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"Größte Durststrecke ist hoffentlich vorbei"

Für die Inhaberinnen des Reise-Treffpunkts in Zittau war Corona ein Schock. Doch sie schöpfen Hoffnung - und sagen, warum man jetzt Urlaub buchen soll.

Birgit Gruner und Simone Hempel (r.) betreiben das Reisebüro "Reise-Treffpunkt" auf der Böhmischen Straße in Zittau.
Birgit Gruner und Simone Hempel (r.) betreiben das Reisebüro "Reise-Treffpunkt" auf der Böhmischen Straße in Zittau. © Matthias Weber

Simone Hempel und Birgit Gruner haben seit der Eröffnung ihres Reisebüros 2006 eine Menge erlebt: Airline-Pleiten, Aschewolken in Island und Veranstalter-Insolvenzen. Doch Corona hat das alles noch mal getoppt. Dabei wollten die beiden Inhaberinnen des "Reise-Treffpunkts" in der Böhmischen Straße in Zittau 2020 ihr "Schiff" wieder in ruhiges Fahrwasser bringen. Die Pandemie hat diesen Plan zunichte gemacht.

"Eine weltweite Reisewarnung - wann hat es so was schon mal gegeben?", sagt Simone Hempel. Sie und ihre Kollegin standen nach eigener Aussage zunächst wie unter Schock. Inzwischen sehen sie Licht am Ende des Tunnels. "Die größte Durststrecke haben wir hoffentlich hinter uns", glauben sie und blicken mit Zuversicht nach vorn.

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Im Januar sonst gut zu tun

Gerade im Januar waren ihre Arbeitstage immer lang. Reiseanfragen für das gesamte Jahr häuften sich sonst zu dieser Zeit. "Obwohl die Reiselust ungebrochen groß ist, zeichnet es sich ab, dass es 2021 anders sein wird", sagt Birgit Gruner. Viele Menschen sind in der derzeitigen Situation noch ziemlich verunsichert.

Diejenigen, die trotz Lockdown buchen, interessieren sich vor allem für Reisen in wärmere Gefilde. Für Ziele wie beispielsweise die Kanaren oder Madeira gab es kurzzeitig keine Reisewarnungen, was sich aufgrund der dynamischen Lage schon wieder geändert hat. Viele haben sich den Traum vom palmengesäumten Strand dann aber nicht erfüllt. Die Hürden waren zu groß: Covid-19 Test, Corona WarnApp, Online-Registrierungen bei Einreise in das Urlaubsland und der Rückreise nach Deutschland sowie eventuelle Quarantäne machen keine Lust auf Urlaub.

Nachholbedarf ist enorm

Simone Hempel und Birgit Gruner spüren eine große Sehnsucht bei den Kunden, bald wieder auf allen Kontinenten unterwegs sein zu dürfen. "Der Nachholbedarf ist enorm!", sind sie sicher. Dank des Corona-Impfstoffes rechnen sie damit, dass es nach Ostern zu einer Entspannung der Lage kommen wird.

Reisewillige sollten nicht bis dahin warten. Bei einem beliebten Reiseziel wie der Ostsee werde es schnell zu Engpässen kommen, meint Simone Hempel. Deshalb empfiehlt sie, schon jetzt den Sommerurlaub zu buchen. Das sei ohne Risiko möglich, da die meisten Reiseveranstalter flexible Stornierungs- oder Umbuchungsmöglichkeiten anbieten.

Die fast schon aus der Mode geratene Pauschalreise erweist sich in diesen unsicheren Zeiten als beste Reiseart und bietet im Vergleich zur Buchung von Einzelleistungen viele Vorteile, so die Inhaberinnen des "Reise-Treffpunkts". Bei Flugpauschalreisen gibt es im Notfall nach wie vor eine Rückholgarantie aus den Urlaubsgebieten. Die Kosten tragen die Reiseveranstalter. Bisher waren Pandemien vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. "Inzwischen können wir unsere Kunden auch im Falle einer Corona-Erkrankung umfassend absichern", weist Birgit Gruner hin.

Auch für Individualisten gibt es was

Wer nicht mit Hunderten anderen Reisenden auf einem Kreuzfahrtschiff schippern oder am Ostseestrand liegen will, dem können sie ebenfalls weiterhelfen. "Selbst auf einer Insel wie Mallorca findet man idyllisch gelegene Fincas für Individualisten und eine Kreuzfahrt muss nicht zwangsläufig mit Massentourismus gleichzusetzen sein."

Einzelne Kreuzfahrten für 2021 sind schon ausgebucht, berichtet Frau Gruner. Das liege daran, weil sich Kunden oft sehr langfristig für eine Kreuzfahrt entscheiden. Teilweise wurde für dieses Jahr schon vor der Corona-Pandemie gebucht. "Andererseits haben wir optimistische Kunden, die auf eine Zeit nach Corona hoffen."

Bei Kreuzfahrten werde man nicht dort anknüpfen, wo sie im Februar 2020 aufgehört haben, glaubt Frau Hempel. "Trotzdem werden Reisen auf dem Wasser auch künftig faszinieren", ist sie sicher. Aber sie vermutet, dass der Trend von Vergnügungsschiffe mit 6000 Passagieren in Richtung kleines feines Kreuzfahrtschiff gehen wird.

Natürlich wollen auch Simone Hempel und Birgit Gruner wieder verreisen, wenn es möglich ist. Frau Gruner wird sich nach Südostasien aufmachen. Myanmar hat es ihr besonders angetan. Frau Hempel kann es ihrerseits kaum erwarten, sich noch mal im Hochland von Island den Wind um die Ohren pusten zu lassen. "Hoffentlich finden wir dazu die Zeit. Man hat uns prophezeit, dass die Reservierungssysteme bald vor lauter Nachfrage zusammenbrechen werden", sagt Simone Hempel.

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