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GNTM: Das sind Romys kreative Eltern

Carola Lammel-Wolf und Mario Wolf haben ein sehr enges Verhältnis zu ihrer Tochter Romy, die gerne Topmodel werden will. Für die 19-Jährige würden sie alles tun.

Carola und Mario Wolf mit ihrer Tochter Romy, die gern Model werden möchte.
Carola und Mario Wolf mit ihrer Tochter Romy, die gern Model werden möchte. ©  privat

Am Ende darf sich nur eine über den Titel "Germany's Next Topmodel" (GNTM) freuen. Bis die Siegerin der 16. Staffel gekürt ist, müssen die Zuschauer noch etwas Ausdauer beweisen. Erst Ende Mai steht die Gewinnerin fest. Chancen, "Germany's Next Topmodel" zu werden, hat auch weiterhin Romy Wolf. Während von den anfangs 31 Kandidatinnen inzwischen 13 gehen mussten, überstand die 19-jährige Hirschfelderin auch die fünfte Runde.

Auch zur Freude ihrer Eltern Carola und Mario. Das Verhältnis zwischen ihnen ist sehr eng. Das verdeutlichen die privaten Aufnahmen während der Modelshow. Vor einigen Tagen postete Romy auf ihrem eigenen Instagram-Kanal einen kurzen Film, in dem sie per Videoanruf mit ihren Eltern und Freund Nik spricht. Sie habe sich so Sorgen um ihre Familie gemacht, erzählt sie darin. Liebevoll nennt sie ihre Mutter "Mami". Das nur wenige Sekunden lange Video schaffte es am Ende nicht in die Modelshow.

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Und doch sagt es viel über die Hirschfelder aus. Carola und Mario Wolf bestätigen das enge Verhältnis zu Tochter Romy. "Wir können mit ihr über alles reden und sie kann das auch mit uns. Es besteht daher ein sehr großes Vertrauen zwischen uns."

Verlässt Familie Wolf Hirschfelde?

So wundert es nicht, dass Carola und Mario Wolf sogar bereit sind, für Romys Modeltraum aus Hirschfelde wegzuziehen. "Wir spielen mit diesem Gedanken, da sich Romy in dieser Umgebung nicht künstlerisch entfalten kann", so die Eltern. Hirschfelde sei eben ein ehemaliger Industriestandort, der heute noch durch den Rückbau diverser Werke, verbliebener Industriebrachen und dem Wegzug vieler Menschen um eine neue Identität bemüht ist, finden Carola und Mario Wolf.

Den Gegensatz zwischen Erfolg und Niedergang kann Romys Familie vor der eigenen Haustür erleben. Sie wohnen einen "Katzensprung" von der fit GmbH entfernt, die zuletzt mit einem Rekordumsatz und einer Vergrößerung der Belegschaft von sich Reden machte. Wenige Hundert Meter davon entfernt liegt das frühere Kraftwerksgelände brach. Hier wollte die Stadt Zittau größere Industriebetriebe ansiedeln, doch das Vorhaben scheiterte unter anderem an den Altlasten des Kraftwerkes.

Die Wolfs wohnen erst seit 2002 in einer der ehemaligen Betriebswohnungen der Fett Chemie, dem Vorgänger der fit GmbH. Von Zittau waren sie seinerzeit nach Hirschfelde umgezogen. Wurzeln in der Dorfgemeinschaft haben sie bis heute keine gebildet - auch deshalb würde ihnen ein Abschied von Hirschfelde nicht so schwer fallen.

Mutter Carola stammt aus der Region, Vater Mario ist gebürtiger Thüringer. "Während meiner Zeit bei der Armee war ich in Zittau stationiert. Die interessante Gegend gefiel mir, so dass ich nach der Beendigung meines Wehrdienstes in der Region beruflich Fuß fasste", erzählt Romys Vater.

