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Wie hält sich dieser Laden?

Seit 15 Jahren betreiben Brigitte Ostheimer und Volkmar Ostheimer-Pietsch in Jonsdorf ihr Blaues-Steine-Paradies. Es ist das fast einzige Geschäft im ganzen Ort.

Brigitte Ostheimer und Volkmar Ostheimer-Pietsch betreiben seit 15 Jahren den Steine-Laden in Jonsdorf. Es ist das fast einzige Geschäft im ganzen Kurort.
Brigitte Ostheimer und Volkmar Ostheimer-Pietsch betreiben seit 15 Jahren den Steine-Laden in Jonsdorf. Es ist das fast einzige Geschäft im ganzen Kurort. © Matthias Weber/photoweber.de

Stolz steht Volkmar Ostheimer-Pietsch vor seinem Laden an der Jonsdorfer Ortsdurchfahrt. Seit 15 Jahren verkauft er hier in bester Lage neben dem Café Balzer gemeinsam mit seiner Frau Brigitte Steine: große, kleine, blaue, violette, grüne - Schmucksteine, Halbedelsteine, Heilsteine. Das Geschäft ist eins von nur noch zwei Einzelhandelsgeschäften im ganzen Kurort. Nur noch Cornelia Gärtig hält sich mit ihrem "Eckladen", in dem sie Pakete annimmt und Schreibwaren, Zeitschriften oder Briefmarken verkauft.

Wie aber kann sich ein so spezieller Laden wie das Blaue-Steine-Paradies so lange halten? Und noch dazu den Corona-Lockdown überstehen? "Anfangs wurde uns oft gesagt, wir würden hier nicht das richtige Klientel finden", schmunzelt Volkmar Ostheimer-Pietsch. Der Laden hätte "keine Zukunft". "Aber heute sind wir immer noch da." Vielleicht liegt das ja auch an der Einzigartigkeit. Ein ähnliches Geschäft findet man nicht nur hier in der Gegend sehr schwer. Das hat sich der 66-Jährige zum Vorteil gemacht: "Über die Jahre haben wir ein Stammpublikum gewonnen. Die Leute kommen von überall her, auch aus Dresden. Einer unserer Stammkunden fährt jedes Mal extra von Frankfurt am Main zu uns nach Jonsdorf", erklärt er.

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Wenige Konkurrenz nur ein Grund

Die wenige Konkurrenz hält er aber nicht für den einzigen Grund. "Der Laden ist in der ganzen Zeit auch immer mehr zur Begegnungsstätte geworden. Nicht nur zwischen uns und den Kunden, sondern auch zwischen den Kunden untereinander", erzählt der Steine-Liebhaber. "Ich glaube, dass die Leute spüren, wie viel Liebe und Leidenschaft wir in den Laden stecken."

Am meisten verkaufen die Ostheimers Trommelsteine. Das sind kleine, rundgeschliffene Schmucksteine. Auch sehr gefragt sind die Heilsteine. "Das hängt vor allem damit zusammen, dass verschiedene Heilpraktiker und Ärzte auf unseren Laden verweisen", erklärt er.

Über die Corona-Pause hinweg war es aber auch für ihn und seine Frau nicht leicht. Der Laden selbst hatte geschlossen. Der Online-Shop war ihre einzige Verkaufsmöglichkeit. "Ich glaube auch unsere große Geduld wird immer gut vom Kunden angenommen, vor allem, wenn Kinder mit dabei sind", erklärt Ostheimer-Pietsch, "die interessieren sich immer für alles was schön glitzert." Interessenten zeigt er auch gern seine eigenen unverkäuflichen Sammlerstücke.

Die Steine kommen aus der ganzen Welt nach Jonsdorf. "Wir haben auch Steine aus Bolivien. Die sind dann auch mal weit über zwei Milliarden Jahre alt", erzählt er stolz. Das Ehepaar findet immer wieder neue Steine auf verschiedenen Mineralien-Messen, wie zum Beispiel in München, Dresden oder Tschechien. Ostheimer-Pietschs aktueller Lieblingsstein kommt aber aus Marokko. Er besteht aus bräunlichem Quarz und Epidot, einem meist grünen nadelartigen Kristall. "Er erinnert mit seinen grünen und braunen Farben und seiner Struktur an das Zittauer Gebirge", schwärmt der Sammler.

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