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Ziemlich zufriedene Unternehmer

Das Sachsenbarometer ist im November weiter gestiegen - auch wenn es im Detail zuweilen hakt.

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© björn haufe

Von Lars Radau

Dass es „wie geschmiert“ laufe, sagt Tobias Schwald, wäre erstens ein zu naheliegendes Wortspiel. Und zweitens auch nicht ganz zutreffend. Dass der Geschäftsführer des Dresdner Schmierstoff-Spezialisten Elaskon dennoch „sehr zufrieden“ auf das ablaufende Geschäftsjahr schaut, hat einen einfachen Grund: „Wir haben unsere Risiken breit genug gestreut“, sagt Schwald. Elaskon ist in 65 Ländern rund um den Globus aktiv. Und so können Zuwächse in China und Korea mehr als kompensieren, dass das Nischengeschäft mit Drahtseil-Schmierstoffen für den Bergbau gerade „praktisch überhaupt nicht“ laufe, sagt Schwald. Er sei aber „recht sicher, dass wir in diesem Jahr den Umsatz von 2015 bestätigen können“, so der Elaskon-Chef. Der lag bei rund 28 Millionen Euro – und soll sich 2017 deutlich in Richtung der 30-Millionen-Marke bewegen. Ein Baustein soll dabei, neben der frisch gegründeten Niederlassung in Bayern, auch Engagement im Iran sein. Lage und Ausblick seien also „durchaus positiv“, sagt Schwald – und damit reiht sich Elaskon in die Mehrheit der Unternehmen ein, die die Dresdner Niederlassung des Münchner Ifo-Instituts und die Wirtschaftsauskunftei Creditreform für das Sachsenbarometer der Sächsischen Zeitung befragt haben.

Industrie senkt Erwartungen

Im Verarbeitenden Gewerbe Sachsens stieg der Geschäftsklimaindex im November leicht an. Die Industrieunternehmer waren mit ihren laufenden Geschäften so zufrieden wie seit über einem Jahr nicht mehr. Dagegen trübten sich ihre Geschäftsaussichten geringfügig ein, die Exporterwartungen drehten sogar wieder ins Negative. Hier könnten sich auch protektionistische Äußerungen des designierten US-Präsidenten Donald Trump im Wahlkampf niedergeschlagen haben.

Stimmung am Bau gut

Im sächsischen Bau blieb die Stimmung den zweiten Monat in Folge nahezu unverändert gut. Zwar liefen die Geschäfte nach Angaben der Befragungsteilnehmer nicht ganz so zufriedenstellend wie im Oktober, aber die Geschäftsaussichten hellten sich weiter auf. Saisonbereinigt erwarteten die sächsischen Bauunternehmer für die kommenden Monate weiterhin eine kräftige Ausweitung der Bautätigkeit.

Handelsumsätze steigen weiter

Der sächsische Handel freute sich im November über spürbar besser laufende Geschäfte. In den kommenden Monaten dürften die Umsätze saisonbereinigt nochmals kräftig steigen, wenn auch der Optimismus bei den sächsischen Großhändlern nicht mehr ganz so stark ausgeprägt war wie im Oktober.

Weniger Insolvenzen, höhere Schäden

Entsprechend der robusten Konjunktur hat auch die Zahl der Unternehmensinsolvenzen abgenommen – nach Daten der Creditreform immerhin das sechste Jahr in Folge. Im bundesweiten Schnitt sank die Zahl der Pleiten um drei Prozent. Im Freistaat mussten in diesem Jahr bislang 1130 Firmen den Gang zum Konkursrichter antreten. Auffällig häufig vertreten seien dabei „junge Kleinstunternehmen im Dienstleistungs- und Gastronomiebereich“, sagt Creditreform-Prokurist Thomas Schulz, auffällig häufig kämen sie aus den Großstädten Chemnitz, Leipzig und Dresden Die strauchelnden Kleinstfirmen würden „unter anderem durch die Einführung des Mindestlohns belastet“, ist Schulz überzeugt. Vermutlich tragen sie aber nur einen sehr kleinen Teil zum Anstieg der Insolvenzschäden bei. Laut Schulz legte die bundesweite Schadenssumme, mit der Gläubiger insolventer Firmen klarkommen müssen, im Vergleich zum Vorjahr um satte 40 Prozent zu – auf insgesamt 27,5 Milliarden Euro.

www.ifo.de

www.dresden.creditreform.de

Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo Instituts – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.