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Positiv getestet - und keiner weiß es?

In Zittau gibt es immer mehr Corona-Fälle. Mancher fühlt sich von betroffenen Einrichtungen nicht ausreichend informiert.

© Archivfoto: Matthias Weber/photoweber.de

Wird über positive Corona-Fälle zu wenig informiert? Das behaupten in den vergangenen Tagen mehrere Leser gegenüber der SZ. Nun gerät auch der Zittauer Jugendtreffpunkt "Cafe X" in der Böhmischen Straße in die Kritik. Dort soll, so die Behauptung eines Lesers, eine Mitarbeiterin positiv auf Corona getestet worden sein. Angeblich wurden die anderen Mitarbeiter sowie Familien der Kinder und Jugendlichen nicht ausreichend darüber informiert. Der Arbeitsablauf habe unverändert stattgefunden.

Wie der Leser weiter an die SZ schreibt, habe die betroffene Mitarbeiterin mehrere Wochen mit Erkältungssymptomen das Jugendcafé, das vom Deutschen Kinderschutzbund (DKSB) Zittau betrieben wird, betreut. In dieser Zeit habe sie Kontakt mit vielen Angestellten und dem Laufpublikum gehabt. Die betroffene Mitarbeiterin wurde laut Aussage des Lesers erst durch das Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt.

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Bisher kein positiver Fall bekannt

Soll da etwas unter den Teppich gekehrt werden, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Nein, stellt Daniel Beckert vom DKSB-Vorstand klar. Nach seinem Kenntnisstand habe niemand die Einrichtungen des Kinderschutzbundes betreten, der sich im Nachgang als Corona-positiv entpuppt hat. "Bislang ist uns nichts in dieser Richtung bekannt", erklärt er im Namen des Vorstandes. Beckert hält es für ausgeschlossen, dass eine Mitarbeiterin mit einschlägigen Symptomen weiter ihrer Arbeit nachgegangen sein soll. Aus diesem Grund sei es auch nicht erforderlich gewesen, Kontaktpersonen dem Gesundheitsamt zu übermitteln.

Gleichzeitig müsse beachtet werden, so Beckert, dass dem Arbeitgeber gegenüber nicht zwangsläufig eine Meldepflicht seitens eines positiv getesteten Arbeitnehmers besteht. "Solange die Infektion im privaten Bereich erfolgte und unmittelbar anschließend eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt wird, besteht für den Arbeitgeber kein Anlass und auch keine rechtliche Möglichkeit zur Prüfung einer Infektion", erklärt der DKSB-Vorstand. Das heißt, selbst wenn sich eine Mitarbeiterin mit dem Coronavirus angesteckt hat, kann sie ihren Arbeitgeber darüber freiwillig informieren.

Daniel Beckert fügt noch hinzu: "Ein Eingreifen durch uns ist erst dann erforderlich, wenn uns bekannt werden sollte, dass ein Arbeitnehmer nach Infizierung noch arbeitsbezogene Kontakte hatte. Dies ist aber bislang nicht der Fall."

Der Kinderschutzbund verweist darauf, dass es sehr strenge Regeln und Vorgaben zu Corona gebe. Zudem stehe der DKSB im ständigen Kontakt mit dem Jugend- und Gesundheitsamt. "Es gibt für jeden Bereich kleinteilige Hygienekonzepte und Verfahrensregeln", betont Daniel Beckert. "Das ist in der Jugendhilfe recht intensiv geregelt und wir sind als Verein durch die Landesverbände gut betreut."

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