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Ärger um Fast-Food-Müll im Westpark

Weil das McDonalds-Restaurant geschlossen ist, werfen die Kunden den Abfall ins Gebüsch. Wegräumen müssen es andere - und die finden das nicht lustig.

Fast jeden Tag sammelt Heiko Wasser den Müll der McDonalds-Kunden vor dem Westparkcenter auf.
Fast jeden Tag sammelt Heiko Wasser den Müll der McDonalds-Kunden vor dem Westparkcenter auf. © Matthias Weber/photoweber.de

Wenn Heiko Wasser morgens auf Arbeit kommt, dann muss er erst einmal Müll einsammeln. An manchen Tagen füllt sich dabei ein ganzer Sack. Der Chef des Westpark-Centers Zittau ist darüber verärgert und findet auch in den sozialen Medien klare Worte für die Müllsünder. Denn die sind keineswegs Gäste seiner Sport- und Freizeiteinrichtung. Das Westpark-Center ist seit Anfang November 2020 geschlossen.

Dass trotz Schließung reichlich Müllkosten anfallen, ist den Kunden des nahegelegenen Fast-Food-Restaurants geschuldet. Weil sie wegen des Corona-Lockdowns und der damit verbundenen Schließung aller Gastronomiebetriebe nicht mehr im Restaurant sitzen und essen dürfen, setzen sie sich in den Westpark und hinterlassen dort die leeren Trinkbecher, Pappschachteln und Papiertüten.

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Das Westpark-Center liegt direkt an der Strecke zwischen Fast-Food-Restaurant und Olbersdorfer See. Oft haben die Kunden in Höhe der Freizeiteinrichtung ihre Pommes oder Burger aufgegessen und werfen die Verpackungsreste dann einfach weg. Nach Feiertagen und Wochenenden ist es besonders schlimm, berichtet Heiko Wasser.

Dass der diesjährige Männertag verregnet war, darüber ist der 33-Jährige nicht unglücklich. So fielen die Müllreste geringer aus als nach sonnigen Tagen.

Wer die halbstarken Jugendlichen, die ihren Abfall liegenlassen, anspricht, bekommt Beleidigungen an den Kopf geworfen, sagt Heiko Wasser. "Was willst du Alter?" ist dabei noch das Harmloseste.

Parkplatz bei Kaufland ebenfalls vermüllt

Nicht nur rund um das Westpark-Center hinterlassen die Fast-Food-Kunden ihren Müll, auch auf dem Kaufland-Parkplatz liegen jede Menge Pappschachteln, Becher und Papiertüten herum. Wenn Heiko Wasser und seine Mitarbeiter jeden Morgen um 6 Uhr das Zelt der Corona-Drive-In-Teststation aufbauen, sehen sie die Hinterlassenschaften der vergangenen Abend- und Nachtstunden. "Es ist nicht lustig, wie es da aussieht", meint der Westpark-Center-Chef.

Die Mitarbeiter von McDonalds sammeln auch mehrmals täglich Müll ein. Vor Dienstbeginn um 7 Uhr machen sie erst eine Runde über den Platz, erklärt Tobias Küpping, der seit April 2020 die Zittauer McDonalds-Filiale leitet. Mittags gibt's eine weitere Runde. Abends wird nur Müll eingesammelt, wenn ein Mitarbeiter im Dienst ist, sagt Küpping. Sind die Mitarbeiterinnen unter sich, werde aus Sicherheitsgründen auf eine dritte Abfallrunde verzichtet.

Verboten ist momentan nicht nur der Aufenthalt im Restaurant, die Kunden dürfen auch nicht mit ihrem Fahrzeug auf dem McDonalds-Parkplatz stehen und im Auto das Fast-Food verzehren. Grotesk an dieser Corona-Regelung ist, dass die Kunden ein paar Meter weiter auf dem Kaufland-Parkplatz stehen dürfen und eben dort Pommes und Burger verspeisen. Und dann auch dort ihren Abfall liegenlassen.

Fünf Müllkübel - aber keiner wirft seinen Abfall hinein

Dabei gibt es auf dem McDonalds-Parkplatz fünf Müllkübel, in die die Kunden ihren Abfall werfen könnten. "Der erste steht gleich an der Ausfahrt der Drive-In-Spur", sagt Tobias Küpping. Eine Zeit lang haben er und seine Mitarbeiter die Kunden auf die Mülleimer hingewiesen. Das könne man aber nicht jeden Tag und bei jedem Gast machen, meint der McDonalds-Filialleiter.

Trotz des Verbotes verzehren manche Kunden ihr Fast Food auf dem McDonalds-Parkplatz. Die vorhandenen Mülleimer nutzen aber auch sie nur selten. Stattdessen wird nur die Autotür geöffnet und der Abfall draußen hingestellt.

Seit der Schließung des Restaurants falle mehr Müll an. Denn im Restaurants werde auch richtiges Besteck und Tassen ausgegeben. Beim Außer-Haus-Verkauf ist das nicht der Fall. Theoretisch könnten die Kunden auch ihren eigenen Trinkbecher mitbringen und sich diesen auffüllen lassen, um Müll zu vermeiden. Im Restaurant habe das der eine oder andere Kunde getan, derzeit bringe aber niemand seinen Becher mit, sagt Küpping.

Und so muss Heiko Wasser auch in den kommenden Wochen weiterhin Müll rund um das Westpark-Center einsammeln.

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