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Warum Zittaus Bäder geschlossen bleiben

Die Schwimmhalle Hirschfelde ist bis zum 22. August zu, das Stadtbad ab nächster Woche. Das sorgt für Kritik. Der Betreiber hat dafür aber gute Gründe.

Das Stadtbad Zittau bleibt vom 25. Juli bis 5. September geschlossen.
Das Stadtbad Zittau bleibt vom 25. Juli bis 5. September geschlossen. © Archivfoto: Rafael Sampedro

Die Hirschfelder waren in den vergangenen Wochen etwas irritiert. Angeblich war die Öffnung ihrer Schwimmhalle vermeldet worden. Doch die Halle bleibt weiterhin geschlossen. Erst in den letzten beiden Sommerferien-Wochen öffnen sich die Türen - dann aber auch nur für den freiwilligen Schwimmunterricht der Grundschüler. Ein öffentlicher Badebetrieb ist nicht vorgesehen.

Das sorgt für Unverständnis - auch bei Stadtrat Dietrich Thiele (FUW). "Wie können wir es uns leisten, dass die Bäder der Stadt Zittau die komplette Sommer-Ferienzeit schließen?", fragt er kritisch. Die Städtische Beteiligungsgesellschaft (SBG) hat darauf eine klare Antwort: "Da coronabedingt die Auslastung derzeit generell so nicht gegeben ist, bleibt aus wirtschaftlichen Gründen die Schwimmhalle Hirschfelde geschlossen", erklärt Prokuristin Sandra Tempel. Das gelte auch für das Stadtbad Zittau, das vom 25. Juli bis 5. September Sommerpause macht.

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Thiele fragt sich, warum jetzt nicht die im November 2020 geplanten und ausgefallenen Aqua-Kurse nachgeholt werden und warum keine zusätzlichen Kurse angeboten werden, wo doch die Nachfrage dafür viel größer als das Angebot sei.

Ein Präventionskurs besteht aus zehn Kurseinheiten und könne damit nicht einfach "zwischengeschoben" werden, so Sandra Tempel. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass für diese Kurse ausreichend qualifizierte Übungsleiter zur Verfügung stehen.

Schon vor Monaten war bei der Diskussion um die Schließung der Schwimmhalle Hirschfelde angeregt worden, mehr Aqua-Kurse anzubieten, da die Nachfrage dafür sehr groß sein und Teilnehmer mitunter lange warten müssen, bis sie einen Platz bekommen. Auch damals war erklärt worden, dass eine Erhöhung der Kurszahl an fehlenden Übungsleitern scheitert.

Dass Nutzer von Aqua-Kursen an das privat betriebene Westpark-Center verwiesen wurden, wie Dietrich Thiele behauptet, sei nicht korrekt, betont die SBG-Prokuristin.

Die Wartungsarbeiten in den Bädern sind nicht der Grund für die Schließung im Sommer. Die fanden bereits während des Lockdowns statt. Erforderlich ist lediglich noch der Wasseraustausch, teilt SBG-Geschäftsführer Matthias Hänsch auf SZ-Anfrage mit.

Der zusätzliche freiwillige Schwimmunterricht in den Sommerferien wird nur in Hirschfelde angeboten. Die dortige Schwimmhalle sei dafür bestens geeignet, erklärt Sandra Tempel. Auf das gleichzeitige Öffnen des Stadtbades werde aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten verzichtet. Und ist angesichts der Zahlen auch gar nicht notwendig: Nach aktuellem Stand werden etwa 50 Schüler an diesem Schwimmunterricht teilnehmen. Diese Schüler können problemlos in einer Halle betreut werden.

Das Angebot lässt sich auch nicht für andere Schülergruppen öffnen, denn wer die Möglichkeit des zusätzlichen Schwimmunterrichts erhält, liegt nicht in der Verantwortung der städtischen Gesellschaft. Dafür ist das Sächsische Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) zuständig.

Wäre es aber nicht möglich, während des zusätzlichen Schwimmunterrichts in Hirschfelde dort auch einen öffentlichen Badebetrieb anzubieten? Nein, heißt es vonseiten der SBG. Da das Lasub keine eigenen Lehrkräfte für den zusätzlichen Schwimmunterricht zur Verfügung stellen kann, wird diese Leistung von den Mitarbeitern der Bäder Zittau erbracht. "Eine gleichzeitige Beaufsichtigung eines öffentlichen Badebetriebes ist daher nicht umsetzbar", weist Sandra Tempel hin.

Die gleichzeitige Nutzung einzelner Bahnen durch Vereine mit einem eigenen Rettungsschwimmer wäre aber möglich, fügt sie hinzu. Bei Interesse können sich Vereine an den Badbetriebsleiter wenden.

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