merken
PLUS Zittau

Corona: Öffnen jetzt alle Biergärten?

Die Gastronomen dürfen seit diesem Freitag wieder ihre Freisitze nutzen. Doch nicht jeder fährt den Betrieb auch sofort hoch - aus verschiedenen Gründen.

Sascha Ehlert, Inhaber vom "Hotel Stadt Löbau", bereitet die Freisitze vor.
Sascha Ehlert, Inhaber vom "Hotel Stadt Löbau", bereitet die Freisitze vor. © Rafael Sampedro

Ein kühles, frischgezapftes Bier trinken und in der Sonne entspannen - das ist nun wieder erlaubt. Ab heute, dem 28. Mai, dürfen die Gastronomen im Landkreis Görlitz wieder ihre Außensitze oder Biergärten nutzen. Da die 7-Tage-Inzidenz in den vergangenen Tagen stabil unter 100 lag, ist diese Lockerung möglich.

Die Gastwirte müssten mit den Füßen scharren und umgehend die neuen Freiheiten nutzen - sollte man meinen. Immerhin haben sich in den vergangenen Wochen zahlreiche Gastronomen aus dem Raum Zittau und Löbau an der Protestaktion "Wir müssen öffnen" beteiligt. Große Banner mit diesen Forderungen hingen an der Fassade ihrer Gaststätten und Restaurants.

Anzeige
Wir suchen Sie!
Wir suchen Sie!

Unser Team braucht Sie als VERKAUFSMITARBEITER IM VERTRIEB (m/w/d) für die Sächsische Zeitung und sächsische.de

Doch den eigenen Betrieb sofort von Null auf Hundert hochfahren, das ist nicht bei jedem möglich. Mit seinem „Hotel Stadt Löbau“ wird Sascha Ehlert am Sonntag in die Außensaison starten. Es ist die erste für das Löbauer Haus überhaupt, denn der kleine Biergarten direkt gegenüber vom Hotel ist nagelneu und eine absolute Premiere. „Wir werden mit dem Mittagstisch am Sonntag beginnen – natürlich mit Reservierung“, sagt der Hotelinhaber.

Termin vorher buchen und Kontakte erfassen

Reservierungen sind aber nicht nur im "Hotel Stadt Löbau" erforderlich. Generell müssen die Gäste laut Sächsischer Corona-Schutz-Verordnung für den Besuch der Gaststätte vorher einen Termin buchen und die Gastronomen müssen ihre Kontakte erfassen.

Heiko Winkler, Inhaber vom "Filmriß" in Zittau, hat sich bereits die Zettel ausgedruckt, auf denen die Kontaktdaten seiner Gäste notiert werden. Dabei wird er die Freisitze vor seiner Kneipe erst ab Dienstag nutzen. "Wir brauchen etwas Vorbereitungszeit", sagt er. Die neue Ware sei noch nicht da. Außerdem sei für den heutigen Freitag kein schönes Wetter vorhergesagt, meint Winkler. Für Zittau wie auch Löbau und Ebersbach-Neugersdorf ist Regen angekündigt.

Genauso geht es auch Elke Mäffert vom "Irish Pub" auf der Zittauer Neustadt. Das Hochfahren des Betriebes gehe nicht so schnell. "Wir müssen erst einmal die Schankanlage reinigen lassen und Ware bestellen", erklärt die Zittauer Kultwirtin. "Unsere Händler müssen erst mal Ware holen, bevor sie uns beliefern können." Sie plant, ab Montag wieder Gäste in ihrem kleinen Biergarten zu bedienen. Ob sich die alleinige Nutzung der Außensitzplätze lohnt, bezweifelt sie, da der Zuspruch der Gäste auch wetterabhängig ist. Zudem dürfe man nur bis 22 Uhr öffnen.

Hoffnung auf baldige Innengastronomie

"Eigentlich könnten wir auch drinnen öffnen, da wir eine sehr gute Lüftungsanlage haben. Aber leider, leider...", findet Elke Mäffert. Auch Heiko Winkler hat ein transportables Luftreinigungsgerät für innen angeschafft. Doch offiziell erlaubt ist die Innengastronomie bisher noch nicht. Die Landesregierung hat in der neuen Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung, die ab 31. Mai gilt, geregelt, dass die Innengastronomie bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 50 möglich ist. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte am Donnerstag für den Landkreis Görlitz einen Inzidenzwert von 46,3 angegeben.

