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Wie unsicher sich Zittaus Radler fühlen

Nach der jüngsten ADFC-Befragung wird der Stadt das schlechteste Zeugnis seit Jahren ausgestellt. Bei den Diebstählen sogar das schlechteste in Deutschland.

Symbolbild
Symbolbild © Matthias Weber

Die Radfahrer bewerten die Situation in Zittau so schlecht wie noch nie. Dies zeigen die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests, den der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) am Dienstag öffentlich vorgestellt hat. Daran nahmen zwischen September und November vorigen Jahres 82 Personen teil.

Konnte sich Zittau bei den Befragungen der vergangenen Jahre leicht verbessern, erreichte die Stadt mit der Note 4,13 nun das bisher schlechteste Ergebnis. Im bundesweiten Vergleich liegt sie im hinteren Mittelfeld (Platz 733 von 1.024).

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Unter Zittaus Radfahrern fühlen sich 71 Prozent im Straßenverkehr gefährdet. Für die meisten ist vor allem das Fahren im Mischverkehr bedrohlich: 80 Prozent gaben an, dass sie regelmäßig zu knapp und gefährlich von Autos überholt werden.

Zudem sehen 80 Prozent den Schutz für Radler an Baustellen als unzureichend an, 83 Prozent wünschen sich breitere Radwege und 66 Prozent sind mit der Oberflächenqualität der Wege unzufrieden. Des Weiteren fordern zwei Drittel mehr Kontrollen gegen Falschparker auf Radwegen. Damit nicht genug, wünschen 74 Prozent beim Thema Sicherheit mehr diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten für ihre Räder. Sachsenweit liegt der Wert nur bei 63 Prozent. Das bleibt nicht ohne Folgen: 93 Prozent sehen den Fahrraddiebstahl in ihrer Stadt als ein Problem an. In keiner anderen deutschen Stadt gaben die Befragten im Mittel einen höheren Wert an. Unterm Strich wünschen sich 73 Prozent der Zittauer eine engagiertere Radverkehrsförderung.

Es besteht dringender Handlungsbedarf

Für den Geschäftsführer des ADFC Sachsen besteht nach den Ergebnissen dringender Handlungsbedarf. "Die Menschen wollen mehr Wege mit dem Rad zurücklegen, doch damit sie das tun können, brauchen wir durchgehende Radnetze und angstfreie Wege", sagt er mit Blick auf den Fahrradboom der jüngsten Jahre, verstärkt durch die Corona-Pandemie. Dass die Stadt Zittau Gründungsmitglied in der kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs ist, bewertet der ADFC als gutes Zeichen.

Der Fahrradklima-Test zeigt auch, dass Verbesserungen anerkannt werden. Beispielsweise wird die Öffnung von Einbahnstraßen in die Gegenrichtung für Radfahrende in Zittau etwas besser bewertet als sachsenweit. Auch fühlen sich 55 Prozent als gleichwertige Verkehrsteilnehmer akzeptiert. Für den Freistaat liegt der Wert nur bei 40 Prozent.

"Dass Verkehrsminister Martin Dulig jetzt den Städten und Gemeinden den Geldhahn zudrehen will, besorgt mich sehr", sagt Konrad Krause. Der Haushaltsentwurf von Sachsens Regierung sieht eine Reduzierung von Mitteln zum Ausbau kommunaler Radwegenetze von 11,7 Millionen Euro 2020 auf rund 2,4 Millionen Euro ab 2021 vor. Der ADFC setzt große Hoffnungen darauf, dass die Landtagsabgeordneten von CDU, Grünen und SPD dies in letzter Sekunde noch korrigieren. (SZ)

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