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Zittau

Steht der "Grenzquell" vor neuer Zukunft?

Der Eigentümer vom Rathausplatz 12 in Zittau plant einen Abriss und Reparaturen. Und ist mit potenziellen neuen Mietern im Gespräch.

Was ist im früheren "Grenzquell" los? Diese Frage stellen sich zunehmend die Zittauer.
Was ist im früheren "Grenzquell" los? Diese Frage stellen sich zunehmend die Zittauer. © Matthias Weber/photoweber.de

Einladend ist der Blick ins Schaufenster des früheren "Grenzquell" nicht gerade. Links unter der Aufschrift "Syrische Lebensmittel" ist ein leerer Coca-Cola-Getränkeautomat zu sehen, auf der rechten Seite steht ein kaputter Schrank mit einem kleinen Schreibtisch. Der Papierkorb schaut so aus, als wäre er schon lange nicht mehr geleert worden. Die kleinen Aushänge im Schaufenster sind bereits verblichen, ein Plakat wirbt für eine Veranstaltung im September 2020.

Eigentlich gibt es in dem kleinen Geschäft am Zittauer Rathausplatz syrische Lebensmittel - so wie es die Aufschrift auf dem Schaufenster verkündet. Der Eigentümer des Hauses Rathausplatz 12 erklärt auf SZ-Nachfrage, dass das Mietverhältnis mit dem syrischen Händler nicht mehr besteht. Fragt man den Händler selbst, behauptet dieser, dass es den Laden noch gibt. Doch verkauft wurde hier schon seit Monaten nichts mehr, geschweige denn ein Verkäufer gesehen. Dabei hätte der Betrieb hier während der gesamten Corona-Pandemie weiterlaufen können - für Lebensmittelgeschäfte gab es keinen Lockdown.

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Ende 2019 hatte Omar Elmuhamad seinen syrischen Laden im Rathausplatz 12 eröffnet, nachdem er zuvor an zwei anderen Standorten das Geschäft schließen musste. Nachdem er erst in dem linken, kleineren Laden seine Waren anbot, brachte er die Nebenräume auf Vordermann, um danach in das mittlere Geschäft zu ziehen. Seitdem ist das Geschäft aber nie richtig angelaufen. Außer ein paar vereinzelten Lebensmitteln herrscht inzwischen in der langen Regalreihe gähnende Leere.

Omar Elmuhamad in seinem Lebensmittelladen am Zittauer Rathausplatz.
Omar Elmuhamad in seinem Lebensmittelladen am Zittauer Rathausplatz. ©  Archivfoto: Matthias Weber

Abbruch von Schuppen geplant

Vielleicht kehrt ja bald wieder Leben in den Verkaufsraum. Nach Aussage des Eigentümers, der nicht namentlich genannt werden will, gebe es Interessenten, die die Ladenräume wieder nutzen wollen. Er sei zuversichtlich, dass es zum Abschluss eines Mietvertrages komme. Zuvor müssen aber noch einige Reparaturen am Haus vorgenommen werden. Die Ladenräume selbst sollen dann die neuen Mieter in Eigenregie herrichten - so wie es auch schon Omar Elmuhamad getan hat.

Der Eigentümer plant zuvor aber noch Abbruch- und Sicherungsarbeiten an den hinteren Gebäudeteilen. Schon vor einigen Wochen gab es Aktivitäten im Innenhof, damals wurde das Hoftor erneuert. Es hatte Beschwerden gegeben, so der Hausbesitzer, dass Fremde eindringen und sich auf dem Grundstück verletzen könnten.

Die verfallenen Neben- und Schuppengebäude sollen abgebrochen werden. Momentan bereitet der Eigentümer den entsprechenden Genehmigungsantrag vor und hofft, noch dieses Jahr den Abbruch durchführen zu können. Die Gebäudeteile seien seit Jahren so stark verfallen, dass sie nicht mehr genutzt werden können. Das Nebengebäude, das direkt am Theatergässchen steht, soll seinerseits gesichert werden. Eine Sanierung ist nicht geplant, dafür sei der Flächenbedarf in Zittau nicht so groß, meint der Eigentümer. Anschließend sollen dann die notwendigen Reparaturen am vorderen Gebäude erfolgen.

Die Zittauer werden den Ankündigungen wohl erst Glauben schenken, wenn tatsächlich etwas passiert. Denn jahrelang ist an dem Gebäude Rathausplatz 12 nichts getan worden. Und auch Omar Elmuhamad hatte große Versprechungen bezüglich des Hauses gemacht, die aber nicht umgesetzt wurden.

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