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Zittau: Kitakosten explodieren weiter

Ein Krippenplatz ist seit 2017 um 52 Prozent teurer geworden. Die Verwaltung erwartet, dass es auch in den nächsten Jahren nicht besser wird.

Die Kosten für die Kitas explodieren.
Die Kosten für die Kitas explodieren. © Symbolfoto: dpa/Monika Skolimowska

Die Kosten für einen Platz in der Krippe, im Kindergarten oder im Hort sind in den letzten vier Jahren nahezu explodiert. Für Zittau bedeutet das nach Angaben aus dem Entwurf des neuen städtischen Haushaltes: Der Krippenplatz ist in den vergangenen vier Jahren um knapp 52 Prozent teurer geworden. Kostete er 2017 pro Monat noch 900,28 Euro, sind es in diesem Jahr voraussichtlich 1.366,02 Euro. Der Kitaplatz ist reichlich 30 Prozent teurer geworden und kostet in diesem Jahr voraussichtlich 569,17 Euro pro Monat.

Für die Betreuung eines Kindes im Hort werden ebenfalls reichlich 30 Prozent mehr fällig. Sie kostet in diesem Jahr voraussichtlich 307,35 Euro im Monat. Voraussichtlich, weil es sich bei den Preisen um Planzahlen handelt. Der echte Preis wird rückwirkend auf Basis der tatsächlichen Kosten ermittelt. "Aufgrund der weiteren Tarifanpassungen und der kontinuierlich steigenden Sachkosten ist es absehbar, dass die Platzkosten in den Jahren 2022 und danach weiter steigen", heißt es im Zittauer Haushalt.

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Preistreiber sind die Sach- und Personalkosten. So haben zum Beispiel die Erzieherinnen zwischen 2018 und 2021 Lohnsteigerungen von über 20 Prozent erhalten. Das liegt zum einen an der Forderung, die Erzieherinnen besser zu bezahlen, und entsprechend geänderten Tarifverträgen. Zum anderen gab es gesetzliche Änderungen wie die Anpassung des Betreuungsschlüssels, die zwar zu einer besseren Situation für Kinder und Erzieherinnen führte, aber auch zu höheren Preisen. Ein Gewinnstreben der Kita-Betreiber ist dagegen kein Grund für die Kostenexplosion: Sie sind in der Regel gemeinnützig und erzielen keinen Gewinn.

Die Kosten teilen sich Stadt, Land und Eltern. Den Löwenanteil mit über 40 Prozent übernimmt Zittau. Die Eltern müssen sich - je nachdem ob Krippe, Kindergarten oder Hort - mit 20 bis 30 Prozent beteiligen. Den Rest zahlt das Land. Allerdings fällt das Wachstum des Landeszuschusses deutlich geringer aus als das der Kosten. Die Lücke hat bisher die Stadt geschlossen. (SZ/tm)

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