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Ziemlich doofer Fehler

Weltmeister Francesco Friedrich haben die zwei Niederlagen gegen den Bob-Teamkollegen Johannes Lochner gereizt.

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© dpa

Von Frank Kastner

Erst feierte Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich einen souveränen Sieg im kleinen Gefährt, dann rüffelte er seinen internen WM-Konkurrenten Johannes Lochner für dessen Malheur im Viererbob. „Ein ziemlich doofer Fehler in Anführungszeichen, das darf einfach nicht passieren“, sagte der Sachse zur Disqualifikation des Viererbob-Europameisters wegen warmer Kufen. Lochner hat damit auch seine Siegchancen im Gesamtweltcup verspielt. „Wir hätten um den Sieg fahren können, stattdessen mussten wir zuschauen“, sagte der Mann vom Königssee: „Es ging um 0,2 Grad, das ist nichts. Aber so ist eben das Reglement.“

Im kleinen Schlitten hatte Friedrich im letzten Rennen vor der Heim-Weltmeisterschaft in zwei Wochen am Königssee ein deutliches Signal gesendet. Im Viererbob am Sonntag in Innsbruck/Igls lief nicht viel zusammen. Er verpasste als Vierter das Podium. Mit Candy Bauer, Martin Grothkopp und Thorsten Margis startete er zwar als einziges Team unter fünf Sekunden, doch nach zwei Läufen hatte er 0,18 Sekunden Rückstand auf Oskars Melbardis aus Lettland. Zweiter wurde der Schweizer Rico Peter vor US-Pilot Steven Holcomb. Friedrichs Vereinskollege Nico Walther aus Oberbärenburg kam auf Platz sechs.

„Wenn man einen Lauf versaut, ist man weg“, sagte Friedrich. Lochner durfte gar nicht ran: Die Materialkommission des Weltverbandes IBSF disqualifizierte ihn vor dem ersten Lauf. „Auf die WM hat es jetzt keine Auswirkung, für den Gesamtweltcup im Vierer schon. Er wird aus diesem Fehler lernen und ich bin mir sicher, dass ihm dieses Missgeschick nicht noch mal passiert“, meinte Cheftrainer René Spies. Er nahm seinen WM-Mitfavoriten schon nach Platz 16 im Zweierbob in Schutz: „Er ist ja zuletzt in St. Moritz gestürzt, war dann auch noch erkältet und konnte kaum trainieren. Da gehen natürlich die Körner irgendwann aus, die Pause bis zur WM kommt gerade recht. Er muss auf die Couch, essen und zunehmen, und dann wird es schon wieder.“

Friedrich, der zuletzt zweimal in seiner Spezialdisziplin von Lochner bezwungen wurde, verbesserte mit Thorsten Margis seinen eigenen Bahnrekord von der WM im Vorjahr auf 51,25 Sekunden und verwies mit 0,73 Sekunden Vorsprung Melbardis auf Rang zwei. „Endlich mal unter fünf Sekunden am Start, das war das Ziel“, sagte Friedrich, der im Gesamtweltcup vor dem Gewinn der Kristallkugel steht. Die Kampfansage an Teamkollege Lochner kam prompt: „Wir müssen den Hansi kriegen, er kann ja nicht jedes Rennen gewinnen, es ist ein packender Zweikampf. Mal sehen, wie es bei der WM aussieht.“

Die Frauen verpassten das Podium knapp. Stephanie Schneider, die im Vorjahr auf der WM-Bahn WM-Vierte geworden war, kam mit Anschieberin Lisa Marie Buckwitz auf Rang vier vor Europameisterin Mariama Jamanka, die verletzungsbedingt kurz vor dem Start auf Weltmeisterin Annika Drazek verzichten musste. Sie fuhr daher mit Ersatzanschieberin Franziska Bertels. Den Sieg sicherte sich Elana Meyers Taylor aus den USA.

Nach höchst erfolgreichen Weltcups seit dem Jahreswechsel wurde damit ausgerechnet die WM-Generalprobe zum kleinen Dämpfer für die deutschen Bobs. „Aber man kann bei diesem engen Feld nicht immer vorne sein“, sagte Spies: „Wir müssen das abhaken und es bei der WM besser machen.“ (dpa/mit sid)