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Schwimmhallen-Aus wieder Thema

Die Schließung der Hirschfelder Einrichtung, die auch elf Schulen nutzen, wird wieder in Zittaus Gremien diskutiert. Eine Abstimmung war äußerst knapp.

Im Sommer 2021 soll die Schwimmhalle in Hirschfelde geschlossen werden. So schlägt es die Zittauer Stadtverwaltung vor. Der Beschluss im Stadtrat wurde jetzt aber erst mal verschoben.
Im Sommer 2021 soll die Schwimmhalle in Hirschfelde geschlossen werden. So schlägt es die Zittauer Stadtverwaltung vor. Der Beschluss im Stadtrat wurde jetzt aber erst mal verschoben. © Matthias Weber/photoweber.de

Diese Diskussion hätte sicher spannend werden können. Im Hirschfelder Ortschaftsrat sollte am vergangenen Donnerstag wieder einmal die Schließung der Schwimmhalle thematisiert werden. Nicht ohne Grund. In der Sitzung des Zittauer Stadtrates nächste Woche war ursprünglich eine Entscheidung zur Stilllegung der Einrichtung vorgesehen. Dieser Punkt ist aber von der Tagesordnung heruntergenommen worden, wie der öffentlichen Bekanntmachung zu entnehmen ist. Aus diesem Grund wurde auch die Diskussion im Ortschaftsrat kurzfristig abgesagt.

Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben: Das Sparkonzept der Stadt Zittau beinhaltet weiterhin die Schließung der Hirschfelder Schwimmhalle.

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Aus Sicht der Stadtverwaltung und der Städtischen Beteiligungs GmbH (SBG), die für die Betreibung der Hirschfelder Schwimmhalle und des Stadtbades Zittau zuständig ist, liegen die Vorteile auf der Hand. Der jährliche Fehlbetrag der Bäder könne ab 2021 deutlich reduziert werden. Die Stadt erhofft sich dadurch eine höhere Ausschüttung durch die SBG. In der aktuellen kritischen Haushaltslage ist die Stadt über jede zusätzliche Einnahme froh.

Es gibt aber auch Kritik an der geplanten Hallenschließung. Mehrere Tausend Bürger haben für die Rettung der Schwimmhalle unterschrieben. Badegäste, Vereine und Schulen befürchten, dass sie künftig "auf dem Trockenen sitzen". Die Angst ist nicht unberechtigt. Elf Schulen nutzen derzeit die Hirschfelder Einrichtung für ihren Schwimmunterricht. Lediglich die für die Grundschule Hirschfelde angebotenen Schwimmzeiten könnten nach einer Stilllegung der Hirschfelder Halle ins Stadtbad verlagert werden. Die Angebote für Schulen außerhalb Zittaus müssten nach Einschätzung der Stadt entfallen.

Das öffentliche Schwimmen - aktuell knapp 40 Stunden pro Woche - muss bei einer Schließung der Hirschfelder Halle komplett entfallen, da das Stadtbad dafür keine zusätzlichen Zeiten anbieten kann.

Auch aus diesen Gründen fordern die Hirschfelder den Erhalt ihrer Schwimmhalle. Und sie können sich durchaus Hoffnung machen. Denn die Stadträte sind in dieser Frage gespalten. Bei der jüngsten Diskussion im Verwaltungs- und Finanzausschuss, die nichtöffentlich stattfand, soll es nach SZ-Informationen keine Mehrheit für die Schließung gegeben haben.

Die Gegner der Schwimmhallen-Schließung hatten vor einigen Monaten zu einem Aktionstag aufgerufen. Dabei wurde auch dieses Plakat aufgehängt.
Die Gegner der Schwimmhallen-Schließung hatten vor einigen Monaten zu einem Aktionstag aufgerufen. Dabei wurde auch dieses Plakat aufgehängt. © Matthias Weber/photoweber.de

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