Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Merken

Zittau als Vorzeige-Beispiel

Ein Städtebau-Experte hat den Kampf um die historische Innenstadt auf einem Bundeskongress gewürdigt.

Teilen
Folgen
NEU!
© Foto: Jens Neumann

Von Thomas Mielke

Der Kampf der Zittauer um den Erhalt ihrer historischen Innenstadt ist vor wenigen Tagen auf dem bundesweiten „24. Kongress Städtebaulicher Denkmalschutz“ in Brandenburg und Berlin gewürdigt worden. Vor Teilnehmern aus der ganzen Republik hat Prof. Harald Herrmann, Direktor des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung in Bonn, die Stadt aus Hunderten anderer möglicher Gemeinden als positives Beispiel hervorgehoben. „Bei einem Besuch in Zittau – in einer schrumpfenden bis stark schrumpfenden Region – wird besonders deutlich, wie viel allein in den letzten 25 Jahren erreicht werden konnte“, sagte er in seiner Rede. „Mehr als zwei Drittel der Häuser, meist Einzeldenkmale, und zahlreiche große Maßnahmen wurden erfolgreich und in hoher Qualität umgesetzt.“ Dazu zählen laut Ricarda Ruland, die ihm die Rede geschrieben hat, das Salzhaus, das Theater und das Stadtbad. Sie lobte auf Anfrage die Stringenz, mit der die Zittauer – und vor allem die Stadtentwicklungsgesellschaft – seit der Wende an der Stadtsanierung gearbeitet haben. Sie hätten mit Konstanz wichtige Projekte verfolgt und so ein beeindruckendes Stadtbild erhalten, sagte Frau Ruhland. Eine der Folgen: „Der historische Stadtkern ist der Stadtteil mit der höchsten Einwohnerdichte“, so Herrmann. Dort habe sich die Einwohnerzahl stabilisiert. Dennoch sieht er, dass noch einiges zu tun bleibt, und hat das während der Konferenz auch gesagt.

Über das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz fördern Bund, Ländern und Gemeinden den Erhalt und die Aufwertung von innerstädtischen Altbauquartiere. Ostdeutschlandweit profitieren 238 Gemeinden. Sie erhielten seit der Wende vom Bund 2,3 Milliarden. Zusammen mit dem Geld von Land und Gemeinden sind insgesamt 5,75 Milliarden Euro als Zuschüsse in die Sanierung von historischer Bausubstanz an Privatbesitzer oder die öffentliche Hand geflossen. Zittau gab über diesen Weg 79 Millionen Euro für 232 zu sanierende Immobilien im Stadtkern aus.