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Jahrelanges Tauziehen um neues Fahrzeug hat ein Ende

Der neue Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr Eichgraben wird Sonnabend offiziell übergeben. Darauf haben die Kameraden lange gewartet.

Ortswehrleiter Daniel Wobser (rechts) und Hartmut Riemer, stellvertretender Vorsitzender der Zittauer Feuerwehr, freuen sich über den neuen MTW.
Ortswehrleiter Daniel Wobser (rechts) und Hartmut Riemer, stellvertretender Vorsitzender der Zittauer Feuerwehr, freuen sich über den neuen MTW. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Seinen ersten Test hat der neue Mannschaftstransportwagen (MTW) der Ortsfeuerwehr Eichgraben bestanden. Bei den jüngsten Unwettern war das Fahrzeug bereits im Einsatz. Offiziell übergeben wird der MTW nun am Sonnabend beim örtlichen Feuerwehrfest.

Damit endet ein jahrelanges Tauziehen um das neue Fahrzeug. 2012 war erstmals im Brandschutzbedarfsplan der Stadt Zittau die Anschaffung eines MTW zugesichert worden. Sechs Jahre später stand noch immer kein zweites Fahrzeug im Depot. Mal wurde ein neues Auto in einer anderen Ortswehr dringender gebraucht, mal mussten die Fahrzeugpläne wegen anderer Projekte zurückgestellt werden.

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Deshalb wurden die Eichgrabener 2018 selbst aktiv, um die Investition auf den Weg zu bringen. Da die Stadt Zittau damals den Eigenanteil für das Auto nicht aufbringen konnte, die Löschtruppe aber auch nicht viel länger warten wollte, starteten die Kameraden kurzerhand eine Spendenaktion. Zum einen wurde auf der Crowdfunding-Plattform "99 Funken" für das dringend benötigte Fahrzeug geworben, zum anderen konnte direkt an die Stadt zweckgebunden gespendet werden. Insgesamt 12.000 Euro sind so zusammengekommen, wie Ortswehrleiter Daniel Wobser berichtet.

Mit diesem Betrag kann allerdings kein neues Feuerwehrauto komplett finanziert werden - dafür waren 50.000 Euro nötig. Die Restsumme kam von der Stadt - was angesichts der Haushaltslage nicht einfach war. Letztlich fand sich eine Lösung: Der MTW wird über sechs Jahre geleast. So konnte das Fahrzeug ausgeschrieben und bestellt werden. Anfang Juni wurde es an die Feuerwehr Eichgraben ausgeliefert.

Den MTW, um den sie so lange gekämpft hatten, wollten die Kameraden nicht nur ins Gerätehaus stellen und fertig. Die Übergabe sollte ein bisschen gefeiert werden. Da eine solche Feier im Juni nicht möglich war, wird das Fahrzeug erst jetzt offiziell übergeben. Und gleich mit einem Feuerwehrfest verbunden. Am Sonnabend laden die Kameraden dazu ab 14 Uhr auf den Festplatz Eichgraben ein. Die Schlegler Blasmusikanten spielen auf, es gibt eine Fahrzeugausstellung, die Jugendfeuerwehr ist in Aktion und abends legen verschiedene DJs auf. Die MTW-Übergabe ist für 17 Uhr geplant.

Mit dem neuen Fahrzeug wird das Ausrücken im Einsatz einfacher für die Eichgrabener. Bisher können sechs Kameraden mit dem Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) zum Einsatzort ausrücken, die anderen müssen mit dem Privat-Pkw fahren oder bleiben im Depot. Dabei wird an der Einsatzstelle jeder Helfer gebraucht. Deshalb ist die Ortswehr froh, dass nun 14 Kameraden gleichzeitig starten können - im MTW haben acht Mann Platz. Das ist in etwa die Stärke der Eichgrabener Wehr, die 16 aktive Mitglieder zählt.

Hinzu kommt die Jugendfeuerwehr, in der sich momentan 15 Kinder und Jugendliche engagieren. Auch sie können jetzt den MTW nutzen. Bei Übungen sind dann keine Doppelfahrten mehr nötig. "Das spart viel Fahrzeit, die für die eigentlichen Übungen zur Verfügung steht", meint Daniel Wobser. Erst 2016 war die Nachwuchstruppe wiederbelebt worden. Zuvor wurde zehn Jahre lang nicht ausgebildet. Die Zahl der jungen Brandschützer stieg schnell von sechs auf 15 an. Die ersten sind inzwischen in die Erwachsenenabteilung gewechselt, die nächsten werden laut Ortswehrleiter bald folgen.

Wenn die Löschtruppe weiter wächst, braucht es auch ein neues Tanklöschfahrzeug. Das aktuelle ist mittlerweile 14 Jahre alt, 2027 sollen die Eichgrabener laut Brandschutzbedarfsplan ein neues bekommen. Daniel Wobser und die anderen Kameraden hoffen, dass sie darauf nicht wieder so lange warten müssen wie auf den MTW. Und, dass sie nicht auch für das Tanklöschfahrzeug Spenden einwerben müssen. Das soll möglichst eine einmalige Aktion bleiben, meint der Ortswehrleiter.

Und nutzt die Chance, sich bei allen Unterstützern der MTW-Spendensammlung zu bedanken. Daniel Wobser hätte das gern bei jedem persönlich getan, doch aus Datenschutzgründen durfte er die Namen und Adressen der Spender nicht erfahren. So kann er sich nur allgemein bei jedem bedanken, der etwas beigesteuert hat.

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