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Früherer Hochschul-Rektor gestorben

Gerhard Ackermann stand der Zittauer Hochschule sieben Jahre vor. Verdienste hatte er aber in der gesamten Republik.

Dieses Gemälde von Gerhard Ackermann hängt in der Rektoren-Galerie im Haus I der Hochschule Zittau/Görlitz in Zittau.
Dieses Gemälde von Gerhard Ackermann hängt in der Rektoren-Galerie im Haus I der Hochschule Zittau/Görlitz in Zittau. © Foto: Hochschule Zittau/Görlitz

Die Energetik der DDR war fast vier Jahrzehnte auf das engste mit dem Namen Gerhard Ackermann verbunden. Als einer der verantwortlichen Mitarbeiter oder Leiter war er an vorderster Stelle bei allen Vorhaben der Kernenergetik tätig. Er war einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Kernenergetik der DDR und genoss hohes internationales Ansehen.

Als der erste Forschungsreaktor der DDR 1957 in Rossendorf in Betrieb genommen wurde, war Gerhard Ackermann bereits daran beteiligt. Damals war er gerade erst 27 Jahre alt.

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24 Jahre später, mit 51, ist er zum Rektor der damaligen Ingenieurhochschule Zittau berufen worden. Er trat seinerzeit die Nachfolge von Prof. Hans-Joachim Hildebrandt, dem Gründungsrektor der Ingenieurhochschule, an. Sieben Jahre stand er der Zittauer Bildungseinrichtung vor. 1988 schied er aus dem Amt aus. Zum gleichen Zeitpunkt wurde der Ingenieurhochschule Zittau der Status einer Technischen Hochschule verliehen. In Zittau konnte nun nicht nur promoviert, sondern auch habilitiert werden. Diesen Prozess hatte Prof. Ackermann federführend vorbereitet und begleitet.

Professor Ackermann wurde 91

Mit 91 Jahren ist der verdiente Wissenschaftler und Hochschullehrer am 25. April verstorben, wie die Hochschule Zittau/Görlitz jetzt mitteilte. Bereits im Vorjahr verlor die Hochschule mit Prof. Edwin Muschick einen ehemaligen Rektor. Muschick war 1988 der Nachfolger von Prof. Ackermann und leitete die Technische Hochschule Zittau zwei Jahre. Mit Gerhard Ackermann ist nun der letzte Vorwende-Rektor gestorben.

Viele Jahre lebte Prof. Ackermann in Lückendorf. Nach dem Tod seiner Frau musste er vor zwei Jahren den Gebirgsort verlassen und zog zu seiner Tochter nach Thüringen. Prof. Ackermann soll im Juni in Zittau beerdigt werden.

Seit 1969 an der Zittauer Hochschule tätig

Sein Gemälde in der Rektoren-Galerie im Haus I der Hochschule Zittau/Görlitz in Zittau erinnert an ihn. Mit der Hochschule war er insgesamt 21 Jahre verbunden. 1969 folgte er der Berufung als Professor für Kernenergetik an die neu gebildete Ingenieurhochschule Zittau und wurde sofort mit der Bildung und Leitung der Sektion Kraftwerksanlagen und Energieumwandlung beauftragt.

Prof. Ackermann verstand es, hervorragende Ingenieure, Forscher und Leiter für eine Tätigkeit an der Ingenieurhochschule Zittau zu gewinnen. Auf seine Initiative wurde der Lehr- und Forschungsreaktor - auf dem Gelände der heutigen Stadtwerke Zittau - errichtet. So war eine praxisnahe Ausbildung der Studenten möglich. Gerhard Ackermann ist es ebenfalls zu verdanken, dass seit 1983 in zwei speziellen Fachrichtungen Spezialisten für die Kernenergetik in Zittau ausgebildet werden. Die Technische Hochschule Zittau hat sich durch die vielfältigen Initiativen und Ausbildungsformen zum Zentrum der kernenergetischen Aus- und Weiterbildung in der DDR entwickelt.

Mit den Forschungsarbeiten von Prof. Ackermann konnten in den Kernkraftwerken der DDR Kernbrennstoffe eingespart und die Betriebszeit der Reaktoren verlängert werden. Weitere wertvolle Ergebnisse wurden auf den Gebieten thermohydraulisches und dynamisches Verhalten von Kernreaktoren erzielt.

Auch im Forschungsrat der DDR tätig

Als Mitglied des Forschungsrates der DDR nahm er Einfluss auf Forschungs- und Entwicklungsrichtungen und Aufgaben in der gesamten Energiewirtschaft. Seine umfangreichen Kenntnisse und Erfahrungen hatte er in dem Lehrbuch "Kernkraftwerke - Betrieb und Instandhaltung" an die nächsten Generationen vermittelt.

Und zu diesen Erfahrungen gehört auch seine Mitwirkung am Aufbau des ersten Kernkraftwerkes der DDR 1966 in Rheinsberg. Nach dessen Inbetriebnahme war er noch drei Jahre dort tätig - bis er nach Zittau wechselte. Wesentliche Impulse gab Prof. Ackermann auch bei der Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes in Greifswald.

Nach seinem Abschied aus dem Rektorenamt war er noch bis 1990 am Lehrstuhl für Kernenergetik der Technischen Hochschule Zittau tätig und ebenso Dekan der Fakultät für Technische Wissenschaften.

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