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Zittauer Tierpark will Test-Pflicht abschaffen

Trotz Öffnung kommen kaum Besucher. Schuld sind die Corona-Regeln. Nun gibt's einen Brief an Michael Kretschmer - mit einer klaren Forderung.

Besucher würden täglich die Sinnhaftigkeit des Tests infrage stellen, sagt Tierpark-Direktor Andreas Steigemann. Das sei eine enorme und fast nicht zumutbare Belastung.
Besucher würden täglich die Sinnhaftigkeit des Tests infrage stellen, sagt Tierpark-Direktor Andreas Steigemann. Das sei eine enorme und fast nicht zumutbare Belastung. © Matthias Weber/Rafael Sampedro/SZ-Montage

Jeden Tag müssen sich Andreas Stegemann und seine Mitarbeiter vom Tierpark Zittau mit Besuchern auseinandersetzen, die den Sinn der Corona-Tests infrage stellen. Das stelle eine enorme und fast nicht zumutbare Belastung dar, meinte der Direktor.

Dabei ist das nur eine der Folgen, die mit den Corona-Maßnahmen einhergehen. Zwar dürfen die Tierparks und Zoos seit Ostern unabhängig von Inzidenzen öffnen, doch das ist für Besucher eben mit der Pflicht zu einem negativen Corona-Test verbunden. Die Einführung stelle eine große organisatorische und wirtschaftliche Herausforderung dar, schreibt Präsident Gert Emmrich von der Deutschen Tierpark Gesellschaft auch im Namen der Zittauer an Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer in einem offenen Brief. Und viele potentielle Gäste würden durch den hohen Aufwand abgehalten.

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So haben Tierparks und Zoos wie in Zittau massive Einbrüche der Besucherzahlen um etwa 70 bis 80 Prozent zu beklagen, im Vergleich zur Wiedereröffnung nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020. Schon damals musste diese auf 50 Prozent und mehr reduziert werden. Mit der kürzlich bundesweit beschlossenen Notbremse gingen die Zahlen nochmals erheblich zurück. Und dass die Besucher das Ergebnis des Tests nicht mehr selbst dokumentieren dürfen, hat die Lager erneut verschärft. Selbst ein Testzentrum in unmittelbarer Nähe bringe in der Regel nur wenig, so der Präsident. Trotz Einnahmen seien die Mehrkosten immens und könnten unter den genannten Bedingungen kaum oder gar nicht gedeckt werden. Als Saisonbetriebe stünden Tierparks und Zoos mitten in der Hauptsaison, in der eigentlich das Geld für den Großteil des Jahres erwirtschaftet werden müsse. "Wir haben aktuell kaum eine Chance, unsere Kosten wenigstens zu decken, da nicht ausreichend Besucher kommen." Täglich steigen die Verluste. "Diese Situation kommt einem Zoosterben auf Raten gleich."

Gert Emmrich weist auf die wichtige soziale Ausgleichs- und Erholungsfunktion der Einrichtungen für Kinder und Familien hin, der sie nachkommen wollen - um damit die Pandemie-Bekämpfung und ihre Folgen zu unterstützen. Tierparks und Zoos seien mit ihren bewährten Hygienekonzepten, viel Platz an der frischen Luft und damit anerkannt äußerst geringem Infektionsrisiko keine Pandemietreiber, meint der Präsident. Die damit verbundene Forderung: In die neue Verordnung soll die Testpflicht bei einer Inzidenz unter 100 gestrichen werden.

Andreas Stegemann und seine Mitarbeiter schließen sich den Worten vollumfänglich an und haben sich vorerst etwas anderes überlegt. Sie bieten ab Sonnabend die Möglichkeit an, den mitgebrachten Selbsttest vor Ort durchzuführen. "Um trotzdem so vielen wie möglich die Gelegenheit zu bieten, über Pfingsten und darüber hinaus unserem Tierpark einen Besuch abzustatten", sagt der Direktor.

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