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Nach Explosion in Olbersdorf: Freispruch für Angeklagte

Zwei Düsseldorfer haben zwölf Jahre nach dem Fall vor dem Landgericht in Görlitz gestanden. Das Urteil hing von einem Zeugen ab.

So berichtete die SZ vor zwölf Jahren über die Explosion in Olbersdorf.
So berichtete die SZ vor zwölf Jahren über die Explosion in Olbersdorf. © SZ

Im Fall der schweren Sprengstoffexplosion in einem Olbersdorfer Mehrfamilienhaus vom 3. Juni 2009 hat das Landgericht Görlitz die beiden Angeklagten freigesprochen. Ein Mann aus Düsseldorf sollte die Explosion mittels Benzin herbeigeführt, ein weiterer Düsseldorfer den Kontakt zum Auftraggeber hergestellt haben.

Laut Staatsanwaltschaft war das der damalige Mieter der Wohnung, der seine Hausratversicherung um die vereinbarte Versicherungssumme von 26.000 Euro erleichterte. Allerdings ist dieser Mann nicht auffindbar. Das Verfahren gegen ihn war abgetrennt worden. Und auch das Verfahren gegen den vermeintlich Ausführenden der aufsehenerregenden und auch gefährlichen Explosion sowie gegen den Vermittler platzte schnell.

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Der Grund ist einfach: Die Anklage beruhte im Wesentlichen auf der Aussage eines Zeugen, der diese Aussage vor dem Görlitzer Landgericht aber nicht wiederholte. Es handelte sich um den Bruder des vermeintlichen Vermittlers des Versicherungsbetrugs. "Er machte von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch, und wir konnten auch nicht ausschließen, dass er seinen Bruder früher womöglich deshalb angeschwärzt hatte, um ihn vielleicht in einer ganz anderen Sache unter Druck zu setzen", sagt der vorsitzende Richter Theo Dahm. Da die damalige Aussage nur die Polizei protokollierte, eine richterliche Vernehmung aber fehlte, konnte das Gericht diese Aussage nicht verwenden. Die Anklage brach zusammen. Die Staatsanwaltschaft forderte Freispruch für beide Angeklagten, das Gericht folgte diesem alternativlosen Antrag.

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