merken
PLUS Löbau

Corona: Ex-Pfarrer trompetet für andere

Klaus Biedermann spielt fünf Tage die Woche für die Bewohner der Diakonie in Herrnhut. Selbst zu seinem 80. Geburtstag hat er sich das nicht nehmen lassen.

Klaus Biedermann und seine Mitstreiterinnen bringen seit einem Jahr regelmäßig Ständchen in Herrnhut.
Klaus Biedermann und seine Mitstreiterinnen bringen seit einem Jahr regelmäßig Ständchen in Herrnhut. © Diakonie Herrnhut

Obwohl Klaus Biedermann schon längst im Ruhestand ist, engagiert sich der ehemalige Pfarrer auf die verschiedenste Weise für seine Mitmenschen. Gemeinsam mit seiner Frau Christiane hielt er unter anderem regelmäßig Andachten für die Bewohner der Pflegeeinrichtungen der Herrnhuter Diakonie, sang mit ihnen oder organisierte gesellige Nachmittage. Doch mit Beginn der Corona-Pandemie war das alles nicht mehr möglich und wie viele andere hatten auch die Bewohner im Anna-Nitschmann-Haus urplötzlich kaum noch Kontakt zur Außenwelt.

Diesen Umstand wollte Klaus Biedermann nicht hinnehmen. Um ihnen trotz allem ein wenig Freude zu bringen, stellte sich der Vater von dreizehn Kindern mit seiner Frau Christiane und einer Nachbarin eben vor das Haus. Von dort brachten sie ihnen an fünf Tagen in der Woche gemeinsame Ständchen auf ihren Blasinstrumenten.

Familie und Kinder
Familienzeit auf sächsische.de
Familienzeit auf sächsische.de

Sie suchen eine Freizeitplanung oder Erziehungsrat? Wir unterstützen Sie mit Neuigkeiten sowie Tipps und Tricks Ihren Familienalltag zu versüßen.

Aus dieser Idee wurde sehr bald eine kleine Tradition, schreibt sein Sohn Johannes. So kommt es, dass die Senioren und nicht zuletzt auch die Herrnhuter seit über einem Jahr fünfmal in der Woche verschiedene Kirchenlieder und –choräle hören. Als ob das noch nicht reichen würde, spielen Klaus Biedermann und seine Frau zusätzlich einmal in der Woche im Herrnhuter Posaunenchor vor dem Herrnhuter Hospiz beziehungsweise dem Altenheim.

Bewohner warten schon drauf

Dessen Bewohner freuen sich über diese musikalischen Einlagen und warten mittlerweile schon darauf. Als sein Vater seinen Impftermin im Anna-Nitschmann-Haus wahrnahm, wurde er dann auch sofort gefragt, ob man sein Ständchen etwa verpasst habe, schreibt der Sohn. Das zeige ihm, dass diese zu einem liebgewordenen Ritual geworden sind.

Klaus Biedermann ließ sich auch durch nichts von dieser Gewohnheit abbringen. Sogar im Winter blieb er dabei, selbst als er dafür ab und zu seine Trompete zusammen mit einer Wärmflasche in eine Tüte packen und ein Loch für den Schalltrichter hineinschneiden musste. Sonst wäre sie bei den dieses Jahr herrschenden Minusgraden eingefroren und das Spielen unmöglich geworden.

Der ehemalige Pfarrer wollte seine Zuhörer eben nicht im Stich lassen. So war es auch ganz und gar nicht verwunderlich, dass er sogar am Dienstag an seinem 80. Geburtstag vor dem Altenpflegeheim stand. Dafür sind ihm nicht nur die Bewohner und Mitarbeiter des Hauses dankbar, sondern die gesamte Stiftung Herrnhuter Diakonie, schreibt der Theologische Vorstand Diakon Volker Krolzik. Sie alle wünschen ihm auch für sein neues Lebensjahr Gottes Segen.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Sie wollen die wichtigsten Nachrichten aus Löbau und/oder Zittau direkt aufs Smartphone gesendet bekommen? Dann melden Sie sich für Push-Nachrichten an.

Weiterführende Artikel

Alle Infos zum Coronavirus im Kreis Görlitz

Alle Infos zum Coronavirus im Kreis Görlitz

Infektionszahlen, Polizeikontrollen und die Auswirkungen auf das Leben der Bewohner: Aktuelle Geschichten und Entwicklungen dazu sind hier zu lesen.

Sie wollen schon früh wissen, was gerade zwischen Oppach und Ostritz, Zittauer Gebirge und A4 passiert? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter "Löbau-Zittau kompakt".

Wer uns auf Social Media folgen will:

Sie haben Hinweise, Kritik oder Lob? Dann schreiben Sie uns per E-Mail an [email protected]ächsische.de oder [email protected]ächsische.de

Mehr zum Thema Löbau