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Döbeln

Zeugen fehlten vor Gericht

Ein Vermieter war wegen Körperverletzung und Beleidigung angeklagt. Aber was ist wirklich passiert?

©  dpa/Symbolbild

Von Helene Krause

Döbeln. Es ging um 900 Euro Mietschulden. Ein 57-jähriger Mann suchte am Abend des 10. Oktober 2017 seinen Mieter in Roßwein auf. In der Wohnung kam es zum Streit. Dabei soll der Vermieter den Mieter mit der Faust zuerst gegen die linke Schulter und dann in die rechte Gesichtshälfte geschlagen und mit Schimpfworten wie „Mietnomade“ und „Hackfresse“ beleidigt haben. 

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Das Opfer erlitt Prellungen und erstattete Anzeige. Der Vermieter erhielt einen Strafbefehl. Er sollte 1000 Euro Geldstrafe zahlen und ging in Widerspruch. Der Fall kam vors Amtsgericht Döbeln.

Schon einmal war das Verfahren angesetzt. Damals waren der Geschädigte und ein weiterer Mann nicht als Zeugen erschienen. Die Zeugen erhielten ein Ordnungsgeld und ihre polizeiliche Vorführung wurde angeordnet. Doch auch am zweiten Prozesstag fehlten sie. Die Polizei hatte sie nicht gefunden.

Der Vermieter hat seit dem Vorfall keinen Kontakt zu seinem Mieter. Wie er von Nachbarn erfuhr, soll der noch in der Wohnung leben. Die Miete zahlt er jetzt regelmäßig. Dass er den Geschädigten geschlagen hat, leugnet der Angeklagte. 

„Er hat ihn nur Mietnomade genannt“, sagte Verteidiger Martin Göddenhenrich aus Döbeln. „Das Wort Hackfresse ist nicht gefallen.“ Er regt an, das Verfahren, dass sich schon über ein Jahr hinzieht, einzustellen. 

Dem kommt Richterin Marion Zöllner nach. Mit Einverständnis von Staatsanwalt Norbert Metzger stellt sie das Verfahren gegen Auflage ein. Der Angeklagte, der bisher nicht vorbestraft ist, muss binnen vier Wochen 200 Euro an die Staatskasse zahlen.