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Radio Zett sendet jetzt aus dem Volkshaus

Die Radiomacher aus Zittau haben sich in dem geschichtsträchtigen Haus eingemietet - und viele Pläne.

Andreas Herrmann, Jörg Dietze und Peter Gleissner gehören zum Team von Radio Zett.
Andreas Herrmann, Jörg Dietze und Peter Gleissner gehören zum Team von Radio Zett. © Jan Lange

Die ersten Sendungen produzierten die Macher von "Radio Zett" noch in den eigenen vier Wänden und sendeten von dort in die weite Welt. Das ist nun vorbei - "Radio Zett" hat ein eigenes Sendestudio eingerichtet. Und zwar im geschichtsträchtigen Zittauer Volkshaus. In einem der ehemaligen Hotelzimmer im ersten Obergeschoss stehen nun Schnitt- und Sendeplatz und ein Rechner, der das Sendesignal fürs Internet aufbereitet. Es sei eine Minimalausstattung, um arbeitsfähig zu sein, erklärt Jörg Dietze, der als Tontechniker beim Zittauer Theater arbeitet.

Schritt für Schritt soll die Technik erweitert werden. So suchen die Radiomacher noch ein digitales Mischpult. Auch mobile Technik wollen sie später noch anschaffen. Damit soll dann live von Veranstaltungen gesendet werden.

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Den Mitstreitern des Bürgerradios habe man nicht zumuten können, dass sich alle die technische Ausstattung zu Hause hinstellen, sagt Dietze. Deshalb wurde schon länger nach Räumlichkeiten für ein Sendestudio Ausschau gehalten. Denkbar wäre auch ein leerstehender Laden in der Zittauer Innenstadt gewesen, meint der Journalist Andreas Herrmann, der unter anderem verschiedene Reportagen für "Radio Zett" gemacht hat.

Dann bekamen die Radiomacher aber den Tipp, ins Volkshaus zu ziehen. "Die Rahmenbedingungen hier sind gut", findet Herrmann. Die Infrastruktur sei größtenteils vorhanden gewesen, nur einen Telefonanschluss haben sie vom Keller bis ins Obergeschoss gezogen und dem neuen Senderaum einen frischen Farbanstrich verpasst. Und das alles in Corona-Zeiten.

Historisches Gebäude beleben

Mit dem Einzug ins Volkshaus wolle "Radio Zett" auch einen Beitrag leisten, ein bekanntes Zittauer Gebäude mit mehr Leben zu erfüllen, so Herrmann. Nebenan sind weitere Räume vor allem an Vereine und Jugendliche vermietet. Freie Räume gibt es aber noch genug. Die Macher von "Radio Zett" können sich vorstellen, später vielleicht noch einen weiteren Raum anzumieten. Aber das ist erst mal noch Zukunftsmusik.

Realer sind die Radioprojekte. So wurde mit dem Görlitzer Michael Prochnow ein neues Kulturmagazin ins Leben gerufen, in dem über verschiedene Themen aus Literatur, Bildender Kunst und Musik informiert und mit Interviewpartner darüber gesprochen wird. Erstmals ging das Magazin am 6. Januar auf Sendung. Drei Folgen wurden bis jetzt mitgeschnitten, radiogerecht aufgearbeitet und waren auf www.radio-zett.de zu hören.

Neben "Studio 88", der ersten eigenen regelmäßig produzierten Sendung gibt es inzwischen eine Klassiksendung am Sonntag, den "Nachtflug" und viele Reportagen.

In der Zeit, in der keine eigenproduzierten Sendungen zu hören sind, läuft Musik in Schleife. Auch die wird händisch zusammengestellt und soll sich von anderen Radioprogrammen abheben. So kann man 24 Stunden lang "Radio Zett" hören.

Viertes freies Radio in Sachsen?

Und die Radiomacher haben noch viele Pläne - auch grenzüberschreitende. Mit dem tschechischen Verein "Prostor pro Rozvoj - Raum für Entwicklung" wird jetzt ein Projekt beim deutsch-tschechischen Zukunftsfonds eingereicht. Eine wichtige Förderung gab es von "Partnerschaft für Demokratie" der Stadt Zittau. Damit wurde Technik angeschafft und Lehrgänge zu den Themen Technik, Sprechtraining und Journalismus veranstaltet.

Derzeit sendet "Radio Zett" über laut.fm. Langfristig soll es über eine eigene Frequenz zu hören sein. Das muss die Landesmedienanstalt Sachsen genehmigen. "Bisher gibt es drei freie Radios in Dresden, Leipzig und Chemnitz. Wir wären das vierte freie Radio in Sachsen und gleichzeitig das erste im ländlichen Raum", erklärt Herrmann.

Vielleicht überträgt "Radio Zett" auch Veranstaltungen aus dem Saal des Zittauer Volkshauses. Seit einem Jahr finden hier aufgrund der Corona-Einschränkungen keine mehr statt. Derzeit wird im Saal kräftig gebaut, um bald wieder Veranstaltungen zu ermöglichen.

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