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Dauerproblem für Garagenmieter - bald gelöst?

Seit Jahren ärgern sich Hartauer Garagennutzer über stauendes Regenwasser. Eine Leitung muss erneuert werden. Nun gibt es einen neuen Versuch.

Von Jan Lange
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David Rotter vor dem kaputten Abfluss. Deswegen läuft immer wieder Wasser in die Garagen.
David Rotter vor dem kaputten Abfluss. Deswegen läuft immer wieder Wasser in die Garagen. © Matthias Weber/photoweber.de

Nach jedem größeren Regenschauer steht das Wasser bis an die Garagen heran, oft fließt es auch hinein. Die Folgen der regelmäßigen Überschwemmungen sind deutlich erkennbar. An den Garagen unweit des Hartauer Birkenhofes fällt der Putz ab, Risse bilden sich in den Wänden und die Holztore faulen durch. Innen trocknen die Fußböden nicht mehr richtig.

Einige Garagennutzer haben sich selbst geholfen. So wie David Rotter, der an der Tür eine Betonkante errichtet hat, damit das Wasser nicht in die Garage läuft. Für die Reifen ist das auf Dauer aber nicht gut. Und auch der neue Putz an den benachbarten Garagen löst das Grundproblem nicht. Das Wasser staut sich weiterhin.

Dabei müsste das nicht sein. Zwischen den Garagen verläuft eine Entwässerungsanlage, die im Zusammenhang mit der Errichtung der Garagen gebaut wurde. Doch das Wasser wird hier schon lange nicht mehr abgeleitet. Die jahrzehntealte Leitung ist so marode und zugewachsen, dass ein geregelter Abfluss des Regenwassers nicht mehr möglich ist. "Es wurde mit Spülen probiert, doch das bringt nichts mehr", weiß David Rotter.

So eine Situation wie hier, wo das Wasser bis an die Garagen heranreicht, gibt es regelmäßig.
So eine Situation wie hier, wo das Wasser bis an die Garagen heranreicht, gibt es regelmäßig. ©  privat

Das ist kein neues Problem. Schon seit Jahren ärgern sich die Nutzer über die riesigen Wasserlachen vor ihren Garagen. Das Gelände, auf dem die Garagen stehen, gehört zwar der Stadt Zittau. Doch die hat mit den Nutzern vertraglich vereinbart, dass sie für die Unterhaltung und Instandsetzung aller baulichen Anlagen verantwortlich sind. Dafür zahlen sie keine monatliche Miete für die Garagen, sondern nur einen jährlichen Pachtzins von derzeit 80 Euro.

Zu den baulichen Nebenanlagen gehört auch die Grundstücksentwässerung. Die Stadt sieht deshalb keine Möglichkeit, die Regenwasserleitung unter ihrer Regie zu erneuern. Das hatte sie bereits vor acht Jahren deutlich gemacht, als es schon mal einen Versuch gab, die alte Leitung zu erneuern.

Seinerzeit hätte die Erneuerung der Wasserleitung laut einem Kostenvoranschlag über 8.000 Euro gekostet. Warum das Vorhaben damals nicht umgesetzt wurde, weiß David Rotter nicht. Er selbst war zu dem Zeitpunkt erst ein relativ neuer Mieter. Seine Garage hatte der Hartauer vor zehn Jahren einem Bekannten abgekauft.

Rund 250 Euro Eigenanteil

Vermutlich hatte sich einer der 36 Garagennutzer quergestellt. Denn alle mussten damals der Erneuerung der Leitung zustimmen - und damit auch einen Eigenanteil von rund 220 Euro bezahlen. Die Kosten für das Bauvorhaben sind über die Jahre gestiegen - nach einem aktuellen Angebot liegen sie bei rund 10.000 Euro. Für diese Summe wird die komplette Leitung erneuert, was nach Ansicht von David Rotter die einzig sinnvolle Lösung ist. Mit den gestiegenen Gesamtkosten erhöht sich der Eigenanteil für die Garagennutzer. Sie müssten jetzt knapp über 250 Euro aus der eigenen Tasche bezahlen.

Trotz der höheren Kosten rechnet David Rotter damit, dass diesmal alle zustimmen. "Alle haben die Nase voll", sagt er. Denn die Probleme werden von Jahr zu Jahr größer. Und neue Garagentore, neuer Putz und neue Rahmen würden mehr kosten als der Eigenanteil, um die alte Entwässerungsleitung zu erneuern, ist sich David Rotter sicher.

Außerdem haben einige Garagen in der Zwischenzeit den Besitzer gewechselt. Das erhöht die Hoffnung, dass alle mitmachen. Das ist auch Voraussetzung dafür, dass der Ortschaftsrat etwas dazugibt, erklärt Ortsbürgermeisterin Carola Zimmer. Die Stadt hat ebenfalls angeboten, bis maximal 500 Euro beizusteuern. Da durch den Garagenkomplex ein öffentlicher Wanderweg führt, erklärte sich die Stadt bereit, einen Anteil der Kosten mitzutragen, teilt Stadtsprecher Kai Grebasch mit.

Gerade im Winter können die Wanderer oftmals nicht durch den Garagenkomplex laufen. Wenn das rückstauende Wasser vereist, bilden sich große spiegelglatte Flächen. Die Garagennutzer können dann auch ihrer Winterdienst-Pflicht nicht richtig nachkommen.

Es müsste bald was passieren, sagt Rotter. Denn irgendwann verlieren die Garagennutzer ihre Motivation, mitzumachen. Die Stadt Zittau will die Nutzer über das vorliegende Angebot und den Eigenanteil im Februar schriftlich informieren. Zur Umsetzung des Vorhabens ist die Kostenbeteiligung aller Nutzer unumgänglich, erklärt Grebasch.