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Jugend will in Zittau mitbestimmen

Die Bewegung Fridays for Future war erst der Anfang. Nun hat sich eine Initiative gegründet, um auch politisch etwas zu bewegen. Was sie vorhat.

Alexander Hilse hat sich als Organisator bei Fridays for Future Zittau bereits einen Namen gemacht.
Nun gehört er auch zu jenen, die einen Jugendstadtrat in Zittau fordern.
Alexander Hilse hat sich als Organisator bei Fridays for Future Zittau bereits einen Namen gemacht. Nun gehört er auch zu jenen, die einen Jugendstadtrat in Zittau fordern. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Zittaus Jugend ist lauter geworden. Bewegungen wie Fridays for Future haben Aufmerksamkeit verschafft. Allerdings reichen Aufrufe allein nicht, um tatsächlich etwas zu verändern. Das zumindest stellen der 20-jährige Alexander Hilse und seine Mitstreiter immer wieder fest. Und das nicht, weil die Jugendlichen hier nichts Wichtiges zu sagen hätten. Nur fehlt ihnen bisher die Plattform.

Deshalb haben sie die "Initiative Jugendstadtrat" gegründet, die auf den Social-Media-Plattformen Facebook, Twitter und Instagram vertreten ist. "Unser Wunsch besteht darin, Kommunalpolitik für junge Menschen nicht nur interessant und nahbar zu machen, sondern ihnen Mitbestimmung bei politischen Entscheidungen zu ermöglichen", teilt Alexander Hilse mit, der einer der derzeit elf Mitglieder ist. Ob das in Form eines Jugendbeirates, Ausschusses oder unabhängigen Gremiums passieren soll, darüber diskutieren sie noch.

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Konkrete Vorschläge haben die jungen Menschen bisher nicht, was in Zittau für sie und andere getan werden soll. "Was einfach daran liegt, dass wir im Aufbau sind und erst noch mehr junge Mitstreiter suchen, die ihre Ideen einbringen", so der 20-Jährige.

Mit der Kampagne "Jugend lebt hier" haben sich die Mitglieder nun erstmals per Video direkt an die Räte der Stadt Zittau gewendet. Kommende Woche startet zudem eine Fotoreihe auf den Social-Media-Kanälen. Darin stellen sich junge Menschen in und um Zittau vor, die Ideen und Vorschläge für die Zukunft der Stadt haben. "Damit wollen wir den Jugendlichen eine Bühne geben und aufzeigen, welches Potenzial die junge Generation für Zittau bietet", erklärt Alexander Hilse. Demnächst plant die Initiative auch eine gemeinsame Dialogveranstaltung mit Stadträten. Einige hätten bereits positiv auf bisherige Social-Media-Beiträge reagiert.

Die Initiative verbindet bei ihren Projekten das Ziel, dass möglichst viele Jugendliche aus allen Schulen und allen Ecken der Stadt an der inhaltlichen Gestaltung der Aktionen sowie der Umsetzung teilhaben können. "Das wollen wir mit offenen Strukturen wie eine über unseren Social-Media-Auftritt erreichbare Whatsapp-Gruppe schaffen, über die sich jeder beteiligen kann", so Alexander Hilse.

Er selbst wohnt inzwischen in Görlitz und engagiert sich in der dortigen Ortsgruppe von Fridays for Future, genauso wie auf Landes- und Bundesebene. Für die Zittauer ist er nicht mehr tätig. Es gibt dort aber nach seiner Auskunft bereits mutige Nachfolger, die den nächsten Streik am 19. März organisieren. Auch da gehe es also weiter. "Und Kooperationen zwischen uns und Menschen aus der Klimabewegung kann es zukünftig durchaus geben", so Alexander Hilse, der unabhängig von seiner Zukunft immer mit mindestens einem Bein in Zittau bleiben will. "Um zu beobachten, wie sich die Zukunft der Stadt gestaltet."

Diese hat jetzt vom Bundesfamilienministerium 30.000 Euro erhalten, die für den Aufbau einer Jugendbeteiligungsstruktur zu nutzen sind. Mit diesen Mitteln könnte eine halbe Stelle eines Sozialpädagogen einschließlich Sachkosten bis Jahresende finanziert werden - unter dem Dach des Deutschen Kinderschutzbundes. Das Projekt soll mit dem Familienbüro im Kinder- und Jugendhaus Villa angesiedelt werden. Das soll Thema im nächsten Stadtrat sein - wie auch das Video der Initiative.

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