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Ohne Maske kein Einkauf!

In den Geschäften ist Mundschutz Pflicht. Das wollen nicht alle akzeptieren. Manche Händler reagieren auf die Maskenmuffel konsequent. Und werden angefeindet.

Heike Drowski vom Handelshof Zittau weist ihre Kunden auf die Maskenpflicht hin.
Heike Drowski vom Handelshof Zittau weist ihre Kunden auf die Maskenpflicht hin. © Matthias Weber/photoweber.de (Archiv)

Den Aushang zur Maskenpflicht hat Heike Drowski von der Eingangstür ihres Geschäftes entfernt. "Er hängt jetzt drinnen, unmittelbar am Eingang", erklärt die Zittauer Händlerin. Sie will so verhindern, dass die Scheiben beschmiert oder anderweitig verunstaltet werden. Denn nach dem SZ-Artikel, in dem über den Aushang mit klarer Botschaft an Maskenmuffel berichtet wurde, gab es nicht nur positive Reaktionen. 

So habe ihr ein Kunde eine Mail geschrieben, dass er nicht mehr im "Handelshof" einkaufe. Andere Corona-Kritiker gaben ihr Tipps, wo sie sich über das Virus und die Pandemie informieren könne. Und von den Corona-Demonstranten, die jeden Sonnabend vor ihrem Laden auf der Neustadt protestieren, kamen nach einer Veranstaltung zwei junge Männer ins Geschäft, legten ihren Flyer auf den Ladentisch und betitelten Heike Drowski als "Corona-Heldin".

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Anzeige wegen Beleidigung

Sogar das städtische Ordnungsamt kam vorbei und fotografierte den Aushang. Denn es war eine Anzeige wegen Beleidigung eingegangen. Das bereitete ihr schon die eine oder andere schlaflose Nacht. Gerade in den ersten Tagen nach dem SZ-Artikel, als die Reaktionen durchaus heftig waren.

Es gab natürlich auch viele positive Aussagen. Die hätten überwogen, sagt Heike Drowski. Immer wieder hörte sie von Kunden, dass endlich mal jemand was sage. Erst vor gut zwei Wochen sprach sie ein tschechisches Paar an, ob sie nicht die Frau aus der Zeitung sei. Sie meinten damit den SZ-Bericht. Sie finden es richtig, Maskenmuffeln klare Kante zu geben.

Auch Dörte Wagner (rechts) weist ihre Kunden darauf hin, Maske zu tragen. Sie hat auch schon Kunden des Ladens verwiesen, weil sie keinen Mundschutz tragen wollten.
Auch Dörte Wagner (rechts) weist ihre Kunden darauf hin, Maske zu tragen. Sie hat auch schon Kunden des Ladens verwiesen, weil sie keinen Mundschutz tragen wollten. © Foto: Jan Lange

Nicht alles gefallen lassen

Auch Dörte Wagner, Inhaberin der "Büroklammer" in der Zittauer Frauenstraße, sagt ihre Meinung offen heraus - egal, ob das jedem gefällt. Kunden, die keine Maske tragen, weist sie - selbstverständlich freundlich - darauf hin, dass der Mundschutz Pflicht ist. Sie sei dafür von einigen Kunden beschimpft worden. "Sie haben es wohl nicht notwendig" sind dabei noch harmlose Äußerungen. "Wir lassen uns viel gefallen, aber nicht alles", meint die Geschäftsfrau. Sie hat deshalb auch schon Maskenmuffel des Ladens verwiesen.

Mit dem konsequenten Hinweis auf die Maskenpflicht will Dörte Wagner auch sich selbst, ihre Familie, die Mitarbeiter und andere Kunden schützen. Diese Verantwortung habe sie, meint die 67-Jährige. "Ich will nicht, dass wir zu denen zählen, wo es viele Erkrankungen gibt", sagt sie.

Dörte Wagner ärgert sich darüber, dass die Achtung untereinander, miteinander, füreinander verloren geht. Sie denkt dabei zum Beispiel an eine grobe Auseinandersetzung mit einem Kunden, der auch keine Maske tragen wollte. "Wir müssen wieder dazu kommen, normal miteinander zu reden", so ihr Appell.

