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Bekommt Marienthal neue Nonnen?

Die Trappistinnen der Abtei Maria Frieden in der Eifel wollen ihr vertrautes Kloster verlassen. Ziehen sie an die Neiße? Was bisher bekannt ist.

Im Kloster St. Marienthal leben derzeit zehn Schwestern. Bald könnten es mehr werden?
Im Kloster St. Marienthal leben derzeit zehn Schwestern. Bald könnten es mehr werden? © Sebastian Kahnert / dpa

Die Klostergemeinschaft in Marienthal ist in den vergangenen Jahren immer kleiner geworden. Vor vier Jahren zählte der Konvent noch 15 Schwestern, aktuell sind es nur noch zehn. Drei Schwestern sind in der Zwischenzeit verstorben, zwei haben das Kloster freiwillig verlassen. Nachwuchs ist bisher kaum in Sicht gewesen.

Das könnte sich bald ändern. Die Zahl der Schwestern, die in Marienthal leben, könnte sich mit einem Mal verdoppeln. Denn die Trappistinnen der Abtei Maria Frieden in Dahlem (Nordeifel) wollen ihr vertrautes Kloster verlassen. Als neues Zuhause haben sie die Abtei St. Marienthal im Blick. Seit Monaten soll es Gespräche über einen Umzug geben. Äbtissin Gratia Adler von der Abtei Maria Frieden bestätigt das. 

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Die Marienthaler Äbtissin Elisabeth Vaterodt erklärt, dass ihr Kloster angefragt wurde und die Zisterzienserinnen sich den Gesprächen nicht verschlossen haben. Eine endgültige Entscheidung gebe es aber noch nicht, damit sei frühestens Mitte Dezember zu rechnen.

Über den laufenden Prozess könne auch Äbtissin Gratia Adler im Moment nicht viel sagen, wie sie auf Anfrage der SZ mitteilt. Die Prüfung sei auf beiden Seiten im Gange. Sie hofft ebenfalls, dass bis Jahresende klar ist, ob die Trappistinnen an die Neiße umziehen oder nicht. Diese Entscheidung liegt nicht allein bei den Ordensschwestern aus der Nordeifel. Es bedarf der Genehmigung durch verschiedene Gremien und letztlich auch durch Rom.

Einige Fragen bleiben daher offen: Welchen Teil des Klosters würden die Trappistinnen im Falle eines Umzuges nach Marienthal nutzen? Wird es gemeinsame Aktivitäten mit der Zisterzienserinnen geben?

Letzteres ist nicht völlig ausgeschlossen. Denn der Trappistenorden entstand als Reformbewegung des Zisterzienserordens. Trappistinnen leben ebenso wie die Zisterzienserinnen grundsätzlich zurückgezogen im Kloster.

Bisher leben die Trappistinnen noch in den Klostergebäuden in Dahlem (Foto).
Bisher leben die Trappistinnen noch in den Klostergebäuden in Dahlem (Foto). © A. Savin

Schwestern, mit denen man sich gut versteht

Dass die Nonnen aus der Nordeifel vom äußersten Westen ausgerechnet in den äußersten Osten ziehen wollen, begründet die Mutter Oberin mit folgenden Worten: "In St. Marienthal haben wir nicht nur uns sehr nahe stehende Zisterzienserinnen gefunden, sondern auch Schwestern, mit denen wir uns gut verstehen." 

Dass die Trappistinnen überhaupt ihr vertrautes Domizil verlassen wollen, ist dem Umstand geschuldet, dass das Kloster Dahlem für die Gemeinschaft zu groß und zu teuer geworden ist. Die Einnahmen sind seit Jahren immer geringer geworden und die Ersparnisse reichen nicht aus, den Gebäudeunterhalt und die Versorgung der Schwestern sicherzustellen, wie die Äbtissin gegenüber anderen Medien erklärte. Deshalb sei bereits Anfang des Jahres im Einvernehmen mit den Ordensoberen die Aufgabe des Klosters in der Nordeifel beschlossen worden.

Als die Abtei 1952 von holländischen Schwestern gegründet wurde, war sie für 40 Schwestern ausgelegt. Momentan zählt die Gemeinschaft der Trappistinnen - übrigens das einzige deutschsprachige Frauenkloster des Ordens - noch zehn Schwestern. Es sind also genauso viele Schwestern wie in Marienthal. Nicht die einzige Gemeinsamkeit. Auch der Altersdurchschnitt ist ähnlich hoch. Von den Zisterzienserinnen sind mehr als die Hälfte bereits über 70, die ältesten haben inzwischen die 90 weit überschritten. Bei den Trappistinnen reicht die Altersspanne von Anfang 50 bis Mitte 90.

Mehrere Todesfälle in den vergangenen Jahren

Der Dahlemer Orden verlor allein in den vergangenen drei Jahren fünf Mitschwestern - bei allen handelte es sich um ältere Nonnen zwischen 87 und 97 Jahren, die seit Jahrzehnten im Kloster Maria Frieden lebten. Mit Schwester Dominica war im Februar 2020 eine der Gründerinnen der Abtei verstorben. 2018 mussten die Trappistinnen auch von ihrer ehemaligen Äbtissin Ruth Mersmann Abschied nehmen. 

Was aus den Klostergebäuden in Dahlem nach dem Umzug der Trappistinnen wird, ist derzeit noch offen. Darüber soll erst nachgedacht werden, wenn eine Entscheidung über die neue Wirkungsstätte gefallen ist.

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