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Oberlausitzer Fußball-Legende ist tot

Werner Petzold hat zu DDR-Zeiten großen Anteil an der erfolgreichen Zeit von Fortschritt und Lok Zittau. Jetzt starb der Zittauer mit 94 Jahren.

Werner Petzold hat mit 70 Jahren sein Abschiedsspiel gegeben im Weinau-Stadion.
Werner Petzold hat mit 70 Jahren sein Abschiedsspiel gegeben im Weinau-Stadion. © privat

Er war ein wieselflinker, dribbelstarker und gefürchteter Rechtsaußen und Torjäger, später ein Abwehrstratege mit Umsicht. So zumindest beschreibt der Ex-Präsident vom Oberlausitzer Fußballverband Johann Stein seinen Freund Werner Petzold. Der ist nun am 12. Mai im Alter von 94 Jahren verstorben. Viele ältere Zittauer werden ihn als Oberlausitzer Fußball-Legende in Erinnerung behalten.

Hinter ihm liegt ein erfolgreiches Sportler-Leben. Als Kind fing Werner Petzold bei Sportlust Zittau mit Fußball an, spielte in der Jugend bei Reichsbahn Zittau – dem Vorgänger von Lok. Doch 1943 blieb auch ihm der Gang zur Wehrmacht und in den Krieg nicht erspart. Dabei war der Zittauer Teil einer Oberliga-Soldatenmannschaft in Polen. Später kehrte Werner Petzold aus russischer Gefangenschaft heim. Jedoch so krank, dass er mit dem Fußball ein Jahr pausieren musste.

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"Oberlausitzer Fußballlegende": Zum 90. Geburtstag hat Johann Stein (links) seinem Freund Werner Petzold ein Frottee.
"Oberlausitzer Fußballlegende": Zum 90. Geburtstag hat Johann Stein (links) seinem Freund Werner Petzold ein Frottee. © Thomas Eichler (Archiv)

Die 1950er und 1960er Jahre waren dann seine Jahrzehnte und auch die erfolgreichen in der Zittauer Fußballgeschichte. Der Kapitän von Fortschritt und später Lok hatte großen Anteil an vielen Titeln seiner Mannschaft. Aber auch mit der Kreis-, Ostsachsen oder Sachsenauswahl. Zu den sportlichen Höhepunkten gehörte 1951 der Gewinn des "Fortschritt Pokals", als Fortschritt Zittau gegen Fortschritt Meerane aus der Oberliga mit 2:1 siegte. Und 1955 holte Lok die "Silberne Lok" durch ein 2:1 gegen Lok Wittenberge.

In dem Jahr war auch das Eröffnungsspiel des Weinau-Stadions. Werner Petzold von Lok Zittau verlor hier zwar mit seiner Mannschaft mit 5:0 gegen den tschechischen Oberligisten TJ Jiskra Liberec. Das Spiel behielten aber er und seine Mitspieler in guter Erinnerung. Grund war die Rekordzuschauerzahl von 15.000 Besuchern. Eine, die wegen der inzwischen kleineren Platzkapazität nicht mehr erreicht werden kann.

"Werner war ein intelligenter und beliebter Sportsmann, stets ein Vorbild für die jungen Sportler", berichtet Johann Stein über die Zeit als Fußballer. Bis zu seinem 42. Lebensjahr spielte der Zittauer noch - wenn erforderlich - in der 1. Mannschaft von Lok Zittau. "So mancher 20-Jährige staunte nicht schlecht, wie er von dem spielstarken älteren Herrn ausgetanzt wurde", sagt der Ex-Fußballpräsident.

Treffen unter ehemaligen Fußballern: Werner Petzold, Siegfried Hilger, Johann Stein, Heinz Liebert, Kurt Steinberg, Herbert Seffner, Herbert Herrmann (von links nach rechts). Anlass war der 80. Geburtstag von Kurt Steinberg (Blumenstrauß). Bis auf Mitauto
Treffen unter ehemaligen Fußballern: Werner Petzold, Siegfried Hilger, Johann Stein, Heinz Liebert, Kurt Steinberg, Herbert Seffner, Herbert Herrmann (von links nach rechts). Anlass war der 80. Geburtstag von Kurt Steinberg (Blumenstrauß). Bis auf Mitauto © privat

Mit 70 Jahren bestritt Werner Petzold sein Abschiedsspiel, der bis auf Torwart in allen Positionen unterwegs gewesen ist. Ein besonderer Höhepunkt im hohen Alter war laut Johann Stein das monatliche Treffen mit seinen früheren Spielern wie Kurt Steinberg, Herbert Herrmann, Heinz Liebert, Siegfried Hilger und anderen aus der glorreichen Fußballzeit. Wer ihn kannte, werde ihn ein ehrendes Gedenken bewahren. (mit Johann Stein)

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