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Jonsdorf kauft Schmetterlingshaus GmbH

Mit einer Summe von weit über 100.000 Euro ist die Einrichtung für die Gemeinde nicht gerade ein Schnäppchen. Was bezweckt Jonsdorf mit dem Geschäft?

Das Jonsdorfer Schmetterlingshaus ist eine große Touristenattraktion. Die soll jetzt saniert werden.
Das Jonsdorfer Schmetterlingshaus ist eine große Touristenattraktion. Die soll jetzt saniert werden. © Matthias Weber/photoweber.de (Archiv)

Frithjof Helle könnte sich jetzt ganz entspannt zurücklehnen und über einen schönen Ruhestand nachdenken. Der Gründer und Geschäftsführer des Jonsdorfer Schmetterlingshauses wird demnächst 62, und gerade haben ihm die Jonsdorfer Gemeinderäte sein Ruhestandsgeld um ein stattliches Sümmchen aufgebessert.

Doch Helle macht keine Freudensprünge, als der Gemeinderat einstimmig beschließt, ihm seine Gesellschafteranteile an der Schmetterlingshaus GmbH abzukaufen - für mehr als 40.000 Euro. Der Chef bleibt bescheiden: "Es ändert sich gar nichts", sagt er. "Es bleibt alles, wie es ist." Er wolle gerne noch eine Weile arbeiten in dieser schönen Freizeiteinrichtung, die ja auch sein Lebenswerk ist.

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Dass er seine Anteile jetzt verkauft, habe sich "zwingend erforderlich gemacht", wie Frithjof Helle das ausdrückt. Es gehe einzig um die Möglichkeit, Fördermittel bekommen zu können, damit das Gebäude energetisch saniert werden kann. Und das sei dringend notwendig.

Tatsächlich ist das auch der Grund, warum Jonsdorf jetzt außerplanmäßig mehr als 100.000 Euro zusätzlich berappt, um aus der Schmetterlingshaus GmbH ein 100-prozentiges Gemeindeeigentum zu machen. Bisher gehörte die Gesellschaft zu 40 Prozent dem Geschäftsführer und zu 60 Prozent der Jonsdorfer Kur- und Tourismusgesellschaft (KuT), ebenfalls einer 100-prozentigen Tochter der Gemeinde.

Auch die Anteile der KuT wird die Gemeinde jetzt übernehmen. Mit ihrem einstimmig gefassten Beschluss schlagen die Jonsdorfer zwei Fliegen mit einer Klappe: Mit der 100-prozentigen Übernahme in Gemeindeeigentum ist jetzt der Weg für die geplante energetische Sanierung des rund zwei Jahrzehnte alten Gebäudes frei. "Uns stehen als Gemeinde dafür Fördertöpfe zur Verfügung, zu denen private Eigentümer keinen Zugang hätten", erklärt Jonsdorfs Bürgermeisterin Kati Wenzel (freie Wähler).

Mit dem Kauf der Anteile der KuT für 60.000 Euro verbessert sich außerdem auch erst einmal wieder deren wirtschaftliche Situation. Die Kur- und Tourismusgesellschaft, die unter anderem die Eishalle, das Gebirgsbad und die Touristinformation betreibt, ist finanziell angeschlagen. Gegenwärtig ringen Geschäftsführer und Bürgermeisterin um ein tragfähiges Zukunftskonzept.

"Wir haben jetzt die beste Grundlage geschaffen, um weiter agieren zu können", sagt die Bürgermeisterin nach dem einstimmig gefassten Beschluss, "sowohl beim Schmetterlingshaus als auch bei der Kur- und Tourismus-Gesellschaft."

Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag wurde am 2. Dezember um 11 Uhr geändert. In einer früheren Version hieß es, dass Gesellschafter Frithjof Helle 100.000 Euro für seine Anteile erhält. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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