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Hier trifft Holland auf Deutschland

Nach 30 Jahren öffnet der "Felsenkeller" in Hainewalde wieder. Betreiberin Viola van Haver kommt aus den Niederlanden, bietet aber nicht nur Speisen aus der Heimat an.

Viola van Haver und Maikel Gijsbers im "Felsenkeller" in Hainewalde, der nun regelmäßig geöffnet ist.
Viola van Haver und Maikel Gijsbers im "Felsenkeller" in Hainewalde, der nun regelmäßig geöffnet ist. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Die Mundpropaganda in Hainewalde funktioniert. Viola van Haver ist erstaunt. Nur ein paar Posts hat sie bei Facebook veröffentlicht und ein Schild an der Straße aufgehangen. Mit riesigem Erfolg. Am vorigen Samstag strömten die Gäste in den "Felsenkeller" in Hainewalde. 

Vor allem die holländische Spezialität Stamppot kam sehr gut an. Dabei handelt es sich um einen Kartoffel-Zwiebel-Mix, den Viola van Haver mit einem Hackfleißkloß anbietet. Die Nachfrage war so groß, dass das Gericht bald ausverkauft war. "Ich habe das Stamppot dann kurzerhand mit Rookworst kombiniert", erzählt die Holländerin. Rookworst ist nicht anderes als Räucherwurst.

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Ein rein holländisches Restaurant soll der "Felsenkeller" aber nicht sein. Vielmehr eine deutsch-holländische Mischung. Und die Gerichte wechseln regelmäßig, kündigt sie. Mittags bietet sie zwei Gerichte an, abends eine kleine Karte mit Suppen, Salaten, Hauptgerichten und Nachspeisen. Eines werden die Gäste auf der Karte aber nicht finden: Schnitzel. Nein, das wolle Viola van Haver nicht anbieten. Das gebe es ja überall.

Der Erfolg der ersten "Testtage" ermuntert sie, den "Felsenkeller" nun regelmäßig zu öffnen. Donnerstag bis Sonntag kann hier ab 11 Uhr eingekehrt werden. 

Viola van Haver hat schon erste Bestellungen für Klassentreffen und Weihnachtsfeiern entgegengenommen. Sogar für Ostern gibt es schon erste Reservierungen. "Viele kennen die Gaststätte noch von früher", weiß die Holländerin aus den Gesprächen mit den Gästen. So haben die ehemaligen Klassenkameraden, die sich hier wieder treffen wollen, im alten "Felsenkeller" ihren Schuleintritt gefeiert.

Alten Namen behalten

Auf die Bekanntheit der früheren Gaststätte will Viola van Haver nun setzen. Deshalb habe die Gaststätte auch keinen anderen Namen bekommen. Verändert hat sich dennoch einiges. So wird die ehemalige Gaststube nicht mehr als solche genutzt. Vielmehr sitzen die Gäste in der kleinen Blockstube gegenüber, oder in den beiden Gewölberäumen und dem Barraum im hinteren Teil des Umgebindehauses. 

Die alte Gaststube den heutigen Anforderungen anzupassen, sei zu schwierig gewesen, erklärt die Holländerin. Denn auch wenn der "Felsenkeller" auf eine über 300-jährige Geschichte als Gaststätte zurückblicken kann, in den zurückliegenden 30 Jahren wurden hier keine Gäste bedient. Und damit war auch jeder Bestandsschutz ausgelaufen. Die Umnutzung des Umgebindehauses als Gaststätte musste erst genehmigt werden. 

Im Februar bekamen sie das Okay - und hätten theoretisch mit dem weiteren Umbau beginnen können. Geplant war, dass im März und April Helfer aus Holland kommen und mit anpacken. Doch dann kam Corona - und nichts ging mehr. Die holländischen Aushilfen durften nicht in die Oberlausitz reisen, die Bekannten in Hainewalde waren in Quarantäne und die Baumärkte geschlossen. Und so zogen sich die Arbeiten bis jetzt hin. Vorige Woche wurde als Letztes der Notausgang im großen Gewölberaum eingebaut.

Für Viola van Haver, die im November 2019 komplett nach Hainewalde umgezogen ist, bedeutete es, keine Arbeit zu haben. Denn starten sollte der Betrieb im Frühjahr. Sie überbrückte die Zeit in einem Fast-Food-Restaurant. 

Im "Felsenkeller" unterstützt sie ihr Mann Maikel Gijsbers, im Hauptberuf IT-Spezialist. Abends und an den Wochenenden bedient er die Gäste.

Nächstes Jahr soll voraussichtlich noch die alte Kegelbahn zu einem überdachten Biergarten umgestaltet werden.

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