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Wo das Wasser herkommt, wenn's brennt

Olbersdorf und Bertsdorf-Hörnitz haben mit viel Geld ein großes Problem gelöst. Wenn die Feuerwehr jetzt löschen muss, bedient sie sich einfach unter der Erde.

Die Feuerwehren von Olbersdorf und Bertsdorf-Hörnitz freuten sich vorige Woche über eine Spende vom Hersteller der Löschwasserbehälter.
Die Feuerwehren von Olbersdorf und Bertsdorf-Hörnitz freuten sich vorige Woche über eine Spende vom Hersteller der Löschwasserbehälter. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Ganz so selbstverständlich, wie es scheinen mag, ist es nicht, dass immer und überall ausreichend Löschwasser aus dem Feuerwehrschlauch schießt, wenn es brennt. Wenn sich die Feuerwehren im Bedarfsfall aus dem öffentlichen Trinkwassernetz bedienen, kann es durchaus vorkommen, dass die Querschnitte der Leitungen oder die Wassermenge nicht ausreichen, weiß auch Olbersdorfs Wehrleiter Michael Noack. Große Probleme haben aktuell beispielsweise die Gemeinde Kottmar und die Stadt Löbau.

"Es ist ein Entgegenkommen der Sowag, dass wir uns überhaupt aus dem Trinkwassernetz bedienen können", sagt Noack. Denn der Brandschutz ist nicht die Aufgabe des Wasserversorgers, sondern die Aufgabe der Gemeinden. Und nach wie vor ist der Brandschutz ein schwieriges Thema und auch eine große finanzielle Belastung, weiß der ehrenamtliche Wehrleiter, der im Hauptberuf Chef des Bau- und des Ordnungsamts für Olbersdorf und die umliegenden Gemeinden Jonsdorf, Oybin und Bertsdorf-Hörnitz ist.

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Investitionen in den Brandschutz sind teuer, die Bedarfspläne in den Städten und Gemeinden sind lang. "Aber sie sind dringend notwendig, auch wenn wir immer hoffen, dass wir sie bestenfalls nie brauchen", sagt Michael Noack. Allein 300.000 Euro hat die jüngste Brandschutz-Investition in Olbersdorf gekostet, insgesamt 460.000 Euro die in Bertsdorf-Hörnitz.

In den beiden Gemeinden wurde jetzt der Bau von drei unterirdischen Löschwasserbehältern beendet. Die riesigen Tanks, die jeweils 200 Kubikmeter Wasser fassen, sind nicht zu sehen und können sogar mit Fahrzeugen überfahren werden. In Bertsdorf-Hörnitz befinden sie sich unter der Fläche, auf der "Stadt Zittau" gestanden hat, und an der Bertsdorfer Straße in Olbersdorf unter der Wochenmarktfläche an der Hochwaldstraße.

Die Behälter wurden von einer Firma aus Döbeln geliefert. Sie bestehen aus Glasfaserkunststoff, kurz GFK, und haben eine Lebensdauer von mindestens 150 Jahren. Zum Abschluss der Arbeiten vorige Woche hat Thomas Schulz, der Gebietsleiter der Firma, den Freiwilligen Feuerwehren der beiden Gemeinden eine Spende von jeweils 2.500 Euro übergeben. "Wir bekommen bei unserer Arbeit ja immer wieder mit, wie wichtig es ist, dass es in den Gemeinden stets einsatzfähige Feuerwehren gibt - und das dass eben genauso wenig selbstverständlich ist, wie das Löschwasser im Feuerwehrschlauch."

Siebenmal sind die beiden Feuerwehren im vergangenen Jahr zu Brandeinsätzen ausgerückt, darunter auch zu mehreren Waldbränden, die auf das Konto eines Brandstifters gehen.

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