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Jetzt gibt's Gin aus Zittau

Andreas Geißler aus Zittau hat die Coronazeit genutzt, um etwas Einmaliges zu kreieren - einen "Old Friend", den es nun zu kaufen gibt.

Andreas Geißler destilliert Gin.
Andreas Geißler destilliert Gin. © Matthias Weber/photoweber.de

Wenn seine Freunde ihn besuchen, kann Andreas Geißler ihnen seit Kurzem etwas ganz Besonderes anbieten. Der 42-jährige Zittauer hat die Coronazeit genutzt, um sich seinen eigenen Gin zu kreieren. Diese alkoholische Spezialität genießt er ab und an gern mit seinen Freunden. Doch obwohl das Angebot an Gin in letzter Zeit regelrecht explodiert sei und dieses Getränk mittlerweile in allen möglichen Geschmacksrichtungen angeboten werde, habe ihm nichts wirklich zugesagt, erzählt er. Er wollte einen besonders frischen und dennoch herben Gin. Weil er den aber nicht fand, entwickelte er kurzerhand einen eigenen.

Andreas Geißler fand es schon immer spannend, eigene Rezepturen und Produkte zu entwickeln. Er studierte in Zittau Chemie und beherrscht daher die entsprechenden Grundlagen. Bei einer Gin-Verkostung ließ er sich zusätzlich viel Wissenswertes über das Getränk berichten. Trotzdem habe es eine ganze Weile gedauert, bis er die richtige Mischung fand, sagt er.

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Die Grundlage von Gin sind neben mindestens 37,5 prozentigem Alkohol vor allem Wacholderbeeren. Das zeigt auch schon der Name, welcher sich vom französischen genévrier (dt. Wacholder) ableitet. Dem alkoholischen Auszug können verschiedene Gewürze und Kräuter zugesetzt werden. Die Kunst sei nun nicht nur, die richtige Menge Wacholder zu finden, sagt Andreas Geißler. Für den angestrebten Geschmack werden außerdem weitere Gewürze und Kräuter zugefügt, die mit dem Wacholder und zudem noch miteinander harmonieren müssen. Die von ihm gewünschte frisch-fruchtige Note erzielt er mit Kumquats (Zwergorangen). Dazu kombiniert der 42-Jährige unter anderem Hibiskus, Kardamom und Pfeffer.

Bei den Zutaten legt er großen Wert auf Qualität. So nimmt er zum Beispiel Kubebenpfeffer, weil der nicht so bitter ist wie normaler und verwendet Alkohol in Bioqualität. Den fertigen Auszug lässt er in einem zweiten Schritt von erfahrenen Fachleuten einer Brennerei in Mittelfranken destillieren. Hier in der Region habe er keinen Anbieter gefunden, sagt er. Nach dem Destillieren bleibt nur etwa ein Drittel der Ausgangsmenge übrig. Dieses Destillat nimmt er mit nach Hause und füllt es dort mithilfe seiner Familie in Handarbeit in Flaschen ab, klebt Etiketten darauf und versieht jede mit einem Anhänger. Dann ist der „Old Friend“ fertig zum Genießen.

Der Name „Old Friend“ ist übrigens eher dem Zufall geschuldet. Er habe lange überlegt und etliche Ideen wieder verworfen, sagt er. Dann hörte er im Radio einen Song des Sängers Elderbrook mit dem Titel „Old Friend“. Darin geht es darum, wie es ist, Zeit mit alten Bekannten zu verbringen. Dieser Text passt gut zu seiner Philosophie, fand Andreas Geißler und taufte seinen Gin spontan auf diesen Namen.

Das ist nicht nur nebenbei auch ein kleines Dankeschön an seine Freunde, die ihm beim Testen seiner Versuchsreihen halfen. Ihre Vorschläge und Tipps waren sehr hilfreich, sagt er. Diese Freunde hätten ihn auch ermutigt, den „Old Friend“ anderen anzubieten. Diesem Rat ist er gefolgt und bietet seinen Gin in einem Onlineshop an. Dort gibt es auch eine Probier-Flasche mit 100 Millilitern.

Weil Gin nicht nur pur, sondern auch sehr gut in Mixgetränken schmeckt, will Andreas Geißler zudem jeden Monat auf seiner Website ein neues Rezept für einen Drink veröffentlichen, der genau auf seinen Gin abgestimmt ist. Bis jetzt kann man sich danach neben dem klassischen Gin Tonic einen Summer Mule sowie Rhabarber Gin mixen.

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