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Zerschlagenes Fenster wird teuer

Ein Asylbewerber hat im Schmiedeberger Heim randaliert. Vor Gericht erschien er nicht. Bestraft wird er trotzdem.

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© Egbert Kamprath

Von Regine Schlesinger

Dippoldiswalde/Schmiedeberg. Die Verhandlung war am Donnerstag um 14 Uhr am Dippser Amtsgericht anberaumt. Doch Richter, Staatsanwalt, Zeugen und auch der Dolmetscher warteten vergebens auf den Angeklagten. Es handelte sich um einen gebürtigen Marokkaner, der im Asylbewerberheim in Schmiedeberg leben soll. Der Mann soll am 14. Dezember des Vorjahres einen Stuhl gegen eines der Fenster im Heim geworfen haben. Das ging dabei kaputt. Der Sachschaden wird auf exakt 173,41 Euro beziffert. Doch auch nach der obligatorischen Wartezeit von einer Viertelstunde tauchte der Angeklagte nicht auf. Richter Christian Mansch verzichtete darauf, den Mann vorführen zu lassen, was möglicherweise auch nicht von Erfolg gekrönt gewesen wäre. Um seine Strafe kommt der Randalierer aber nicht herum. Der Staatsanwalt beantragte, einen Strafbefehl zu erlassen und gegen den Angeklagten eine Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je zehn Euro zu verhängen. Diese Strafe, über die er schriftlich informiert wird, kann der Marokkaner entweder akzeptieren oder innerhalb von zwei Wochen dagegen Einspruch einlegen. Asylbewerber als Angeklagte sind am Dippser Gericht die Ausnahme. Richter Mansch spricht von etwa fünf Fällen in diesem Jahr. Die Delikte sind unterschiedlich. Häufig gehe es um Arbeiten ohne Arbeitserlaubnis.