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Corona: Was macht die Tanzschule?

Die Häuser von Karina Matzke-Burghart und Thomas Matzke in Görlitz und Zittau haben geschlossen, die Einnahmen fehlen. Die Mitglieder helfen aus - freiwillig.

Karina Matzke-Burghart und Thomas Matzke haben 2014 das 20-jährige Bestehen ihrer Tanzschulen gefeiert.
Karina Matzke-Burghart und Thomas Matzke haben 2014 das 20-jährige Bestehen ihrer Tanzschulen gefeiert. © Nikolai Schmidt (Archiv)

Karina Matzke-Burghart, ihr Mann Thomas Matzke und ihre sechs Mitarbeiter stehen in diesem Jahr ziemlich oft vor der Kamera. Dann nehmen sie einfache und komplizierte Tanzfiguren, peppige Zumbaworkshops oder Kindertänze auf. Und sie haben es sich nicht nehmen lassen, eine komplette Weihnachtsshow mit echten Stars und tollen Einlagen auf die Beine zu stellen und auf Video zu bannen. Sie soll wenigstens ein kleiner Ersatz für die corona-bedingt ausfallenden Weihnachtsfeiern der beiden Tanzschulen Burghart in Zittau und Matzke in Görlitz und Niesky sein. Diese Videos seien derzeit die einzige Möglichkeit, mit ihren Tanzschülern in Kontakt zu bleiben, sagt die Chefin der Zittauer Tanzschule. Sie hoffen alle, dass ihren Tanzschülern diese Videos gefallen.

Dabei wissen sie, dass besonders viele ihrer Clubmitglieder nicht nur zum Tanzen an sich zu ihnen kommen. Sie freuen sich auch auf schöne Stunden in netter Gesellschaft, darauf sich miteinander zu unterhalten und gemeinsam zu lachen. Gerade das mache eine Tanzschule aus, sagt Karina Matzke-Burghart. Diese größte Stärke sei in Corona-Zeiten jedoch gleichzeitig ihre größte Schwäche. Beim Tanzen komme man sich naturgemäß nahe, aber es solle niemand gefährdet werden - auch wenn sie bis zur erneuten Schließung zu den Herbstferien nicht einen positiven Fall hatten. So setzen sie und ihr Mann selbstverständlich die getroffenen Corona-Maßnahmen um.

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Stattdessen halten die beiden den Kontakt aus der Ferne per E-Mail, Youtube und Instagram. Damit erreichen sie an beiden Tanzschulen allein über 2.500 Clubmitglieder. Das ist ein bunt gemischtes Völkchen zwischen vier und 85 Jahren, von denen etwa die Hälfte Erwachsene mit den unterschiedlichsten Berufen sind und aus dem gesamten Altkreis Löbau-Zittau, aus Görlitz und Niesky kommen. Hinzu kommen noch Paare, die einen Anfänger-, Fortgeschrittenen- oder Medaillenkurs beziehungsweise die Jugendlichen, die gerade Tanzstunde machen.

Unglaublich viele von ihnen würden sich jetzt für ihre Tanzschulen stark machen. "Sie sind fantastisch, wir haben wirklich das Gefühl, Teil einer großen Tanzfamilie zu sein", sagt Karina Matzke-Burghart. Was sie, ihr Mann und ihr Team seit dem Frühjahr an Solidarität und Loyalität erleben, berühre sie sehr. Sie bekämen viele Rückmeldungen, in denen die Leute ihnen Mut zusprechen, nette Worte senden und auch praktische Hilfe anbieten.

"Durch die Schließungen hatten wir bereits im Frühjahr keine Einnahmen mehr, aber trotzdem laufende Kosten", sagt sie. Die staatliche Hilfe war nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Daher baten sie ihre Tanzschüler in dieser Zeit um den sogenannten Ruhebeitrag. Der ist eigentlich für Ausfallzeiten wie bei einer längeren Krankheit gedacht und sollte nun wenigstens einen Teil der Kosten tragen helfen. Die Reaktion darauf sei überwältigend gewesen, sagt die Zittauer Tanzlehrerin. Viele hätten damals wie selbstverständlich diesen Ruhebeitrag gezahlt und es habe nicht wenige gegeben, die sogar mehr gaben. Das sei teils bis zum Doppelten des normalen Monatsbeitrages gewesen.

Beim zweiten Lockdown im November wurden dann sehr großzügige Staatshilfen angekündigt. Karina Matzke-Burghart und ihr Mann Thomas betonen, dass das ein sehr faires Angebot sei. Doch praktisch konnten diese Hilfen erst am Ende des Monats November beantragt werden und das Geld kommt frühestens im Januar. Zudem könnte es durchaus passieren, dass der Antrag abgelehnt wird. Dass wissen sie frühestens im Januar. Doch die Tanzschulen brauchen die Unterstützung sofort, denn ihre Kosten laufen ja weiter. Dieses Mal wurde für November und Dezember auch kein Ruhebeitrag von den Tanzclubmitgliedern verlangt, deshalb hoffen beide auf einen positiven Bescheid, wobei Dezember auch noch nicht beantragt werden kann.

Generell hilft jede freiwillige Zahlung der Mitglieder vor allem dabei, ihre sechs festen Mitarbeiter zu unterstützen. Die beiden Chefs sind überzeugt, dass es für ihre Betriebe eine Zukunft gibt und wollen dann mit all ihren Tanzlehrern und Büromitarbeitern nach Corona wieder durchstarten. Daher verwenden sie das gesamte Geld aus freiwilligen Beiträgen für ihre festen Mitarbeiter und stocken damit deren Kurzarbeitergeld auf. Wenn es dann hoffentlich im März oder April wieder weitergehen kann, hätten sie alle viel zu tun.

Auch die gestarteten Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene fielen mitten im Oktober plötzlich aus und sollen zu Ende geführt werden. Wenn es möglich ist, würden sie dann auch gern die im Herbst ausgefallenen Abschlussbälle nachholen. Daneben hoffen sie natürlich, dass sich auch wieder neue Leute fürs Tanzen begeistern und Kurse buchen. Nicht zuletzt wollen ja auch die treuen Clubmitglieder neue Figuren lernen oder die alten reaktivieren. Bis es aber soweit ist, können sie sich noch auf etliche Videos freuen. Das Team der Tanzschulen in Zittau, Görlitz und Niesky hat deutlich über 300 Videos aufgenommen und will sie nach und nach online stellen.

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