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Zeugin nicht auffindbar

Eine Frau aus Hartha soll Drogen besessen haben. Sie erhielt einen Strafbefehl und ging dagegen in Einspruch.

© Symbolfoto: dpa

Von Helene Krause

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Döbeln. Etwas kurios gestaltet sich die Verhandlung vorm Amtsgericht Döbeln. Es ist die Zweite im selben Fall. Vorgeworfen wird einer 28-jährigen Frau aus einem Ortsteil von Hartha der Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Am Vormittag des 24. Mai 2017 durchsuchten Polizeibeamte aus Leipzig wegen eines Wirtschaftsdeliktes die Wohnung der Frau. Dabei entdeckten sie 3,67 Gramm Marihuana und 1,27 Gramm Crystal. Die Drogen waren einzeln in Tütchen verpackt. Diese lagen in einer Box auf dem Kleiderschrank und in einer Tüte mit Kosmetikartikeln im Wohnzimmer. Wegen des Fundes erhielt die 28-jährige einen Strafbefehl. Sie sollte 750 Euro zahlen. Dagegen ging sie in Einspruch.

Schon im Dezember 2017 stand die Angeklagte wegen des Vorfalls vorm Amtsgericht Döbeln. Damals sagte sie, dass die Drogen ihrem ehemaligen Freund gehörten. Mit dem hatte sie drei Jahre zusammengewohnt. „Im Februar 2017 bin ich ausgezogen“, sagte sie in der Verhandlung. „Ich habe die Sachen mitgenommen und nicht nachgeschaut, was drin ist.“ Polizeibeamte schilderten am ersten Prozesstag, wie sie die Betäubungsmittel fanden. Ob sie wirklich dem Exfreund der Beschuldigten gehörten, wussten sie nicht. Da sich der ehemalige Freund der Angeklagten in Haft befindet und im ersten Prozess nicht als Zeuge geladen war, wurde das Verfahren ausgesetzt (DA berichtete).

Doch auch in der zweiten Verhandlung kann der Drogenfund nicht aufgeklärt werden. Die Angeklagte besteht weiterhin darauf, dass ihr die Betäubungsmittel nicht gehören. Der Exfreund, der noch immer in Haft ist, wird von zwei Justizbeamten vorgeführt. In der Zeugenbefragung sagt er, dass er und die Beschuldigte seit dem 18. November 2016 verlobt seien. Als Verlobtem steht ihm ein Zeugnisverweigerungsrecht zu und weil er in Haft ist und sich nicht selbst belasten muss, auch ein Auskunftsverweigerungsrecht. Auf beides verzichtet er.

In der Zeugenbefragung bringt er eine Bekannte ins Spiel, die seine Wohnung zeitweise genutzt hätte. Vermutlich gehörten dieser die Drogen. Weil er seit Oktober 2016 in Haft ist, habe sein Vater die Wohnung ausgeräumt und seine und die Sachen der Bekannten mitgenommen. Wo die Frau jetzt wohnt, weiß der Zeuge nicht. Eine Computerabfrage des Gerichts ergibt, dass sie unbekannt verzogen ist. Weil sie als Zeugin gehört werden muss, stellt Richterin Marion Zöllner das Verfahren erneut ein. Wenn die Frau gefunden wird, soll das Verfahren wieder aufgenommen werden. Dann werden noch einmal alle Zeugen gehört, auch die, die schon am ersten Prozesstag befragt wurden.