merken
PLUS Zittau

Wie sieht die Versorgung der Zukunft aus?

Wasser, Wärme, Gas, Elektrizität, IT: Im Hochschul-Labor der Zittauer Mandauhöfe werden Szenarien simuliert. Das neue Angebot nutzen bereits erste Firmen.

Der Simulationsleitstand im Forschungslabor der Hochschule Zittau in den Mandauhöfen.
Der Simulationsleitstand im Forschungslabor der Hochschule Zittau in den Mandauhöfen. © Matthias Weber

Die Hochschule Zittau/Görlitz hat ihr neues Labor für Versorgungsinfrastruktur "Celsiuz" in den Zittauer Mandau-Höfen vorgestellt. Am auffälligsten darin ist der große Simulations- und Weiterbildungsleitstand. Diese Monitorwand ist das Herzstück des sogenannten Co-Creation Lab. "Wer zukünftig hier arbeitet, will technische Lösungen für die zukünftige Versorgung von privaten Haushalten, Kommunen und Unternehmen mit Strom, Wärme, Wasser oder Internet finden und gleich vor Ort erproben", sagt Tobias Zschunke. Der Professor ist Projektleiter und erklärt am Beispiel der Versorgung eines Wohngebäudes mit Solarstrom, wie das konkret aussehen könnte.

Die Sonnenwärme kann unter anderem zum Heizen, zur Erwärmung des Wassers oder für die Stromversorgung genutzt werden, erklärt er. Im Celsiuz können nun unterschiedliche Teams nicht nur jede dieser Anwendungen wirklichkeitsgetreu nachahmen und verschiedene Varianten im Modell erproben, sondern am Leitstand auch durchspielen, ob und wie ihre gefundenen Lösungen zusammen funktionieren und gemeinsam die effizienteste herausfiltern. Das wiederum lasse sich für unterschiedliche Wetterszenarien oder besondere gesellschaftliche Situationen wie die Weihnachtsfeiertage durchspielen, sagt Tobias Zschunke. Zusätzlich ist es möglich, die Ausgangsituation zu ändern und zum Beispiel Windkraftanlagen "dazuzuschalten". Ohne die hochmoderne Simulationstechnik müsste man jede dieser einzelnen Anlagen und Szenarien in der Realität aufbauen. Diesen Aufwand könne man sich nun sparen.

Anzeige
Ich und mein Haus im Alter
Ich und mein Haus im Alter

Wer Wohneigentum besitzt, kann mit klugen Entscheidungen seinen Lebensabend entspannter gestalten. Hier geben Immobilien-Experten Auskunft:

Das alles soll sich aber nicht im Elfenbeinturm der Wissenschaft abspielen. Das Projekt ist Teil des Programms "Saxony" der fünf sächsischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Dresden, Leipzig, Mittweida, Zittau/Görlitz und Zwickau sowie deren Partnern. Ziel dieses Programms ist die Verbindung der Hochschulforschung mit Wirtschaft und Gesellschaft. Firmen, Unternehmen und junge Start-Ups sind eingeladen, hier ihre Produkte und Ideen zu testen und dabei die gebündelte Kompetenz der sächsischen Hochschulforschung zu nutzen. Genauso ausdrücklich sind auch Kreative, Künstler, Sozialwissenschaftler eingeladen, ihre eigene Sichtweise einzubringen. "Und zum Beispiel passende Designs zu ersinnen, das Umfeld der Technik lebensnah zu gestalten oder zu untersuchen, wie technische Dinge sich auf das Leben der Menschen auswirken", sagt Tobias Zschunke.

Celsiuz, Co-Creation Lab der Hochschule Zittau in den Mandauhöfen. Tobias Zschunke, Leiter des Labors (r.), im Gespräch mit ersten Interessierten aus der Wirtschaft. Foto: Matthias Weber
Celsiuz, Co-Creation Lab der Hochschule Zittau in den Mandauhöfen. Tobias Zschunke, Leiter des Labors (r.), im Gespräch mit ersten Interessierten aus der Wirtschaft. Foto: Matthias Weber © Matthias Weber

Eine der ersten, die dieses Kooperationsangebot in Zittau nutzen, ist die Firma Rawema Countertrade Handelsgesellschaft. Die Firma hat ein neuartiges Speichergerät entwickelt, mit dem Wärmeenergie dauerhaft ohne Verlust gespeichert werden kann. "Das wollen wir hier testen lassen", sagt Geschäftsführer Andreas Golbs. Ein Prototyp dieses Geräts kommt nach Zittau. Am Leitstand werden dann verschiedene Anwendungsmöglichkeiten durchgespielt. Dabei kann man nicht nur die Nutzung für private Wohnungen und Häuser simulieren, sondern auch erproben, ob und wie sich das Prinzip zum Beispiel für die in der Industrie entstehende Abwärme nutzen lässt. Andreas Golbs ist froh, diese Möglichkeit nutzen zu können.

Andere interessierte Firmen sind gern gesehen und können weitere Informationen am Institut für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik der Hochschule Zittau/Görlitz erfragen.

In einer früheren Version haben wir Professor Tobias Zschunke als Prorektor für Forschung bezeichnet. Das ist aber seit einiger Zeit Raj Kollmorgen. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Sie wollen schon früh wissen, was gerade zwischen Oppach und Ostritz, Zittauer Gebirge und A4 passiert? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter "Löbau-Zittau kompakt".

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Zittau