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Zittau: Was ist beim "Cavallino" los?

Das Restaurant "Cavallino" auf der Inneren Weberstraße hat immer noch geschlossen. Aber der Betrieb läuft trotzdem weiter - nur an anderer Stelle.

Inhaber Henryk Haußer-Knabe will einen Neuanfang fürs Restaurant. Beim Cavallino-Lieferservice ändert sich aber nichts.
Inhaber Henryk Haußer-Knabe will einen Neuanfang fürs Restaurant. Beim Cavallino-Lieferservice ändert sich aber nichts. © Matthias Weber/photoweber.de

Zittau. Erst Corona und jetzt die Baustelle vor der Haustür: Gewerbetreibende und Händler an der Inneren Weberstraße in Zittau trifft es dieses Jahr doppelt hart. Aber alle Geschäfte haben weiter geöffnet und die Inhaber so einige Ideen, wie sie trotzdem Kunden anlocken können. Nur beim Restaurant "Cavallino" scheint seit der Wiedereröffnung der Gastronomie Mitte Juni nichts mehr zu passieren. Folien verklebte Fenster verstärken den Eindruck. Daher vermuteten einige Zittauer, dass das Lokal geschlossen bleibt.

Seit dem 1. Juli ist das Cavallino nicht mehr hier.
Seit dem 1. Juli ist das Cavallino nicht mehr hier. © Elke Schmidt

"Das stimmt definitiv nicht", sagt Inhaber Henryk Haußer-Knabe und tritt damit entschieden Gerüchten entgegen. Die Innenplätze hätten zwar wieder seit Mitte Juni genutzt werden können, aber da waren der Gastronom und sein Team schon im Umzugsstress, denn das "Cavallino" ist seit dem 1. Juli in der Bautzner Straße 8 zu finden.

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Eine Schließung des gesamten Betriebes sei nie eine Option gewesen. Der Herd blieb auch während des Lockdowns immer heiß, weil der Abhol- und Lieferservice weiterging.

In der Bautzner Straße 8 war früher ein kleiner Imbiss ansässig. Henryk Haußer-Knabe hat die Räumlichkeiten vergrößern lassen. Vorerst betreibt er hier nur den Liefer- und Partyservice. Für einen späteren Zeitpunkt sei aber auch die Erweiterung um das Restaurant geplant.

Den Gedanken, umzuziehen, hatte er schon länger, sagt der Geschäftsmann. Nun lief der Mietvertrag für die Räume in der Inneren Weberstraße 6 aus und Henryk Haußer-Knabe nutzte die Gelegenheit für den Standortwechsel. In dem Haus Bautzner Straße 8 seien die Räume zwar kleiner, aber weil das Haus ihm selbst gehöre, könne er es besser an die Bedürfnisse eines Restaurantbetriebs anpassen, erklärt der Zittauer Gastronom.

Zuerst hat er dort eine Küche einbauen lassen. So können Liefer- und Partyservice nahtlos weiterlaufen. Bis auf den Standort bleibt alles beim Alten inklusive der seit April geltenden Karte sowie der bekannten Telefonnummer. Das war dem Chef wichtig.

Der Lieferservice sei auch während der Pandemie sehr gut angenommen worden, sagt er. Viele Stammkunden hätten ihm die Treue gehalten und den Service mehr als sonst genutzt. Dazu gewann das Lokal neue Kunden vor allem aus dem Zittauer Umland, von denen wiederum etliche jetzt weiter beim "Cavallino" bestellen. Dafür ist der Inhaber dankbar.

Das habe ihn darin bestärkt, das Lokal auf jeden Fall weiterzubetreiben. Die Neueröffnung dauert allerdings noch eine Weile, denn die neuen Räume müssen erst noch hergerichtet werden. Aber die Gäste können sich schon bald über einen kleinen Freisitz freuen: In der Fußgängerzone gegenüber vom ehemaligen Lederladen ist der vor dem Lokal möglich.

Im Zuge des aktuellen Umbaus der Inneren Weberstraße soll dort für ansässige Gastronomen ebenfalls die Möglichkeit für Freisitze geschaffen werden. Im mittleren Abschnitt, bei dem die Umgestaltung auf die schärfste Kritik gestoßen ist, weil dort sämtliche Parkplätze wegfallen, ist das "Cavallino" momentan aber die einzige Gaststätte. Im schräg gegenüber liegenden, früheren "Schwaben" werden schon seit vier Jahren keine Gerichte mehr serviert, hier hatte ein Liberecer zuletzt die "Alte Böhmische Stube" betrieben.

Zwei Mitarbeiter haben sich anderen Job gesucht

Dankbar ist Henryk Haußer-Knabe auch seinen Mitarbeitern. Sie sind zum Teil schon sehr lange in seinem Unternehmen, zu dem neben dem "Cavallino" noch das Dornspachhaus und zwei Eisläden gehören. Er tue alles, um sie zu halten, sagt der Gastwirt. So schickte Henryk Haußer-Knabe die Mitarbeiter während der Pandemie in Kurzarbeit und verbesserte mit der neuen Küche die Arbeitsbedingungen. Unter anderem haben sich nun die Wege deutlich verkürzt.

Dass sich während der Pandemie dennoch zwei seiner Leute einen anderen Job gesucht haben, kann er nachvollziehen. Die monatelange Unsicherheit sei für alle in der Gastronomie Beschäftigten nicht einfach gewesen und niemand wisse, was noch passiere, so der Betreiber.

Er wünscht sich daher sehr, dass die jetzige Zeit mit den offenen Restaurants und Läden wieder zur Normalität wird. Schließlich will er das neue "Cavallino" an der Bautzner Straße auch tatsächlich eröffnen können.

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