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Wenn ein "Wasch-Wolff“ für saubere Wäsche sorgt

Eine Zittauer Firma stellte einst Wäschestampfer her. Das Dorfmuseum Eckartsberg zeigt ein Exemplar mit Beipackzettel.

Der Zittauer Grafiker K. W. Schmidt gestaltete die Vorderseite Beipackzettels für den von der Zittauer Firma Wolff hergestellten Wäschestampfer (rechts). Produkt, Firma und Herkunftsort wurden auf dem Stampfer eingraviert (links)
Der Zittauer Grafiker K. W. Schmidt gestaltete die Vorderseite Beipackzettels für den von der Zittauer Firma Wolff hergestellten Wäschestampfer (rechts). Produkt, Firma und Herkunftsort wurden auf dem Stampfer eingraviert (links) © Sammlung D. Rößler

Das stand einst im Beipackzettel eines DDR-Produktes: „Altbewährt – drei Jahre Garantie. Spielend leichte Handhabung. Sie waschen in einer Stunde soviel, wie früher in zehn Stunden. Kein Reiben und kein Bürsten mehr, daher 20fache Lebensdauer der Wäsche.“ Vermutlich kennen viele Ältere das beworbene Objekt – ein Wäschestampfer. Und er wurde in Zittau produziert. Das war zeitweise sogar in der Edelstahlglocke des Gerätes eingestanzt.

Im Werbeprospekt, vermutlich aus den 1960er Jahren, gibt der Hersteller zu, dass im Zeitalter der Waschmaschine sein Gerät vermutlich nicht mehr zum „Waschen der Wäsche im kochenden Zustand“ genutzt werde. Aber durchaus beim Einweichen. Und vor allem beim Spülen. Da waren die 12 DDR-Mark, die der Wäschestampfer kostete, sicher gut angelegt.

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Erfunden wurde der originelle Apparat wahrscheinlich in den 1930er Jahren. Die Textilstadt Zittau dürfte dafür sicherlich ein geeigneter Nährboden gewesen sein. Vermutlich lag hier Wiege und Produktionsstätte dieses Gerätes: „Wolff, Paul, Metallwarenfabrik Gerhart-Hauptmann-Straße 27“, steht in alten Zittauer Telefonbüchern. Auf jeden Fall ist dieses unauffällige Werkzeug ein weiteres Beispiel, dass Zittau in der DDR-Wirtschaft nicht nur mit Robur, Textima oder TKZ präsent war, sondern auch mit zahlreichen innovativen, kleinen, aber allgemein bekannten Produkten.

Funktionstüchtig kann so ein Wäschestampfer bis heute sein. Jedenfalls könnte ein unlängst in Oberseifersdorf aufgetauchtes Exemplar jederzeit für eine erfolgreiche Wäsche eingesetzt werden. Denn beim Stampfen presst die Wäscheglocke mit Siebbecher nicht nur die Lauge mit dem Schmutz aus dem Gewebe. Sie wird auch wieder angesaugt, sodass die Lauge danach wieder über die Wäsche sprudelt, wodurch sie gut durchflutet wird und der gelockerte Schmutz besser fortgeschwemmt wird. Man muss also nur kräftig damit stampfen und dadurch reinigenden Druck erzeugen.

Nebst einer Kopie seines Beipack-Zettels, bereitgestellt vom Leipziger Stadtgeschichtlichen Museum, ist der Stampfer jetzt im Dorfmuseum Eckartsberg zu sehen. Er bereichert die diesjährige Ausstellung über die öffentlichen Wäscherollen um eine weitere Facette der historischen Wäschepflege, zumal Objekte rund ums Waschen in der Dauerausstellung des Museums schon immer eine Rolle spielen.

Am 26. September und am 3. Oktober ist das Dorfmuseum Eckartsberg jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Dann ist auch der beschriebene „Wasch-Wolff“ zu sehen.

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