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Was uns 2021 erwarten könnte

Überall in Löbau-Zittau sind große Investitionen geplant. Ob alles klappt, wird sich zeigen.

Umzug Menschel-Limo nach Großschönau, Öffnung Hochseilgarten am Berzdorfer See, Erweiterung ATN in Oppach, Ausbau Innere Weberstraße in Zittau - vier der Vorhaben für 2021.
Umzug Menschel-Limo nach Großschönau, Öffnung Hochseilgarten am Berzdorfer See, Erweiterung ATN in Oppach, Ausbau Innere Weberstraße in Zittau - vier der Vorhaben für 2021. © SZ

Das Traditionsgeschäft Schuh-Kellner zieht in den Zittauer Schuhhof. Damit zieht nach dem Auszug der Handelskette wieder Leben in das große Eckhaus. Das war eine der Erfolgsnachrichten am Ende des Jahres. Bis zum Sommer 2021 soll der Schuhverkauf hier wieder starten. Das einheimische Unternehmen erweitert sich mit dem größeren Geschäft. Auch andere regionale Firmen brauchen mehr Platz: ATN in Oppach, Menschel-Limo in Hainewalde. Geht es nach den Plänen, entsteht 2021 viel neues in der Region Löbau-Zittau. Die SZ-Redaktion hat in die Glaskugel geschaut und zusammengestellt, welche Projekte im kommenden Jahr gelingen könnten:

Januar: Erster Schulneubau nach der Wende in Zittau

2021 könnte ein Super-Jahr für Zittaus Schüler und Lehrer werden. Zum einen könnte die Sanierung der Weinau-Schule abgeschlossen werden. Das würde bedeuten, dass das erste Mal nach der Wende alle Zittauer Schulen saniert sind. Zum anderen reicht der Platz in den Oberschulen nicht mehr, so dass Zittau den ersten Schulneubau nach der Wende plant: Voraussichtlich im Januar soll der Stadtrat den Bau einer Erweiterung an der Parkschule - die bis 2019 für 5,1 Millionen Euro saniert wurde - beschließen.

Februar: Seifhennersdorf hat wieder Bahnanschluss

Die Wiederkunft der Eisenbahn - das ist für Seifhennersdorf eine Art unendliche Geschichte. Seit wegen der damals maroden Strecke 2015 Busse den Schienenverkehr zwischen Varnsdorf und Seifhennersdorf ersetzten, warten die Seifhennersdorfer sehnlichst auf die Einfahrt von Zügen. Nun, der Streckenbetreiber Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) hat die Trasse freigeschnitten, das Gleisbett ertüchtigt und sogar der Bahnübergang an der Nordstraße ist mittlerweile mit einer Lichtzeichenanlage gesichert. Was fehlt: Züge. "Wir sind fertig", verspricht DRE-Chef Gerhard Curth. Nur die für die Wiederinbetriebnahme nötigen Abnahmefahrten stehen noch aus. Die sollen aber - versprochen! - Mitte Januar erfolgen. Dann könnten ab Februar wieder Züge von Zittau bis in die Mandaugemeinde rollen.

März: Umzug ins neue Medizinische Versorgungszentrum

Dr. Katarina Varga kann in Seifhennersdorf mit ihrem Team in das neue Medizinische Versorgungszentrums (MVZ) in die Nordstraße 4 umziehen. Mit dem Projekt einer Modulbauweise wurde in Deutschland eine völlig neue Bauweise für ein Energiesparhaus angewandt. Geplant ist ein fließender Übergang vom bisherigen kleineren MVZ nur wenige Meter vom Neubau entfernt. Dr. Katarina Varga will im neuen Medizinischen Versorgungszentrum den dermatologischen Bereich ausbauen. Hierfür arbeitet sie bereits mit einer Leipziger Hautklinik eng zusammen. Auch an Studien über den Heilungsverlauf von Patienten nach Herzinfarkten möchte sie mitwirken. Und noch mehr als bisher will sie im neuen MVZ eine Ausbildungspraxis für Ärzte in Weiterbildung sein.

April: Hochseilgarten öffnet in Blauer Lagune

Zu Ostern soll die neue Attraktion am Berzdorfer See öffnen: Ein Hochseilgarten ganz besonderer Art und ein Adventure-Golfplatz. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Differenzen des Bauherren mit der Stadt Görlitz bis dahin gelöst haben. Nach Sicht der Bauaufsicht besteht nämlich auf dem Terrain derzeit kein Baurecht, weil noch Änderungen an den geltenden Bebauungsplänen vorgenommen werden müssen. Daher war ein Baustopp ausgesprochen worden. Den Spaß von großen und kleinen Kletterern sollte das am Ende im besten Fall nicht trüben.

Mai: Bau der neuen Rettungswache in Jonsdorf beginnt

Am Ortseingang von Jonsdorf aus Richtung Zittau rücken die Baufahrzeuge an. Auf einer Wiese neben dem Sportplatz baut der Landkreis eine neue Rettungswache. Künftig sollen von hier aus Rettungsfahrzeuge zu Einsätzen im Zittauer Gebirge starten. Mit seinem bisherigen Rettungsnetz - die nächstgelegenen Standorte für das Zittauer Gebirge sind die Rettungswachen in Zittau und Spitzkunnersdorf - konnte der Landkreis die gesetzlich festgesetzte Frist von maximal zwölf Minuten vom Notruf bis zum Eintreffen der Rettungssanitäter vor Ort nicht immer gewährleisten. Mit der zusätzlichen Rettungswache in Jonsdorf wird nun nachgebessert.

