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Zittau: Nächste Fraunhofer-Forschergruppe

Die renommierte Gesellschaft bringt damit das dritte Team an den Start. Dieses Mal für Energietechnik. Dafür stehen viele Millionen Euro bereit.

© Hendrik Schmidt/dpa (Archiv)

Die renommierte Fraunhofer-Forschungsgesellschaft hat in Zittau mit dem Aufbau einer dritten Forschergruppe begonnen. Sie gehört zum Fraunhofer-Institut für Energieinfrastrukturen und Geothermie mit Hauptsitz in Cottbus und Bochum. Nach Angaben von Institutsdirektor Professor Mario Ragwitz sollen sich die Forscher mit der Energiewende beschäftigen und dazu beitragen, die Lausitz zu einer Modellregion für moderne Energiesysteme zu entwickeln. Grund für die Ansiedlung in Zittau ist vor allem die Hochschule Zittau/Görlitz mit ihrem Fachwissen zur Energieerzeugung und -übertragung.

Konkret werden sich die Forscher mit der Bereitstellung von Fernwärme aus regenerativ erzeugter Energie sowie mit Hilfe von Wärme aus Gewässern und der Luft und ihrer effektiven Übertragung beschäftigen. Wie bei Fraunhofer üblich, handelt es sich dabei um anwenderorientierte Forschung. Erste Verbindungen in die Wirtschaft sind bereits geknüpft. Laut Ragwitz interessieren sich rund 20 kleine und große Firmen von Stadtwerken aus der Region bis hin zu weltweit agierenden Anlagenbauern für eine Zusammenarbeit.

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Der erste Mitarbeiter hat die Arbeit schon aufgenommen. Dr. Clemens Schneider baut die Gruppe auf. "Ich komme aus der Hochschule und mein Herz schlägt für die Hochschule", sagte er der SZ. Er sitzt im Haus VII der Hochschule am Schwenniger Weg in Zittau. Demnächst bekommt er den ersten Kollegen. Insgesamt sind vorerst zehn Wissenschaftler vorgesehen. Man wolle darüber hinaus gern marktorientiert wachsen, sagte Institutschef Ragwitz. Er sieht angesichts der Energiewende gute Chancen dafür.

Aus dem Haus VII der Hochschule will die Gruppe voraussichtlich 2022 in die Mandauhöfe umziehen und dort langfristig bleiben. Die Aufbauphase des Instituts soll fünf Jahre dauern und wird mit einem hohen siebenstelligen Betrag vom Staat und der Fraunhofer-Muttergesellschaft unterstützt.

Das Fraunhofer-Institut für Energieinfrastrukturen und Geothermie war vor rund drei Jahren wegen der anstehenden Energiewende angeschoben worden und wird seit 16 Monaten in Nordrheinwestfalen, Brandenburg und Sachsen aufgebaut. Die ersten Standorte waren Bochum, Cottbus und Aachen.

Die neue Fraunhofer-Gruppe ist ein weiterer Baustein der Zittauer Forschungslandschaft, die sich in den vergangenen zehn Jahren rasant entwickelt hat. Als erstes wurde 2011 eine Forschergruppe des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik in Zittau angesiedelt. Für sie ist 2016 das Kunststoffzentrum Oberlausitz am Stadtring errichtet worden, das zurzeit für sechs Millionen Euro deutlich erweitert wird. Vor zwei Jahren wurde das interdisziplinäre Forschungstechnikum, die Lander-Halle neben der Mensa an der Hochwaldstraße, eingeweiht. Ebenfalls 2019 nahm eine Fraunhofer-Forschungsgruppe für "Leichtbau und Energietechnik" ihre Arbeit auf. Vor einem Jahr kam das Co-Creation-Lab - frei übersetzt: Laboratorium zum kreativen Miteinander-Arbeiten - der Hochschule Zittau/Görlitz hinzu. Erst vor einigen Tagen fiel der offizielle Startschuss für eine Forschergruppe des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums. Sie gehört zum DLR-Institut für „CO2-arme Industrieprozesse”

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