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Corona: Lage im Klinikum spitzt sich wieder zu

Die Zahl der Covid-Patienten in den Kliniken in Zittau und Ebersbach wächst rasant. Die Situation ist angespannter als vor einem Jahr. So sieht's derzeit aus.

Von Jana Ulbrich
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Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern in Zittau und Ebersbach wächst rasant.
Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern in Zittau und Ebersbach wächst rasant. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Im Klinikum Oberlausitzer Bergland (KOB) hat sich die Corona-Situation binnen weniger Tage dramatisch zugespitzt: An diesem Freitag sind es 38 Corona-Patienten, die an den beiden Standorten in Zittau und Ebersbach auf den Isolier- und Intensivstationen behandelt werden. Der jüngste Patient ist 44 Jahre alt. Die Lage, so heißt es aus dem Klinikum, sei deutlich angespannter als noch vor einem Jahr.

Der Grund: Die Patientenzahlen steigen deutlich schneller als in der letzten Corona-Welle. Das Klinikum sei zudem an beiden Standorten von Personalausfällen betroffen, erklärt eine Sprecherin. Erschwerend komme hinzu, dass sich neben der aktuellen Corona-Situation zurzeit auch eine parallel laufende Infektionswelle anderer Infektionskrankheiten auf die Arbeit in den Krankenhäusern auswirkt. "Besonders die Kinderstation ist mit RS-Virusinfektionen deutlich stärker gefüllt als letztes Jahr", erklärt die Sprecherin. "Personal der Kinderstationen steht deshalb auch nicht wie in der letzten Welle für die Corona-Stationen zur Verfügung."

Nahezu alle Corona-Intensiv-Patienten sind ungeimpft

Das personelle Problem: Die körperlich schwere und besondere Behandlung der Corona-Patienten bindet viermal so viel Pflegepersonal, als normalerweise auf den Stationen zur Verfügung steht. "Es werden bereits die ersten Stationen geschlossen, um Personal für die aufwendigere Versorgung der Corona-Patienten bündeln zu können", sagt die Sprecherin. "Bei weiter ansteigenden Patientenzahlen bleibt auch keine andere Wahl, als erneut geplante Behandlungen und Operationen, so weit das möglich und vertretbar ist, zu verschieben und dadurch Behandlungskapazitäten für die akut notwendige Patientenversorgung zu schaffen." Hier sei aber das Problem, dass es derzeit noch keine gesetzliche Grundlage für die Kliniken gebe, dafür entsprechende Ausgleichszahlungen zu erhalten, so wie das in der vergangenen Corona-Welle der Fall war.

Im Klinikum bereitet man sich erneut auf eine Ausnahmesituation vor, so die Sprecherin. "Diesmal wird es aber deutlich schwerer bis unmöglich, die gleiche Anzahl von Patienten wie im Winter 2020/21 behandeln zu können", sagt sie. "Wir werden bei weiter steigenden Patientenzahlen auch wieder Patienten außerhalb des Landkreises verlegen müssen", kündigt sie bereits an.

Zwei Drittel der Corona-Patienten im KOB sind nicht gegen das Virus geimpft. Auf den Intensivstationen sind nahezu alle Covid-Patienten ungeimpft. Dass auch geimpfte Patienten - vor allem ältere - ins Krankenhaus kommen, sei ein Zeichen, dass der Impfschutz nachlasse und Auffrischungs-Impfungen sehr wichtig seien.

"Wir stellen aber auf jeden Fall fest, dass die Impfung vor schweren Verläufen schützt", sagt die Sprecherin. "Wir können nur dringend appellieren, sich impfen zu lassen." Und hinsichtlich der inzwischen wieder eingetretenen "schwerwiegenden pandemischen Lage" sagt sie: "Wir appellieren an alle, alle notwendigen Regeln einzuhalten, die zur Vermeidung einer weiteren Infektionsausbreitung beitragen."

CoronaCast zur aktuellen Lage: In der am 3. November erschienen Folge des CoronaCast schildert der Dresdner Virologe Alexander Dalpke die Lage, und wieso die nächsten Wochen entscheidend werden können. Die komplette Folge hören Sie über den hier eingebetteten Player. Mehr zum Thema in diesem Artikel: "Die Dynamik ist stärker als bei früheren Coronawellen"