sicher lässt der Kranfahrer den zentnerschweren Grundstein, in dessen Innerem sich eine Schatulle befindet, die gefüllt ist mit Bauplänen, Münzen, einer Urkunde und einer Ausgabe der Sächsischen Zeitung Radeberg, in das Erdreich sinken. Die zahlreich anwesenden Gäste applaudieren begeistert, die Zeremonie hat damit ihr Ende erreicht. Doch was haben die Vertreter aus Arnsdorf, dem sächsischen Finanzministerium sowie des Staatsbetriebes Immobilien- und Baumanagement eigentlich gefeiert? Einfacher wird es, wenn an dieser Stelle erwähnt wird, dass auch die komplette Leitung des Sächsischen Krankenhauses Arnsdorf anwesend war, denn genau diese Gesundheitseinrichtung stand am Donnerstagnachmittag im Mittelpunkt des Geschehens.

An der Feierstunde, die in einem Zelt direkt an der Baustelle stattfand, nahmen zahlreiche Gäste teil.
An der Feierstunde, die in einem Zelt direkt an der Baustelle stattfand, nahmen zahlreiche Gäste teil. © Thorsten Eckert
Noch ist der Neubau eine reine Baustelle. Die Fertigstellung ist für Mai 2018 geplant. Die Kosten liegen bei 18,5 Millionen Euro.
Noch ist der Neubau eine reine Baustelle. Die Fertigstellung ist für Mai 2018 geplant. Die Kosten liegen bei 18,5 Millionen Euro. © Thorsten Eckert
Der ärztliche Direktor Peter Schönknecht (Mitte) sowie Alf-Rüdiger König (li) und Volker Kylau, beide vom Finanzministerium, unterzeichnen den Vertrag zur Grundsteinlegung.
Der ärztliche Direktor Peter Schönknecht (Mitte) sowie Alf-Rüdiger König (li) und Volker Kylau, beide vom Finanzministerium, unterzeichnen den Vertrag zur Grundsteinlegung. © Thorsten Eckert

Grund: Nachdem sich bereits im vergangenen Jahr ein Bagger Schritt für Schritt durch das Gebäude B4 gebissen hat und am Ende nur noch ein Haufen Schutt und Asche übrig waren, erfolgte am gestrigen Donnerstag die Grundsteinlegung für einen Neubau an eben dieser Stelle. Entstehen soll ein neues „Zentrum für seelische Gesundheit“. „Der Freistaat Sachsen hat sich bewusst für einen Teilneubau und nicht nur für die Sanierung von Bestandsgebäuden entschieden. Der Neubau schafft für die Behandlung psychisch kranker Menschen das optimale Umfeld. Die Bedingungen für die Patienten und das Personal verbessern sich entscheidend“, betonte Alf-Rüdiger König in seinem Grußwort. Er ist beim Finanzministerium der Abteilungsleiter im Bereich Sächsische Krankenhäuser und psychiatrische Versorgung.

Zwei Häuser – ein Zentrum

Doch was meint der Alf-Rüdiger König mit Teilneubau? Schließlich ließ der Freistaat das Haus B4 komplett niederreißen. Die Antwort ist einfach, denn zu dem Zentrum für seelische Gesundheit gehört nicht nur der dreigeschossige Neubau, für den nun die Grundsteinlegung erfolgt ist, sondern ebenso das benachbarte Haus B3. Beide Gebäude sollen zusammen das neue Zentrum für die Erwachsenenpsychiatrie bilden. Hier sind ein Akutaufnahme- und Kriseninterventionszentrum sowie sieben mehrheitlich offen geführte psychiatrische Stationen vereint. Dieses Zentrum soll künftig Arnsdorfs Visitenkarte für eine zeitgemäße und zukunftsorientierte psychiatrische Behandlung sein.

Nach der Fertigstellung des Neubaus B4 ist es geplant, das Gebäude B3 für die Unterbringung und Behandlung von geriatrischen Patienten (Altersmedizin) zu optimieren und denkmalgerecht zu sanieren. Genau deswegen sprach Alf--Rüdiger König eben nur von einem Teilneubau. Beide Vorhaben kosten zusammen 28,5 Millionen Euro, 18 Millionen müssen allein in den Neubau investiert werden. Das Krankenhaus ist mit einem Eigenmittelanteil von circa zehn Millionen Euro dabei.

Wohnatmosphäre für die Patienten

Grundsätzlich wird der Neubau in Stahlbetonbauweise mit einer Teilunterkellerung errichtet. Im Konzept sind zwei Innenhöfe eingeplant. Die Gestaltung der einzelnen Stationen in den Obergeschossen folgt nach Angaben des Finanzministeriums dem Ziel, einerseits eine angenehme Wohnatmosphäre für die Patienten zu schaffen und andererseits die Arbeitsabläufe des Personals zu erleichtern. So entstehen separate Schlaf- und Gemeinschaftsbereiche und jeweils ein zentral angeordneter Pflege-Dienstraum. Von diesem aus hat das Personal einen guten Blick auf alle relevanten Bereiche. Insgesamt stehen 22 Betten zur Verfügung.

Die angesprochenen Innenhöfe sind als Atrien gestaltet. Sie dienen als zusätzliche Aufenthalts- und Kommunikationszonen, die Beaufsichtigung der Patienten ist auch hier vom Dienstplatz aus sichergestellt. Den Haupteingang des Neubaus betreten Besucher und Patienten von der Stolpener Straße aus kommend. Hier erfolgt auch die Aufnahme der Patienten.

Der Baubeginn für das Gebäude B4 erfolgte wie bereits erwähnt im März 2015 mit dem Abriss und der Umverlegung des Medienkanals. Diese Maßnahme erfolgte in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege – schließlich steht das komplette Krankenhaus unter Denkmalschutz. Das Haus B4 war ohnehin das erste Gebäude, das seit der Eröffnung des Krankenhausareals im Jahre 1912 verschwinden musste. Die Fertigstellung des Neubaus ist für Mai 2018 geplant. Die anschließende Sanierung des Hauses B3 soll bis zum Frühjahr 2021 fertig sein. Dann kann die Eröffnung des Zentrums für seelische Gesundheit gefeiert werden.