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Dreiländereck-Brücke: Hradek droht mit Rückzug

Hradeks Bürgermeister Josef Horinka hat die neuen Pläne für die Brücke dem Zittauer Stadtrat vorgestellt. Sie würde deutlich billiger als die Vorgänger-Variante.

Das ist einer der Entwürfe für die Brücke am Dreiländereck bei Zittau.
Das ist einer der Entwürfe für die Brücke am Dreiländereck bei Zittau. © Valbek

Der Zittauer Stadtrat hat keine eindeutige Position zu den neuen Entwürfen für die Dreiländereck-Brücke. Das ist am Donnerstag während seiner Sitzung klar geworden, nach dem Hradeks (Grottaus) Bürgermeister Josef Horinka und ein Vertreter des Architekturbüros Valbek aus Liberec (Reichenberg) die drei zur Diskussion stehenden Varianten der einfacheren Neißequerung, die nur Tschechien und Deutschland verbindet, vorgestellt hatten.

Zur Auswahl stehen eine ganz einfache Brücke, eine, die an zwei Stahlbögen hängt und für die sich Hradek ausspricht, und eine, die an Pylonen aufgehängt ist. Die Entwürfe sind aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangen. Auftrag war, eine Brücke zu entwerfen, die nur die zwei Länder verbindet, langlebig, einfach konstruiert und damit billiger als die Vorgängermodelle ist, sich in die Umgebung einpasst und allen Hochwasserschutz-Forderungen entspricht. Das Architekturbüro geht davon aus, dass die Brücke - je nachdem, welche ausgewählt würde - 720.000 bis 800.000 Euro kostet.

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Horinka warb für die neuen Varianten. Er sei mit Demut nach Zittau gekommen und wisse, dass eine Brücke, die nur zwei statt wie bisher vorgesehen alle drei Länder verbindet, viele Kritiker habe, sagte er. Es sei nie die Absicht gewesen, einen Partner auszuschließen. Aber zwischen Tschechien und Polen gibt es schon eine Holzbrücke und angesichts der Probleme mit der dreiseitigen Brücke wäre eine binationale Lösung wenigstens ein Fortschritt bei der Aufwertung des Dreiländerecks. Horinka machte kein Hehl daraus, dass auch er angesichts der Symbolik lieber eine echte Dreiländerbrücke haben und eine Ablehnung der neuen Variante durch die Zittauer verstehen würde. "Ich akzeptiere Ihre Entscheidung", sagte er. Sollte Zittau aber tatsächlich ablehnen, würde das mit den Fördermittelgebern besprochene Projekt um Jahre zurückgeworfen. In diesem Fall gebe Hradek den Hut für die Umsetzung des Projekts ab, kündigte er an.

Jörg Domsgen, Fraktionschef der AfD, machte noch einmal klar, dass er gegen die neue Variante ist, weil sie der Symbolik des Dreiländerecks nicht gerecht wird und die polnischen Partner ausschließt. Zkm und Linke dagegen hätten zwar auch lieber die dreiseitige Lösung, würden aber der neuen Variante zustimmen. "Lieber einen kleinen Schritt als keinen gehen", begründete Zkm-Fraktionschef Thomas Schwitzky das. OB Thomas Zenker (Zkm) unterstützt diese Sichtweise und deutete an, dass man auch andere Symbole am Dreiländereck schaffen könnte. Darüber hinaus gibt es die Hoffnung, dass später ein Arm Richtung Polen an die Brücke angebaut werden könnte.

Der von Horinka erhoffte Beschluss über die neue Variante war aber gar nicht vorgesehen. Zuvor muss die Petition eines Zittauers behandelt werden, der wegen der Symbolik den Bau einer dreiseitigen Brücke fordert. Zittau will darüber nicht allein entscheiden und hat das Thema an den Rat des Kleinen Dreiecks, in dem Hradek, Bogatynia (Reichenau) und Zittau ihre Anliegen besprechen, verwiesen.

Die Partner arbeiten inzwischen seit 17 Jahren an dem Projekt. Unter anderem wegen der unterschiedlichen Bau- und Wasservorschriften in den drei Ländern ist es bisher nicht zum Bau der dreiseitigen Variante gekommen. Zudem waren die Entwürfe immer teurer und größer geworden, sodass Polen und Tschechen die Reißleine gezogen hatten.

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