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Corona: Weitreichende Folgen für Schüler

20 Zittauer Gymnasiasten sitzen seit Freitag in Quarantäne. Der Schulleiter befürchtet einen Domino-Effekt - und macht sich Sorgen um das Klima an der Schule.

Am Zittauer Christian-Weise-Gymnasium sind drei Schüler positiv auf das Corona-Virus getestet worden.
Am Zittauer Christian-Weise-Gymnasium sind drei Schüler positiv auf das Corona-Virus getestet worden. ©  Matthias Weber (Archiv)

Am schlimmsten trifft es gerade die Zwölfer: Die Schüler, die jetzt zu Hause sitzen,  können die anstehenden Klausuren nicht mitschreiben. "Das ist für die Betroffenen ganz bitter", weiß Ingo Elmenthaler. "Eine fehlende Klausur kann sich ja ganz schnell auf die Abiturnoten auswirken", sagt der Schulleiter des Zittauer Christian-Weise-Gymnasiums. Und gerade in dieser und der nächsten Woche stünden gleich mehrere Klausuren auf dem Plan.

Für mindestens 20 Schüler des CWG, so die Angabe de Schulleiters, hat das Gesundheitsamt am vergangenen Freitag Quarantäne verordnet. Drei Schüler aus drei Klassenstufen sind positiv auf das Virus getestet worden. Als Kontaktpersonen müssen nun aber nicht mehr die Schüler der ganzen Klasse zwei Wochen lang zu Hause bleiben, sondern nur noch diejenigen Mitschüler, die unmittelbar neben den Infizierten gesessen haben.

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Schon diese neue Entscheidung des Görlitzer Gesundheitsamts sorgt an der Schule für Unsicherheit und einigermaßen Verwirrung: "Niemand hat uns erklärt, wie das nun begründet wird", ärgert sich Elmenthaler. "Wie kommt diese neue Strategie zustande? Das würden wir schon gerne wissen wollen."

Ingo Elmenthaler, der Schulleiter des Zittauer Christian-Weise-Gymnasiums, befürchtet einen Domino-Effekt. 20 Schüler aus drei Klassenstufen müssen zu Hause in Quarantäne bleiben.
Ingo Elmenthaler, der Schulleiter des Zittauer Christian-Weise-Gymnasiums, befürchtet einen Domino-Effekt. 20 Schüler aus drei Klassenstufen müssen zu Hause in Quarantäne bleiben. © Matthias Weber/photoweber.de

Überhaupt, sagt der Schulleiter, bringe die gegenwärtige Situation für ihn mehr Fragen als Antworten: "Da ist einerseits diese Alarmhaltung, die uns über die Medien jeden Tag mit neuen, steigenden Zahlen bombardiert - auf der anderen Seite fehlt aber ein stringentes und nachvollziehbares Handlungskonzept", sagt er. Es könne doch nicht sein, dass in solchen Fällen für jede Schule anders entschieden werde, so Elmenthaler. Auch den Eltern sei das schwer vermittelbar.

Inzwischen sorgt sich der Schulleiter auch um das Klima an der Schule: "Die Meinungen über die Quarantänemaßnahmen, die das Gesundheitsamt festgelegt hat, sind sehr geteilt", sagt der Schulleiter. Einige Eltern finden sie übertrieben, fordern sogar das Ende der Maskenpflicht, anderen gehen sie nicht weit genug. Hinzu kommt, dass die Schüler, die in Quarantäne sitzen müssen, nun Nachteile gegenüber den Klassenkameraden haben, die weiter in die Schule gehen dürfen.

Und Ingo Elmenthaler sorgt sich um die drei Schüler, die positiv auf das Corona-Virus getestet wurden - und nun unfreiwillig zum Auslöser der Quarantäne-Maßnahmen am Gymnasium geworden sind. "Die Namen sind an der Schule ja schnell bekannt gewesen", sagt der Schulleiter. "Aber die drei können ja auch nichts dafür." 

Keine Rückkehr zur Normalität

Von einer Rückkehr zu einem normalen Schulalltag könne längst noch keine Rede sein, sagt der Schulleiter. "Wir haben ein Hygienekonzept und tun, was wir können", fügt er hinzu. Aber auch eine Maskenpflicht im ganzen Haus, regelmäßiges Händedesinfizieren und Stoßlüften in den Klassenräumen könne nicht verhindern, dass Schüler zu Hause bleiben müssen - wie im aktuellen Fall.

Ingo Elmenthaler befürchtet auch einen Domino-Effekt: "Die Schüler haben auch im Umfeld Kontakt und in den Familien", sagt er. "Es zeigt sich ja an vielen Beispielen, wie schnell das Virus weitergetragen werden kann." Schlimmstenfalls werde das auch wieder Lernzeit zu Hause für alle bedeuten.

Das Gesundheitsamt verweist auf die Frage, nach welchen Kriterien Kontaktpersonen ermittelt - und auch getestet - werden, auf das Robert-Koch-Institut (RKI). Man halte sich bei den Festlegungen an das, was vom RKI empfohlen wird, heißt es aus der Pressestelle des Landkreises. Insgesamt sind nach Angaben des Gesundheitsamtes bisher elf Schüler und ein Lehrer des CWG getestet worden.

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