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Chemnitz
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Zeuge verlangt neuen Staatsanwalt

Weil ihn die Ermittler im Fall Daniel H. anfangs für einen der Täter hielten, will ein Iraker nicht in Gegenwart des verantwortlichen Staatsanwaltes aussagen.

Von Karin Schlottmann
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Der Angeklagte Alaa S. vor einer Verhandlung des Landgerichtes Chemnitz.
Der Angeklagte Alaa S. vor einer Verhandlung des Landgerichtes Chemnitz. © Archivfoto: dpa/Robert Michael

In dem Prozess um die Tötung des 35-jährigen Daniel H. vor dem Landgericht Chemnitz will einer der Zeugen nur aussagen, wenn der Staatsanwalt ausgetauscht wird. Er werde alle Fragen zum Tatgeschehen beantworten, sofern Staatsanwalt Stephan Butzkies in dieser Zeit nicht im Saal sein werde, ließ der Zeuge Yousif A. am Freitag über eine Erklärung seines Anwaltes vortragen. Andernfalls werde er von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch machen. Das Gericht ließ seine Entscheidung zunächst offen.

Butzkies hatte nach den tödlichen Messerstichen beim Ermittlungsrichter einen Haftbefehl gegen Yousif A. erwirkt. Der Iraker saß vom 27. August bis 18. September vorigen Jahres in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht hob den Haftbefehl auf Antrag der Staatsanwaltschaft wieder auf, nachdem sich herausgestellt hatte, dass der Iraker nicht an der Tat beteiligt war.

Der Beistand des Zeugen, der Berliner Rechtsanwalt Ulrich Dost-Roxin, nutzte die Erklärung seines Mandanten, um schwere Vorwürfe gegen den Staatsanwalt zu erheben. Der Haftbefehl sei willkürlich beantragt worden, gab er an. Dost-Roxin hatte bereits vor einigen Wochen Strafanzeige gegen ihn erstattet.

Yousif A. arbeitet als Friseur in Chemnitz und war ein Kollege des Angeklagten Allah S. Allah S. wird vorgeworfen, Daniel H. gemeinsam mit dem inzwischen untergetauchten Farhad A. bei einer Schlägerei nach dem Stadtfest in Chemnitz getötet zu haben. Ein Zeuge berichtete am Freitag, Farhad habe ihm gegenüber zugegeben, dass er der Täter sei. Er habe ihn zehn Minuten nach der Auseinandersetzung angerufen. „Ja, ich war es“, habe Farhad A. gesagt. Farhad A. und Yousif A. hätten vor der Schlägerei seinen Dönerladen besucht und sich Bier genommen, schilderte der Zeuge die Begegnung. Farhad sei wütend und aggressiv gewesen, habe viel geredet und versucht, andere Kunden mit Schimpfworten wie „Hurensohn“ zu provozieren. Kurz danach habe er die Sirenen von Polizei und Rettungswagen gehört.

Mehrere Zeugen haben in den ersten Prozesstagen ausgesagt, wie Farhad A. das Opfer angesprochen und ihn dann geschlagen hatte. Es sei dabei um Drogen gegangen. Daraufhin sei eine Schlägerei ausgebrochen, in deren Folge Daniel H. mit mehreren Stichwunden zusammenbrach.