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Ein pandemischer Marathon

Corona stellt auch die Hochschule Zittau/Görlitz vor Herausforderungen. Die wurden gut gemeistert, findet der Rektor - und sagt nun Danke.

Im aktuellen Sommersemester soll es auch wieder Präsenzveranstaltungen an der Hochschule Zittau/Görlitz geben.
Im aktuellen Sommersemester soll es auch wieder Präsenzveranstaltungen an der Hochschule Zittau/Görlitz geben. © Foto: Hochschule Zittau/Görlitz

So sieht die Corona-Pandemie in "nackten" Zahlen aus: Fast 16.000 Infizierte im Kreis Görlitz, knapp 1.000 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung. Die Herausforderungen, vor denen viele aufgrund der Krise und der damit verbundenen Schutzmaßnahmen standen, werden anhand dieser Zahlen nicht deutlich.

Corona stellte auch die Hochschule Zittau/Görlitz vor Probleme. So musste die Lehre in kurzer Zeit von Präsenz- auf Online-Veranstaltungen umgestellt werden. Die eigenen Server waren dafür nicht ausgerüstet. Während Dozenten, Studenten und Mitarbeiter anfangs andere Video-Systeme nutzten, fuhr die Hochschule parallel die eigenen Reserven hoch, um Online-Lehre in größerem Umfang zu ermöglichen.

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Kameras, Laptops und Kopfhörer mussten ebenfalls besorgt werden - was nicht immer einfach war. "Headsets waren lange nicht lieferbar", sagt Rektor Professor Alexander Kratzsch. Zudem nutzten Lieferanten die Krise aus: höhere Nachfrage = höhere Preise. Ein Trick half: Die Ausrüstung wurde privat online bestellt. "So wurden die Preise durch die Bestellung größerer Mengen nicht nach oben getrieben", sagt der Hochschulchef.

Der Studentenrat half seinerseits bei der Beschaffung von Masken. 2.000 Stück kaufte die studentische Vertretung und stellte sie der Hochschule zur Verfügung. Vor Kurzem wurden noch mal 3.000 Exemplare über das Wissenschaftsministerium geordert. "Wir brauchen sie für die Präsenz-Prüfungen", erklärt Professor Kratzsch.

Rektor sagt im Video Danke

2020 sei für die Hochschule auch ein finanziell angespanntes Jahr gewesen. Denn nicht alle Ausgaben erstattete der Freistaat. Professor Kratzsch ist Kanzlerin Karin Hollstein dankbar, die die Bildungsstätte so gut durch diese Situation geführt habe.

Der Rektor bedankt sich auch bei allen, die die Einschränkungen mitgetragen haben. Dafür wurde ein eigenes Video "Wir sagen Danke" gedreht. Und die Einschränkungen sind nicht zu Ende. "Wir befinden uns in einem pandemischen Marathon", findet Kratzsch. Dass der Hochschulbetrieb am Laufen gehalten wurde, sei auch den Mitarbeitern in den Krankenhäusern, der Pflege, den Verwaltungen oder dem Handel zu verdanken, steht für den Rektor fest.

Hochschulmitarbeiter unterstützten ihrerseits auch andere. Drei Angestellte sind in den Gesundheitsämtern in Zittau, Görlitz und Bautzen tätig, um bei der Nachverfolgung von Infektionsketten zu helfen. Ihr Einsatz, der Anfang Januar begann, sollte bis Ende März dauern, wird nun aber bis Ende Juni verlängert.

Darüber hinaus half eine Mitarbeiterin aus Görlitz, die selbst Pflegeschwester ist und an der Hochschule den neuen Studiengang Pflegewissenschaften aufbaut, in der Pflege.

Wieder mehr Seminare vor Ort

Im Sommersemester bietet die Hochschule wieder Präsenz-Veranstaltungen, also Seminare und Vorlesungen vor Ort, an. Das Verhältnis Präsenz zu Online soll bei 60:40 liegen. "Derzeit haben wir noch mehr Online-Angebote", erklärt der Rektor. Auch im Wintersemester setzte die Hochschule Zittau/Görlitz - im Gegensatz zu großen Unis in Dresden und Leipzig - wieder verstärkt auf Seminare und Vorlesungen vor Ort. Bis kurz vor Weihnachten sei das möglich gewesen, im Januar gab es dann wegen des Lockdowns nur Online-Veranstaltungen.

Bei den Präsenz-Veranstaltungen gab es laut dem Rektor nur einen einzigen positiven Corona-Fall. Andere Teilnehmer steckten sich seines Wissens nach nicht an. Auch deshalb hält er diese Form der Lehre für sicher und will sie nun wieder anbieten.

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