Heiko Winkler hofft, dass vielleicht schon am kommenden Dienstag, zur Wiederaufnahme seines Betriebes, auch die Innengastronomie möglich ist. Ausgeschlossen ist das nicht, denn laut RKI lag die 7-Tage-Inzidenz am Donnerstag bereits den dritten Tag in Folge bei unter 50.

Bis die Innengastronomie tatsächlich offiziell erlaubt wird, will Ronny Überschär, Inhaber der "Essbar" auf der Zittauer Neustadt, abwarten. Nur die Freisitze zu nutzen, lohne sich für ihn nicht. Normalerweise stehen vor seinem Restaurant fünf Tische, aufgrund der Hygieneauflagen ist die Anzahl auf drei reduziert. Damit rechne es sich nicht, meint er. Ronny Überschär ist aber ebenfalls optimistisch, dass die Innengastronomie bald möglich ist.

Einige starten sofort

Es gibt aber auch Gastwirte, die schon heute ihre Biergärten für Gäste öffnen. "Einfach anrufen, Plätze reservieren, kommen, hinsetzen und euch aus unserer gesamten Getränke- und Speisekarte verwöhnen lassen!", schreiben die Betreiber vom Gasthaus "Zum Alten Sack" in Zittau auf Facebook und fügen gleichzeitig hinzu, dass der Abhol-und Lieferservice sowie das Tagesessen zum Abholen weiterhin bestehen bleiben. In der "Seeger-Schänke" auf der Inneren Weberstraße in Zittau hat man ebenfalls kein Problem, sofort zu starten. Wenn ein Gast komme, könne er auch die Freisitze im Innenhof nutzen, heißt es vonseiten der Betreiber.

Ähnlich sieht es bei der "Zittauer Hütte" in Jonsdorf aus. Auch hier können die Gäste die Außensitze vor und hinter dem Haus ab sofort nutzen. Allerdings wird hier noch auf eine Bedienung verzichtet. Die Gäste holen sich die Speisen am offenen Fenster und können sich dann an die Tische setzen, wie Inhaber Thomas Schmid erklärt.

Personal ist da

Sofort anfangen will auch Nicole Lucas im "Pavillon an der Spreequelle" in Neugersdorf. Für den Biergarten habe sie neue Tische und Stühle angeschafft. Etwa 50 bis 60 Plätze stehen hier zur Verfügung. Und sie plant auch schon wieder Veranstaltungen im großen Theatergarten. Die erste soll am 18. Juni die "ABBA-Show" sein, kündigt Nicole Lucas an. Das Ganze personell abzusichern, sei möglich. Sie will die Hälfte ihres Teams hochfahren, die andere Hälfte soll erst einmal noch in Kurzarbeit bleiben.

Beim „Hotel Stadt Löbau“ steht das Personal für den ersten Schritt nach dem Lockdown bereit. „Es sind inzwischen elf Mitarbeiter, wir haben sogar noch eingestellt in den vergangenen Monaten“, freut sich der Hotelchef Sascha Ehlert. Das Team ist noch komplett, vielleicht auch, weil er sein Haus nie ganz „runtergefahren“ hat, sondern einen Lieferservice und spezielle Menü-Aktionen anbietet. Dadurch hat er seine Mitarbeiter nur für 30 bis 50 Prozent in Kurzarbeit geschickt und kann jetzt durchstarten. Die Außengastronomie wird dann – so lange nichts anderes erlaubt ist – täglich außer sonntags von 17 bis 20 Uhr laufen, Sonntags öffnet er zum Mittagstisch, erklärt er.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Sie wollen die wichtigsten Nachrichten aus Löbau und/oder Zittau direkt aufs Smartphone gesendet bekommen? Dann melden Sie sich für Push-Nachrichten an.

Weiterführende Artikel

Corona: Montagsdemonstrant bekommt Ärger

Corona: Montagsdemonstrant bekommt Ärger

Infektionszahlen, Polizeikontrollen und die Auswirkungen auf das Leben der Bewohner: Aktuelle Geschichten und Entwicklungen dazu sind hier zu lesen.

Sie wollen schon früh wissen, was gerade zwischen Oppach und Ostritz, Zittauer Gebirge und A4 passiert? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter "Löbau-Zittau kompakt".

Wer uns auf Social Media folgen will:

Sie haben Hinweise, Kritik oder Lob? Dann schreiben Sie uns per E-Mail an [email protected]ächsische.de oder [email protected]ächsische.de

Mehr zum Thema Zittau