Es habe immer Regeln gegeben, findet die Inhaberin des Zittauer Bürofachgeschäftes. Darunter waren Regeln, die ihre Berechtigung haben, und eben auch welche, die nicht unbedingt berechtigt waren. Sie mache die Gesetze ja nicht, sagt Dörte Wagner. Einhalten müsse man sie aber. Das finden die meisten Händler, auch wenn nur wenige so konsequent sagen: "Ohne Maske kein Einkauf!".

Einmalmasken auf Vorrat

Eine, die das ebenfalls so klar sagt, ist Susanne Münnich von EP Münnich am Löbauer Altmarkt. Einem Kunden, der vor einigen Tagen ohne Maske kam und gleich ein Attest zückte, habe ihr Mitarbeiter gesagt: "Ja und? Schützt ihr Attest vor Viren?". Wer keine Maske aufhat, wird konsequent darauf hingewiesen. Und wenn er keine dabei hat, hat Susanne Münnich auch immer ein paar Einmalmasken auf Vorrat und sagt: "Auf den einen Euro dafür kommt's mir dann auch nicht an." 

Ramona und Alf Wendland bieten diesen einfachen und freundlichen Service in ihrem Obst- und Gemüseladen im Herrnhuter Bahnhof ebenfalls an. Wer seinen Mundschutz wirklich mal vergessen hat, für den greifen die Geschäftsinhaber untern Ladentisch: Dort liegt immer ein Päckchen Einmalmasken griffbereit. 

Susanne Münnich von EP Münnich in Löbau mit Maske vor einem Hinweisschild, dass im Laden Maske getragen werden muss.
Susanne Münnich von EP Münnich in Löbau mit Maske vor einem Hinweisschild, dass im Laden Maske getragen werden muss. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Ganz verschiedene Hinweise auf die Maskenpflicht

Susanne Münnich hat, gleich als sie nach dem Lockdown ihr Geschäft wieder öffnen durfte, zahlreiche Hinweisschilder zur Maskenpflicht angebracht - eines sogar leuchtend.

Die meisten Händler weisen mit Aushängen an den Schaufenstern oder Eingangstüren darauf hin, dass Maske getragen werden muss. Und das durchaus unterschiedlich. "Zutritt nur mit Mund-Nasen-Schutz erlaubt" heißt es beispielsweise am Eingang eines Bekleidungsgeschäftes. Der Bäcker ein paar Meter weiter fordert seine Kunden auf: "Ab hier bitte nur noch mit Maske", während die Lederwarenhändlerin erklärt, dass die Gesundheit der Kunden ihr am Herzen liege. "Mit Abstand sind sie unsere besten Kunden", meint wiederum ein Blumenhändler. Es wird also auch mit den Wörtern Abstand und Maske sprachlich gespielt.

Es fällt aber auch auf, dass an einigen Geschäften weder an den Schaufenstern noch an der Eingangstür Hinweise auf die Maskenpflicht angebracht sind. Auch im Löbauer Optikergeschäft von Heiko Neumann gab es bisher noch kein derartiges Schild. Dieser Tage will er aber einen entsprechenden Hinweis anbringen. Und das nicht, weil er zunehmend Ärger mit Maskenmuffeln habe. Bei ihm gebe es keinerlei Probleme, sagt Heiko Neumann, der sich selbst als Maskenbefürworter outet.

Es gebe drei Gruppen von Kunden, sagt die Zittauer Händlerin Heike Drowski. Ein großer Teil trage ordnungsgemäß Maske, ein Teil vergesse einfach, den Mundschutz aufzusetzen. Wenn sie darauf hingewiesen werden, setzen sie ihn auf. Und es gebe jene Kunden, die bewusst keine Maske tragen. Deren Zahl sei in den vergangenen Monaten nicht weniger und nicht mehr geworden. 

Sicherheitsfirma im Einsatz

Ärger mit Maskenverweigerern haben nicht nur Händler. Auch im Klinikum Oberlausitzer Bergland gibt es immer wieder Besucher, die die Maskenpflicht nicht akzeptieren wollen. Das Klinikum hat deshalb nun eine Sicherheitsfirma im Einsatz - vorerst an einem Standort, wie Pressesprecherin Dr. Jana-Cordelia Petzold mitteilt. Die Sicherheitsfirma soll die Klinikum-Mitarbeiter entlasten, die nicht ständig in den Häusern unterwegs sein können, um die Einhaltung der Maskenpflicht zu prüfen.

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