Ein Schnappschuss von Familie Wolf aus früheren Zeiten.
Ein Schnappschuss von Familie Wolf aus früheren Zeiten. © privat

Romys Eltern entwickeln individuelle Kindermöbel

Carola und Mario Wolf entwickeln und produzieren heute unter dem Namen "Fugge - Design für Kinder" ganz individuelle Kindermöbel. Inspiriert wurden sie dazu von ihrer Tochter, wie sie auf der Firmenwebseite verraten. Romy hatte sich ein märchenhaftes Regal für ihre Kuscheltiere gewünscht. Für ihre Mutter, die das Regal skizzierte, stand fest: Romy bekommt was Besonderes! Ihre Kleine sollte selbst beim Regal sehen, dass sie für ihre Eltern etwas ganz Besonderes ist. Die Nacht durch arbeitete sie an dem Entwurf, um ihn am Morgen ihrer Tochter zu präsentieren. "Wird das meins?", fragte sie damals strahlend, was ihre Mutter laut bejahte.

Mario Wolf, der als Designer und Kunststoffspezialist arbeitet und 15 Jahre Geschäftsführer einer Kunststofffirma war, erstellte ein 3-D-Modell. Dem Pilzregal für Romy folgten weitere Produkte.

Das künstlerische Talent hat Romy von ihren Eltern geerbt. Entdeckt haben sie es früh. "Als sie noch sehr klein war, hat sie uns ein Lied aus dem Kindergarten vorgesungen. Es sind die kleinen Feinheiten, die mich als Mutter sehr begeistert haben, denn Romy hatte damals schon ein absolutes Taktgefühl und auch die Tonlagen hat sie sehr gut getroffen", erinnert sich Carola Lammel-Wolf. "Sie zeichnete auch gern und befasste sich oft mit kreativen Aktivitäten, das wies uns schon früh auf künstlerische Fähigkeiten hin, die wir dann durch das Erlernen der Geige fördern wollten."

Model oder doch Musikerin?

Was würden sie ihrer Tochter heute empfehlen? Eher als Musikerin Karriere zu machen oder sich den Modeltraum erfüllen? "Sie muss sich selbst erst finden und dann entscheiden", findet Romys Mutter. "Die Musik begleitet sie ein Leben lang, doch das Modeln scheint ihr auch sehr großen Spaß zu machen, vielleicht schafft sie es, beides aufrecht zu halten." Die 19-Jährige solle sich ruhig ausprobieren, verpasste Chancen werde sie mit Sicherheit im späteren Leben bereuen.

Aber auch fürs Modelbusiness hat Romy aus Sicht ihrer Eltern die passenden Eigenschaften: Sie sei sehr zielstrebig, aber trotzdem bodenständig. "Das Wichtigste hat sie begriffen, was sie in unseren Augen für das Modelleben prädestiniert: Sie soll nicht sich als Person präsentieren, sondern mit ihrer künstlerischen Darstellung Mode", finden Carola und Mario Wolf. "Wir denken außerdem, dass sie oft ein klares Bild im Kopf hat, was sich der Fotograf vorstellen könnte und welches sie dann umsetzt."

Vor dem GNTM-Dreh haben sie ihrer Tochter geraten, diese Chance zu nutzen, um Spaß zu haben, viele Erfahrungen zu sammeln und diesen Beruf in Ansätzen kennenzulernen. So könne sie dann entscheiden, ob sie sich das Modeln in Zukunft vorstellen kann. "Vielleicht kann sie es ja zumindest nebenberuflich betreiben."

Dass die Tochter durch den Dreh länger von ihren Eltern getrennt sein würde, war für Romys Eltern nichts Neues. "Sie hat schon in ihrer frühen Jugend oftmals Reisen ohne uns angetreten. So ist sie mehrmals mit dem Orchester zwei Wochen verreist, mit Freunden in den Urlaub gefahren oder hat ein Ferienlager besucht und ist damit auch stets sehr gut zurecht gekommen." Natürlich freut sich Romy auch jedes Mal auf die Rückkehr ins elterliche Zuhause.

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