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Baufälliges Haus muss notgesichert werden

Das seit Jahren leerstehende Gebäude an der Äußeren Oybiner Straße in Zittau steht unter Denkmalschutz. Ein Abriss kommt auch aus anderem Grund nicht infrage.

Die rechte Hälfte dieses Doppelhauses an der Äußeren Oybiner Straße in Zittau gehört der Stadt. Die muss es jetzt notsichern.
Die rechte Hälfte dieses Doppelhauses an der Äußeren Oybiner Straße in Zittau gehört der Stadt. Die muss es jetzt notsichern. © Matthias Weber/photoweber.de

Immobilienbesitz kann eine große Last sein. Und die Stadt Zittau kann ein Lied davon singen: Zahlreiche einst prachtvolle Villen und Bürgerhäuser im Stadtgebiet stehen heute leer, sind baufällig und teilweise sogar einsturzgefährdet. Nicht alle maroden Bauten gehören Privateigentümern, auch die Stadt selbst besitzt mehrere solcher Objekte, darunter die Hälfte eines markanten Gebäudes an der Äußeren Oybiner Straße, das nun einzufallen droht.

Man kann der Villa mit dem markanten Erker an der Äußeren Oybiner Straße den einstigen Glanz noch ansehen.
Man kann der Villa mit dem markanten Erker an der Äußeren Oybiner Straße den einstigen Glanz noch ansehen. © Matthias Weber/photoweber.de

Das Haus aus der Gründerzeit steht seit Jahren leer, Decken sind eingebrochen, Schwammbefall hat sich breit gemacht. Ein Abriss aber kommt nicht infrage, erklärt Zittaus Bauamtsleiter Ralph Höhne. Zum einen steht das Gebäude unter Denkmalschutz, zum anderen würde der Abbruch auch ein großes statisches Problem nach sich ziehen. Denn die Stadt Zittau ist nur der Eigentümer einer Hälfte des als Doppelhaus errichteten Baus. Die andere Hälfte ist in Privatbesitz. Würde die Zittauer Hälfte abgerissen, müsste die frei werdende Giebelwand des anderen Gebäudeteils aufwändig und teuer gesichert werden.

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Im städtischen Bauamt hat man sich deshalb für eine umfangreiche Notsicherung entschieden. "Das ist aus unserer Sicht die langfristig beste Variante", so hat es Ralph Höhe den Stadträten im Technischen und Verwaltungsausschuss (TVA) jetzt erklärt. Für eine Summe von mehr als 280.000 Euro soll das Haus nun statisch gesichert werden. Die alten Holzbalkendecken sollen durch Stahlbetondecken ersetzt werden. Außerdem wird das undichte Dach repariert, damit das Gebäude langfristig vor neuen Schäden durch eindringende Feuchtigkeit geschützt ist. Zuletzt sollen der lose Putz an der Fassade abgeschlagen und die freiliegenden Fassadenflächen neu verputzt werden.

Die Stadt bekommt für das Vorhaben Fördermittel aus einem Bund-Länder-Programm. Die Mitglieder des zuständigen Stadtrats-Ausschusses haben dem Vorhaben zugestimmt. Die Bauleistungen sollen jetzt so schnell wie möglich ausgeschrieben werden. Einen Plan für die Zukunft des Gebäudes gibt es bisher nicht.

Ein ebenfalls marodes Doppelhaus an der Hauptstraße im Ortsteil Pethau will die Stadt hingegen abreißen. Die Entscheidung wurde aber vertagt, weil Mandaukasernen-Besitzer Thomas Göttsberger kurzfristig ein Kaufangebot vorgelegt hatte, das nun erst einmal geprüft werden soll. In Zittaus Innenstadt war am 1. März ein baufälliges Hinterhaus an der Inneren Weberstraße eingestürzt.

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