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Warum Großschönaus Narren fast auf dem Trockenen sitzen

Der Faschingsclub hat auf dem Hutberg eine marode Wasserleitung. Eine Sanierung ist teuer, aber nötig für die neue Saison. Hilfe kommt von den Gästen.

Der Grußschinner Faschingsclub hat sein Vereinshaus auf dem Großschönauer Hausberg. Vereinsvorsitzender Dirk Lischke ist froh, dass es hier bald wieder eine sichere Wasserversorgung geben wird.
Der Grußschinner Faschingsclub hat sein Vereinshaus auf dem Großschönauer Hausberg. Vereinsvorsitzender Dirk Lischke ist froh, dass es hier bald wieder eine sichere Wasserversorgung geben wird. © Matthias Weber/photoweber.de

Die Wasserleitung auf dem Hutberg wird seit voriger Woche erneuert. Darauf haben die Vereinsmitglieder des Grußschinner Faschingsclubs (GFC) lange warten müssen. Fast vier Jahre lang drückten sie bei ihren Veranstaltungen innerlich alle Daumen. Das Eisenrohr vom Wasserwerk am Fuße des Hausberges der Großschönauer führte nur noch ein Rinnsal. Es liegt seit 120 Jahren im Boden, war über die Zeit marode geworden. "Und hatte sich zugesetzt", sagt Vereinschef Dirk Lischke. Der Durchfluss sei zum Schluss auf bescheidene zwei Zentimeter zusammengeschrumpft. Auch ein Rohrbruch war nicht auszuschließen und eine Erneuerung zwingend notwendig, denn ohne ausreichend Wasser sind Veranstaltungen schlicht nicht möglich.

Doch so eine Sanierung ist teuer. Ein vom Verein eingeholtes Gutachten schätzte die Kosten auf etwa 30.000 Euro. Ganz genau ließ sich das nicht sagen, denn bei einem so alten Bau kann man immer wieder Überraschungen erleben. Zwar würde die Gemeinde Großschönau als Grundstücksbesitzer davon die Hälfte übernehmen. Doch für die Vereinskasse war auch der halbe Eigenanteil zu viel. Durch die Corona-Krise wurde die Lage noch schwieriger, denn nun fehlten obendrein die Einnahmen.

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Die Vereinsmitglieder baten daher ihre Gäste um Hilfe und warben über die Crowdfunding-Plattform der Sparkasse 99funken.de um Spenden für ihr Projekt. Das sei blendend gelaufen, sagt Dirk Lischke. Durch Mundpropaganda und über soziale Internet-Plattformen verbreitete sich das Anliegen rasant. Der Verein fand fast 260 Menschen, die insgesamt 21.983 Euro spendeten. Und 500 Euro legte die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien als Co-Funding obendrauf. Damit kam deutlich mehr zusammen als erwartet. Sollte nach Abschluss der Arbeiten an der Leitung Geld übrig bleiben, wird das komplett in die Instandsetzung und den Erhalt des Gebäudes auf dem Hutberg gesteckt, versichert Dirk Lischke.

Nun wird die Leitung mit der Sowag und einer regionalen Baufirma erneuert, dafür ein neues Kunststoffrohr in die alte Leitung geschoben. So ist kein Graben nötig und die Wurzeln der dort wachsenden Bäume bleiben unberührt. Damit das funktioniert, muss das Eisenrohr zunächst durchgespült werden.

Der Verein hofft, dass die Arbeiten nächste Woche beendet werden können. Die nächste Veranstaltung ist schon für den 17. Oktober geplant. Mit einem Frühschoppen, zu dem auch die Öffentlichkeit eingeladen ist, wollen sie ihren Spendern noch einmal Danke sagen. Ohne sie wäre die 49. Saison des GFC nicht möglich gewesen.

Am 11. November wollen die Narren wieder den Schlüssel vom Gemeindeamt holen und am Wochenende darauf traditionell die Saison im Waltersdorfer Naturparkhaus eröffnen. Das hängt aber von der weiteren Corona-Lage und den damit verbundenen Auflagen ab. Schön wäre es aber doch, findet der Vereinschef. Die monatelange Untätigkeit und Unsicherheit habe an den Nerven der Faschingsnarren gezerrt. Sie vermissen ihre Auftritte und vor allem ihre Gäste. Besonders jetzt, wo das Wasser wieder fließt.

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