Juni: Anlagenbauer erweitert sich

In Oppach wächst das neue Firmengebäude von ATN. Nach dem ersten Spatenstich im Herbst, konnte nun schon der Grundstein gelegt werden. Der weltweit agierende Anlagenbauer, der auch Niederlassungen in China und den USA betreibt, will sich am Firmensitz erweitern - trotz Corona-Krise. Die Produkte seien inzwischen in vielen Industriebereichen gefragt, die Aufträge würden umfangreicher, die Produktpalette größer, so Geschäftsführer Torsten Hölzel. Trotz des weltweiten Erfolgs will die Firma in der Heimat bleiben. In Oppach sei der ideale Standort, um neue Produkte zu entwickeln und zu produzieren, so Hölzel.

Juli: Wieder Leben im Zittauer Schuhhof

Die Schließung der "Schuhhof"-Filiale in Zittau kam für die Kunden überraschend. Nach dem Ende im November deutete sich schnell eine Wiederbelebung des traditionsreichen Handelsstandorts am Rathausplatz an. Im Juli ist es dann soweit: Das Schuhhaus Kellner zieht von der Reichenberger Straße 9 in die ehemalige "Schuhhof"-Filiale und vergrößert sich damit deutlich. Auch das Sortiment wird erweitert.

August: Menschel-Limo ist umgezogen

Die beliebte Menschel-Limo wird jetzt in Großschönau hergestellt und abgefüllt. Der bereits seit 1899 bestehende Getränkehersteller will seine Produktion ausbauen. Eine Firmenerweiterung am bisherigen Standort in Hainewalde war aber nicht möglich. Die Absätze der insgesamt 16 Limo-Sorten haben sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt. Der Umzug in den ehemaligen Firmensitz der Großschönauer Maschinenfabrik - kurz Magro - ist für die Firma günstiger als ein Neubau. Für Großschönau bedeutet das zugleich die Wiederbelebung eines sonst ungenutzten Firmengeländes. Erst 2020 war das Ende des traditionsreichen Maschinenbau-Unternehmens an der Waltersdorfer Straße gekommen.

September: Spatenstich vorletzter Abschnitt B178

Vielleicht gibt es wie bei einigen Abschnitten zuvor noch eine Klage gegen den Bau. Aber die Gerichte werden wieder sagen: Die Planung ist wasserdicht. So werden im September Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) anreisen, um den ersten Spaten für den Neubau des vorletzten noch fehlenden B178-Abschnitts von Oberseifersdorf nach Oderwitz in die Erde zu rammen. Gebaut wird aber erst 2022, weil die Vergabe der Aufträge durch die europaweite Ausschreibung so lange dauert. Der letzte Abschnitt, Nostitz-A4-Weißenberg, kommt indes nicht entscheidend voran. Die Planungen dauern an.

Oktober: Baustart am neuen Postzentrum im Oberland

Die Post hat mit dem Bau ihres neuen Verteilzentrums im Ebersbacher Gewerbegebiet begonnen. Die Deutsche Post DHL hat dort ein rund 6.000 Quadratmeter großes Grundstück gekauft. In einem neuen Gebäude sollen dort die beiden Zustellzentren in Ebersbach und Neugersdorf künftig zentriert werden. Damit sollen sich vor allem auch die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter verbessern. Bisher arbeiten sie in zwei Altbauten - in Ebersbach an der Bahnhofstraße und in Neugersdorf im historischen Postgebäude an der Ecke Hauptstraße/Zittauer Straße. Vor allem, weil immer mehr Pakete abgefertigt werden müssen, gibt es in den alten Häusern Platzprobleme. 20 neue Arbeitsplätze entstehen.

November: Neuer Kindergarten wird eröffnet

60 Kinder können in Leutersdorf in den Neubau des Kindergartens einziehen. Knapp zwei Millionen Euro sind dafür in die Kita, samt Zufahrt und Gehweg sowie teilweise für den Spielplatz investiert worden. Danach soll gleich die bisherige Kita-Villa als künftiges Gemeindeamt ausgebaut werden.

Dezember: Innere Weberstraße ist fertig

Nach gut 18 Monaten Bauzeit wird die Sanierung der Inneren Weberstraße in Zittau abgeschlossen. Nachdem es zwischenzeitlich reichlich Kritik an der Gestaltung und dem Wegfall vieler Parkplätze gab, sind die Stimmen über das Endergebnis überwiegend positiv. Auch fast alle Geschäfte haben die Bauphase überlebt. Zuvor war befürchtet worden, dass es zu einem Ladensterben kommt. Ebenfalls im Dezember enden die Bauarbeiten auf der Äußeren Weberstraße. Hier hatten die Arbeiten mehrere Jahre gedauert. Ein weiterer Abschnitt wird 2021 erneuert.

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