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Politiker kritisieren "Hausbesuch" beim MP

Dass Kritiker der Corona-Maßnahmen Michael Kretschmer im Zittauer Gebirge aufsuchen, geht den Vorsitzenden von SPD, Grünen und Linken zu weit.

Michael Kretschmer hat am Sonntag Besuch von Kritikern der Corona-Maßnahmen an seinem Wohnsitz in Waltersdorf bekommen, wo er ein Umgebindehaus besitzt. Er ließ sich auf ein Gespräch ein.
Michael Kretschmer hat am Sonntag Besuch von Kritikern der Corona-Maßnahmen an seinem Wohnsitz in Waltersdorf bekommen, wo er ein Umgebindehaus besitzt. Er ließ sich auf ein Gespräch ein. © Rafael Sampedro

Politiker von SPD, Grünen und Linken haben den Protest vor dem Privathaus von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kritisiert. Der Vorsitzende der SPD Sachsen, Martin Duhlig, bezeichnete diese Form der Auseinandersatzung als "unakzeptabel". "Das ist eine Bedrohung, wenn das in die Privatsphäre geht. Das ist Gewalt", sagte der SPD-Politiker "MDR aktuell". Er denke insbesondere an die Familien.

Am Sonntagmorgen hatte eine Gruppe von etwa 30 Menschen vor Kretschmers Privatgrundstück in Großschönau gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Nachdem der Landeschef mit den etwa 30 Menschen am Gartenzaun gesprochen hatte, endete die Debatte nach etwa 15 Minuten und alle Personen verließen den Ort, wie die Polizei am Sonntag mitgeteilt hatte. Die Aktion löste heftige Diskussionen aus.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen in Sachsen, Franziska Schubert, sprach von einem Tabubruch. Dabei gehe es nicht nur um das bloße Eindringen in den privaten Raum eines Politikers, sondern auch um das gesendete Signal und die Verbreitung in den sozialen Medien. "Das ist eine Bedrohungssituation, die was macht, wenn man selber politisch
aktiv ist und die auch Menschen zukünftig wahrscheinlich noch stärker darüber nachdenken lässt, ob sie in diese Verantwortung gehen", sagte die Grünen-Politikerin "MDR aktuell".

Der Fraktionsvorsitzende der Sächsischen Linken, Rico Gebhardt, schloss sich der Kritik an. Er sprach von einer Grenzüberschreitung. Dass sich Kretschmer überhaupt auf das Gespräch eingelassen habe, sieht der Linken-Politiker jedoch kritisch. "MDR aktuell" sagte er: "Ich glaube tatsächlich, dass man bestimmten Personen ab einer bestimmten Stelle dann sagen muss: 'Bis hierher und nicht weiter'." (dpa)

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