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Haben Corona-Impfgegner Werbeplakat beschmiert?

Für den Großvermieter KWV aus Olbersdorf ist das der erste Schadensfall dieser Art. Und er sieht sich auch als falscher Adressat für so eine Aktion.

Eine durchgestrichene Spritze prangt seit Kurzem auf dem Werbeplakat der KWV Olbersdorf. Die Schmiererei soll zeitnah beseitigt werden.
Eine durchgestrichene Spritze prangt seit Kurzem auf dem Werbeplakat der KWV Olbersdorf. Die Schmiererei soll zeitnah beseitigt werden. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Ein Kind mit Taucherbrille lächelt mittig vom Plakat. Daneben ein jüngeres und ein älteres Paar. "Wohnungen für alle" steht darüber. Mit Motiven wie diesen wirbt die Kommunale Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Olbersdorf (KWV) schon seit rund zwei Jahren auf der Südstraße und vier anderen Stellen der Gemeinde für sich.

Doch nun ist auch eine durchgestrichene Spritze dazu gekommen. Genau unter dem Bild vom Kind. Einem Handwerker des Großvermieters fiel die Schmiererei am Dienstag auf der Südstraße auf. Daraufhin setzte er die KWV sofort darüber in Kenntnis .

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Geschäftsführer Karsten Hummel hat noch am Mittwoch Strafanzeige wegen der Sachbeschädigung gestellt. Für ihn ist das der erste Fall dieser Art. Die Täter könnten aus der Impfgegner-Szene sein. Anlass könnten die angelaufenen Impfaktionen für Kinder sein. Bei denen haben Gegner auch schon Ärger gemacht, wie kürzlich am Beruflichen Schulzentrum in Zittau. Allerdings kommen für den Geschäftsführer auch andere Gruppierungen infrage, die möglicherweise die aktuell aufgeheizte Debatte für ihre Interessen ausnutzen. Auch ein "Dummer-Jungen/Mädchen-Streich" sei nicht ausgeschlossen. Dies zu klären sei aber Aufgabe der Ermittlungsbehörden, so Karsten Hummel.

"Ganz gleich, aus welcher Ecke dies kommt, sind wir in jedem Fall der absolut falsche Adressat für derartige Botschaften", sagt Karsten Hummel zum Beschmieren des Werbeplakats. "Wir vermieten Wohnungen und können nichts für die Gesetze, denen wir genauso unterworfen sind." Er bittet daher den den Frust nicht an anderen auszulassen, sondern sich an die zu wenden, die dafür verantwortlich sind. Sachbeschädigung sei keinesfalls ein Mittel, seine Position vorzutragen.

Die Polizei ermittelt nun dazu. Sie hat seit Januar 2020 zwei weitere derartige Fälle im Revierbereich Zittau-Oberland aufgenommen, teilt Sprecherin Anja Leuschner mit. So folgte im Dezember vorigen Jahres eine Anzeige, weil Unbekannte vier Hinweisschilder zur Maskenpflicht auf dem Zittauer Markt beschädigten. Der Sachschaden betrug etwa 100 Euro. Im März 2021 ging eine weitere ein. Hier zerschnitten Unbekannte offenbar ein Plakat mit der Aufschrift "Eingang Impfzentrum" am Löbauer Impfzentrum an der Görlitzer Straße in Löbau. Der Sachschaden belief sich hier auf rund 50 Euro.

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Im Fall von Olbersdorf beziffert der Geschäftsführer diesen auf 200 bis 300 Euro - so viel wird die Reinigung kosten. Würde das Unternehmen das Plakat ersetzen, wären 1.000 Euro fällig. "Da hat ein Mieter seine Miete sozusagen umsonst bezahlt", sagt er. Die Schmiererei soll nun zeitnah beseitigt werden.

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