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Grenzverkehr nicht für Lehrer und Schüler?

Polen und Tschechen dürfen ohne Corona-Test keine Schulhäuser mehr betreten. Ein Widerspruch in Sachsens Corona-Verordnung wird zum riesigen Problem.

Stopp: Schüler und Lehrer aus Polen und Tschechien dürfen zurzeit nicht mehr in sächsische Schulen.
Stopp: Schüler und Lehrer aus Polen und Tschechien dürfen zurzeit nicht mehr in sächsische Schulen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Beim Schulamt in Bautzen spricht man von einer "misslichen Lage". An den Schkola-Schulen wird fieberhaft nach irgendeiner Lösung gesucht. In Görlitz hat sich sogar Oberbürgermeister Oktavian Ursu (CDU) eingeschaltet: Seit Montag dürfen Lehrer und Schüler aus Polen und Tschechien nicht mehr in die Schulen kommen.

Dabei ist der kleine Grenzverkehr gerade für Berufspendler doch ausdrücklich erlaubt und - so hatte es Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mehrfach betont - auch wichtig und notwendig. Doch Widersprüche und Verwirrungen um dieses Thema nehmen offenbar kein Ende - und sind am Montag an den Schulen angelangt.

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Das Problem: Im Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) zählt man Schüler und Lehrer nicht zu den Berufspendlern, die ohne Quarantäne und negativen Corona-Test einreisen dürfen, sondern beruft sich ausschließlich auf die Corona-Schutzverordnung des Freistaats. "Für uns gilt die sächsische Allgemeinverfügung für Schulen und Kitas", erklärt Vincent Richter, der Lasub-Sprecher in Bautzen. 

Danach dürfen Personen aus Risikogebieten - zu denen Sachsen auch Polen und Tschechien zählt - Schulen nur betreten, wenn sie einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen können oder zwei Wochen in Quarantäne waren. Das aber ist unrealistisch. Was also tun?

Am Zittauer Christian-Weise-Gymnasium sind nur eine Handvoll Schüler betroffen. "Wir haben das jetzt so geregelt, dass sie erst einmal in Zittau bleiben", sagt Schulleiter Ingo Elmenthaler. Frank Gröll, der Rektor des Görlitzer Augustum-Annen-Gymnasiums, hat die 60 polnischen Schüler des bilingualen Gymnasiums erst einmal in den Heimunterricht geschickt. So haben es vorerst auch die Schkola-Schulen geregelt. 

Auf Dauer könne das aber nicht so weitergehen, sind sich die Schulleiter in der Region einig. In Görlitz bemüht sich auch Oberbürgermeister Oktavian Ursu (CDU) um eine Lösung. "Allein in Görlitz sind 80 Schüler betroffen, für die jetzt eine Lösung gefunden werden muss", sagt seine Sprecherin Sylvia Otto. Ursu stehe deswegen mit der Staatsregierung in Kontakt. 

Um den Schülern aus den Nachbarländern den Schulbesuch wieder zu ermöglichen, müsste die Allgemeinverfügung geändert werden, erklärt Lasub-Sprecher Vincent Richter. Allein an den öffentlichen Schulen der Oberlausitz arbeiten 45 Lehrer aus Polen und Tschechien, die Zahl der ausländischen Lehrer an freien Schulen nicht mitgerechnet.

Auch die Kitas dürfen nach dieser Regelung derzeit keine Kinder aus Polen und Tschechien mehr aufnehmen, wenn sie keinen negativen Corona-Test vorlegen können.

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